Report Investor: Q-Cells SE Geschäftsbericht 2008

8 Vorwort geschäftsbericht 2008 Regierungen rund um die Welt, die Photovoltaik in ihren jeweiligen Ländern zu unterstützen. Das beste Beispiel dafür ist sicherlich die neue US-Regierung unter Präsident Obama. Die Förderung Erneuerbarer Energien – und die aus Deutschland und anderen Ländern bekannte Schaffung von Arbeitsplätzen, die damit erreicht wird – ist integraler Bestandteil der Konjunkturprogramme, die den USA helfen sollen, den Weg aus der Krise und in eine neue energiepolitische Ära zu finden. Und dass mit Steven Chu nicht nur ein Nobelpreisträger, sondern auch ein vehementer Verfechter der Erneuerbaren Energien als zuständiger Minister berufen wurde, ist sicherlich ein gutes Zeichen. Kurzfristig wird die Industrie natürlich von der weltweiten wirtschaftlichen und finanziellen Situation beeinflusst. Das Bild, das wir von der Nachfrageentwicklung auf den Märkten im Jahr 2009 haben, ist nach wie vor noch nicht völlig klar, vor allem, wenn es um die Finanzierung von Großprojekten und die Geschwindigkeit von Entwicklungen auf bestimmten Märkten geht. Dennoch sind einige dieser Entwicklungen bereits zu erkennen. In Deutschland, dem Markt, der im Jahr 2009 erneut die führende Rolle einnehmen wird, erwarten wir ein starkes Wachstum, vor allem im Auf-Dach-Markt. Deutschland bietet das Beispiel einer vernünftigen Politik zur Förderung der Photovoltaik. Das System der Einspeisevergütungen, die attraktive, aber nicht übermäßige Renditen garantieren und jährlich abgesenkt werden, hat sich als die effektivste Methode erwiesen, Märkte für die Erneuerbaren Energien und insbesondere die Photovoltaik zu öffnen. Solche vernünftigen politischen Regelungen helfen, diese Energieformen wettbewerbsfähig zu machen. Daher hat der deutsche Bundestag im Juli 2008 beschlossen, das erfolgreiche Erneuerbare-EnergienGesetz fortzuführen und in einer Weise anzupassen, die die starke Entwicklung der deutschen PV-Industrie nicht gefährdet. Nach einer Anfang März 2009 veröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums hat die Branche bereits 57.000 qualifizierte Arbeitsplätze im Land geschaffen. Angesichts der teilweise heißen Diskussionen und der Aktivitäten der Gegner der Solarenergie war es eine durchaus mutige und äußerst weitsichtige Entscheidung der Volksvertreter, diese Regelung fortzuführen. Ein negatives Gegenbeispiel ist Spanien, wo das Marktwachstum in diesem Jahr durch die Politik drastisch beschränkt wird. Das ist Ergebnis einer Stop-and-Go-Politik, die der Entwicklung des dortigen Solarmarkts und der Industrie nicht gerade förderlich ist, und die auch die wesentlichen zukünftigen Probleme der Energieversorgung nicht verantwortungsvoll angeht. Es gibt eine ganze Reihe weiterer europäischer Märkte, auf denen die Zeichen auf Wachstum stehen. Das ist in erster Linie Italien, aber auch in Frankreich, Griechenland und einigen mittel- und osteuropäischen Staaten wie Bulgarien und Tschechien wird ein deutliches Marktwachstum erwartet. In den USA wird der Markt nicht nur durch die Steuererleichterungen gestützt, die Ende 2008 verlängert wurden, sondern auch durch ein ganzes Bündel an Maßnahmen zur Förderung der Photovoltaik, die als Teil der Konjunkturprogramme vom Kongress und von Präsident Obama beschlossen wurden. Gute Nachrichten gibt es auch aus Japan. Das „Mutterland“ der Photovoltaik-Förderung, dessen Binnenmarkt in den vergangenen Jahren stagnierte, wird seine Anstrengungen nach Angaben der Regierung wieder verstärken. Und auch in anderen großen asiatischen Wachstumsmärkten der Zukunft wie Indien und China gibt es positive Zeichen. In der ersten Hälfte des Jahres stellen die Märkte die Industrie vor Herausforderungen. Aufgrund eines kurzzeitigen Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage und einer kurzfristigen Nachfrageschwäche durch die Unsicherheiten in der Projektfinanzierung und die gesamtwirtschaftliche Situation, sind die Lagerbestände gewachsen und die Preise in den vergangenen Monaten gefallen. Darüber hinaus erleben wir die Rückkehr der saisonalen Effekte in den Photovoltaik-Märkten. Angesichts des Zusammenspiels der wirtschaftlichen Unsicherheiten und der saisonalen Effekte wird sich der Markt in der ersten Jahreshälfte 2009 sowohl bei den Installationen als auch beim Industriewachstum langsam entwickeln. Wir erwarten, dass sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte ändert. Die fallenden Preise üben zwar Druck auf die

Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download