Dr. Manfred Bischoff, Vorsitzender des Aufsichtsrats Zusätzlich zur Erörterung des Geschäftsverlaufs und des Ergebnisses im zweiten Quartal befasste sich der Aufsichtsrat in der Sitzung im Juli wie auch in weiteren Sitzungen mit laufenden rechtlichen Verfahren. Er nahm ferner vom Prüfungsausschuss einen detaillierten Bericht zum Stand der Untersuchung der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC und des US-Department of Justice (DOJ) entgegen. Weiterhin setzte sich der Aufsichtsrat in Anwesenheit des unabhängigen Compliance-Beraters mit dem Stand der Weiterentwicklung der umfassenden Compliance-Organisation auseinander, einschließlich der begleitenden Maßnahmen zur Kommunikation, Schulung und Überarbeitung bestehender Verhaltensregeln. Abschließend behandelte der Aufsichtsrat die beabsichtigte Neugestaltung des Planungsprozesses des Unternehmens. Während des zweitägigen Strategieworkshop im September unterrichtete sich der Aufsichtsrat umfassend zu den folgenden Themen: die Umsetzung der vom Vorstand im Vorjahr aufgezeigten strategischen Ausrichtungen der Daimler AG unter Berücksichtigung der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die hierzu initiierten Vorhaben der einzelnen Geschäftsfelder, die Positionierung des Unternehmens und seiner Geschäftsfelder im Wettbewerb sowie die Produktstrategie. Besondere Schwerpunkte bildeten die Wachstumschancen in sich entwickelnden Märkten, die technologische Entwicklung bei Verbrennungsmotoren, elektrische Antriebe, Hybride und wasserstoffbetriebene Antriebe, die neuesten Trends im Konsumentenverhalten sowie die gesamte Technologie- und Marktstrategie zur Sicherstellung nachhaltiger Mobilität. Im Oktober genehmigte der Aufsichtsrat finanzielle Mittel zur Optimierung und Neuausrichtung des operativen Geschäfts von Daimler Trucks North America, die aufgrund der Entwicklungen auf dem nordamerikanischen Nutzfahrzeugmarkt notwendig geworden waren. Darüber hinaus diskutierte er intensiv mit dem Vorstand die sich verschärfende Finanzkrise im Hinblick auf deren Auswirkungen auf die Automobilindustrie und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens. In diesem Zusammenhang wurden neben dem Absatzrückgang in wesentlichen Märkten auch die Rohstoffpreisentwicklung, die Auswirkungen von Währungseffekten, die Neueinschätzung von Fahrzeugrestwerten und die Abhängigkeit von Lieferanten erörtert. Im Dezember behandelte der Aufsichtsrat die Operative Planung für die Jahre 2009/2010 und beschloss den Finanzierungsrahmen für das Geschäftsjahr 2009. Aufgrund der beträchtlichen Unsicherheiten in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung in den Jahren 2009 und 2010 wird der Vorstand dem Aufsichtsrat die notwendigen Planungsanpassungen zeitgerecht vorlegen. Im Zusammenhang mit der Planung erörterte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand auch die Umsetzung von Effizienzprogrammen in allen Geschäftsfeldern sowie notwendige Anpassungen im Produktionsprogramm und deren Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation. Ferner genehmigte der Aufsichtsrat ein Joint Venture des Geschäftsfelds Daimler Trucks mit Foton in China, den Erwerb einer Beteiligung am russischen Lkw-Hersteller Kamaz und die strategische Allianz mit Evonik zur Entwicklung und Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien. Weitere wichtige Themen der Dezembersitzung waren Personalangelegenheiten des Vorstands, ein Bericht des Vorstands zum Risikomanagementsystem und zu den identifizierten Risiken, verschiedene Corporate Governance-Sachverhalte sowie die Auswirkungen des im Entwurf vorliegenden Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes. Corporate Governance. Im Jahresverlauf befasste sich der Aufsichtsrat in mehreren Sitzungen mit Themen der Corporate Governance. Die Ergebnisse der erstmals extern durchgeführten Effizienzprüfung des Aufsichtsrats und die hieraus abzuleitenden Maßnahmen wurden in der Aprilsitzung detailliert thematisiert. Mit der Aufsichtsratssitzung im Juli wurde ein institutionalisierter Tagesordnungspunkt »Executive Session« eingeführt, um in Übereinstimmung mit der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats die Möglichkeit zu bieten, Themen auch in Abwesenheit des Vorstands besprechen zu können. Corporate Governance | Bericht des Aufsichtsrats | 135
