12 Vorwort geschäftsbericht 2008 weitere wesentliche entwicKlungen Wir haben im vergangenen Jahr organisatorisch der zunehmenden Internationalisierung des Geschäfts Rechnung getragen und den Formwechsel in eine europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea/SE) durchgeführt. Wir haben eine entsprechende Mitarbeitervereinbarung unterzeichnet. Die Hauptversammlung hat dem Formwechsel am 26. Juni 2008 in Leipzig zugestimmt. Im Beisein von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, haben wir im August des Jahres das reiner-lemoineforschungszentrum auf unserem Firmengelände feierlich eröffnet. Neben Mess- und Chemielaboren für unsere mehr als 250 Technologen beherbergt das Zentrum, in das Q-Cells knapp 46 Mio. € investiert hat, eine hoch moderne flexible Produktionslinie für Solarzellen, in der sowohl Verbesserungen am bestehenden Zellkonzept als auch ganz neue Generationen von Zellen unter Industriebedingungen entwickelt und getestet werden können. Wir erwarten von unserem neuen Forschungszentrum, dass wir unsere Forschungs- und Entwicklungskompetenz noch einmal deutlich ausbauen können. Wir haben darüber hinaus begonnen, eine Stiftungsprofessur für Photovoltaik am Fachbereich Physik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einzurichten und gemeinsam mit der Hochschule Anhalt (FH) im nahe gelegenen Köthen einen dualen Studiengang entwickelt. Der erste Jahrgang angehender bachelors of engineering im fach solartechnik hat im Oktober 2008 das Studium und die Tätigkeit für Q-Cells bzw. die Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen. Wenn es um die Weiterentwicklung der Technologie geht, ist die Branche insgesamt gefragt, und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Daher hat sich die Q-Cells am „solarvalley mitteldeutschland“ beteiligt. Dabei handelt es sich um einen Verbund aus 26 Unternehmen, vier Hochschulen und sieben Forschungseinrichtungen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, die sich am ersten Spitzencluster-Wettbewerb der Bundesregierung beteiligt haben – und dabei erfolgreich waren. Ziel des Verbunds ist es, durch Entwicklungen in allen Bereichen, mit Schwerpunkt auf kristalliner Siliziumtechnologie, die Kosten der Photovoltaik deutlich zu reduzieren und so schneller die Netzparität zu erreichen. Insgesamt stehen aus Bundesmitteln, ergänzenden Landesgeldern und Mitteln der beteiligten Unternehmen 120 Mio. € über die kommenden fünf Jahre zur Verfügung. Damit tragen die Beteiligten dazu bei, dass Mitteldeutschland seine Spitzenposition in der globalen Solarbranche weiter ausbauen kann. Ebenfalls von großer Bedeutung für die zukünftige Entwicklung ist die Versorgung mit Rohstoffen. Ein bedeutendes Potenzial bezüglich Kostensenkung und Verfügbarkeit sehen wir durch den Einsatz direkt gereinigten metallurgischen Siliziums als Alternative zum herkömmlichen Polysilizium. Q-Cells hat eine umfangreiche Expertise erworben, was die Verarbeitung dieses Materials und seinen Einsatz in der Zellherstellung angeht. Auf der Basis umfangreicher Forschung und Entwicklung sowie gemeinsam mit Kunden durchgeführter Tests und Zertifizierungsmaßnahmen, haben wir Vereinbarungen über die Lieferung dieses kosteneffizienten und deutlich weniger energieintensiv herzustellenden Materials abgeschlossen. In diesem Zusammenhang haben wir auch unsere Produktpalette um die neue „Q6LEP3“-Zelle erweitert, dieses Produkt in den Markt eingeführt und erste Verkaufsverträge abgeschlossen. Diese Entwicklung kann in Zukunft sehr wichtig werden, und wir planen, dieses Produkt entsprechend der Anforderungen der Märkte mit der Zeit in den Markt einzuführen. Q-Cells erwies sich auch 2008 als ausgezeichnetes Unternehmen. So gelang es uns, beim ersten Antreten auf die vom „Good Place to work“-Institut und der Zeitschrift Capital erstellte Liste von „deutschlands besten arbeitgebern“ zu kommen. Persönlich besonders gefreut hat mich die Auszeichnung als „ökomanager des Jahres 2008“. Dieser Titel wird verliehen vom WWF Deutschland, dem BAUM e.V. und – erneut – der Zeitschrift Capital. Das Land SachsenAnhalt hat mich darüber hinaus mit dem Verdienstorden des Landes für unseren Beitrag zur Entwicklung der Region
