k o n ze rnlagebericht RISIKOBERICHT RI SI KO - u n d C H anCEnmanagEmEnT R dass Mitarbeiter und Ressourcen so eingesetzt werden, dass das Erreichen der Unternehmensziele bestmöglich unterstützt wird. Es ist hingegen nicht Aufgabe des Risikomanagements, alle Risiken zu vermeiden. Um Chancen erfolgreich zu erschließen, muss ein Unternehmen innerhalb seiner unternehmerischen Tätigkeit bewusst Risiken eingehen. Dabei ist wichtig, dass die Risiken auf ein akzeptables Maß begrenzt werden. Den Rahmen dafür setzt die Risikopolitik beziehungsweise -strategie im Sinne einer übergeordneten Grundausrichtung des Unternehmens. Die Risikostrategie gründet bei der Bechtle AG auf der Unternehmenskultur, den Unternehmensgrundsätzen und den strategischen Unternehmenszielen. In der Firmenphilosophie der Bechtle AG sind die wesentlichen Elemente dieser kulturellen Grundprägung des Unternehmens verankert. Mit der Vision 2020 verfolgt die Bechtle AG das ehrgeizige Ziel, mit 10.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 5 Mrd. € zu erzielen. Das angestrebte profitable Wachstum geht dabei zwangsläufig Hand in Hand mit dem Eingehen geschäftlicher Risiken. Dem muss auch die Risikopolitik der konzernlagebericht bechtle Bechtle AG Rechnung tragen. organisation Die Risikomanagement-Organisation bildet den institutionellen Rahmen für das Risikomanagement. Entsprechend dem organisatorischen Aufbau der Bechtle-Gruppe findet beim Risikomanagement eine klare Trennung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten zwischen der Konzernholding und den operativen Tochtergesellschaften statt. Die Holding hat in ihrem Controlling ein geeignetes Berichtswesen aufgebaut, das die frühzeitige Identifizierung erfolgsgefährdender Entwicklungen ermöglicht. Auf dieser Grundlage wurden geeignete Vorgaben für die Tochtergesellschaften festgelegt, die bei systematischer Anwendung zu einem sachgerechten und effektiven Risikomanagement führen. Somit liegt ein wesentlicher Teil der Verantwortung bei den Geschäftsführern („Risk Owner“). Dieses Grundverständnis entspricht im Übrigen der Dezentralität des Geschäftsmodells und der Führungsphilosophie der Bechtle AG. Funktional lassen sich im Rahmen der Risikomanagement-Organisation unterscheiden: − Prozessunabhängige Überwachung Diese umfasst die Kontrolle der Funktionsfähigkeit aller Prozesse. Ein wichtiger Teil der prozessunabhängigen Überwachung ist die interne Revision (Innenrevision). Sie prüft nachträglich das betriebliche Geschehen im Hinblick auf Ordnungs- und Zweckmäßigkeit. Die gesetzliche Grundlage für die Tätigkeit der internen Revision ergibt sich aus § 91 Abs. 2 AktG. Bei der Bechtle AG werden Aufgaben der internen Revision fortlaufend im Rahmen der Durchsicht der Monatsabschlüsse sowie anlassbezogen im Bereich Konzernrechnungswesen wahrgenommen. Die Eignung des vom Vorstand eingerichteten Risikofrüherkennungssystems sowie die Wirksamkeit der Einzelmaßnahmen zur Risikosteuerung und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems werden vom Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung und unterjährig durch die Unternehmensleitung beurteilt. − Frühwarn- und Überwachungssystem Die Struktur der Systeme ist auf die strategischen und operativen Bedrohungen ausgerichtet und gewährleistet die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements und der sonstigen Unternehmensprozesse. Frühwarnsysteme sind Instrumente, die das Unternehmen dabei unterstützen, Risiken und Chancen rechtzeitig zu identifizieren. Bei der Identifikation latenter Risiken richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf Frühindikatoren. Unter Überwachung wird dabei die kontinuierliche Überprüfung der Wirksamkeit, Angemessenheit und Effizienz der Maßnahmen einschließlich notwendiger Kontrollstrukturen im Hinblick auf die identifizierten Risiken verstanden. 85
