16 Kurze geschichte des eleKtrischen stroms um 600 V. ch. ... rieb der griechische philosoph thales Von milet ein stücK bernstein an einem tierfell. danach blieben federn am bernstein haften. dass der sich statisch aufgeladen hatte, Konnte thales Von milet allerdings noch nicht erKlären. um 1600 ... wiederholte der brite william gilbert die bernstein-experimente und Verwendete zum ersten mal den begriff „eleKtrisch“. 1672 ... baute der deutsche physiKer otto Von guericKe seine „eleKtrisiermaschine“. sie bestand aus einer drehbaren schwefelKugel, die funKen erzeugte – der erste eleKtrostatische generator. 1752 ... wies der ameriKanische forscher und politiKer benJamin franKlin mit einem drachenexperiment nach, dass blitze etwas mit eleKtrizität zu tun haben – dabei erfand er den blitzableiter. 1800 ... erfand der italiener alessandro Volta die Volta´sche säule – dünne zinK- und Kupferscheiben, die durch mit salzlösung getränKte pappscheiben Von einander getrennt wurden, Vorläufer unserer heutigen batterien. 1866 ... erfand der deutsche ingenieur werner Von siemens die dynamomaschine und eröffnete damit die ära, in der eleKtrischer strom massenhaft erzeugt werden Konnte. ab 1877 ... erfand, entwicKelte und Verbesserte der ameriKaner thomas edison Verschiedene eleKtrische geräte, die den siegeszug der eleKtrizität begründeten: telefon, Kinetograph und glühlampe sind die beKanntesten. er entwicKelte erste KraftwerKe und eleKtrifizierte new yorK. 1897 ... entwicKelte ferdinand braun die braun`sche röhe – grundlage des fernsehers. 1905 ... erKlärte albert einstein mit hilfe der Quantentheorie den photoeleKtrischen effeKt, den alexandre becQuerel erstmals 1839 beobachtet hat: es sind lichtteilchen, die eleKtronen aus einer metalloberfläche freisetzen und halbleiter leitend machen. das war die theoretische basis für die photoVoltaiK. 1911 ... entdecKte der niederländer heiKe Kamerlingh onnes den effeKt der supraleitung. 1948 ... wurde der transistor entwicKelt – letztlich die geburtsstunde der modernen leistungseleKtroniK. 1954 ... lieferte die erste solarzelle aus silizium eleKtrischen strom. ab 1958 Versorgen solarzellen satelliten mit eleKtrischer energie. 1983 ... wurde das erste solarKraftwerK in deutschland auf der insel pellworm mit 300 Kilowatt leistung errichtet. Dabei tauchte sie in der Geschichte der Nutzung der Elektrizität erst spät auf. 1883 sollen die Deutschen Werner von Siemens und Johann Halske einen einpoligen Stecker erfunden haben, wenig später die Gebrüder Fein aus Stuttgart einen zweipoligen. Der Amerikaner Harvey Hubbell meldete unter der Nummer US 774250 im Jahre 1904 eine „Vorrichtung zum Anschluss an das Stromnetz“ zum Patent an. Steckdosen waren das allerdings alles noch nicht. Den Strom für das Bügeleisen – damals das einzige mobile elektrische Haushaltsgerät – nahmen die Privathaushalte ab 1895 von dem Lampenanschluss an der Decke ab. Dazu wurde die Glühlampe aus der Lampenfassung herausgedreht und ein Adapter mit Edisongewinde in die Lampenfassung geschraubt – richtig, jetzt stand man im Dunkeln. An diesem Adapter hingen aber zwei Leitungen: eine davon mit einer Glühlampenfassung, in die man wieder eine Glühlampe schrauben konnte – jetzt wurde es wieder hell – und eine mit zwei Buchsen. Hier kamen die Anschlussstecker des Bügeleisens hinein. Erst in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann die breite Elektrifizierung der Privathaushalte und damit die Installation von Steckdosen, wie wir sie heute kennen. Damit konnten erstmals mobile elektrische Geräte in jedem Raum der Wohnung betrieben werden. Wenn man so will, bestand die epochale Wirkung der Steckdose darin, dass sie die Stromnutzung mobilisierte. Sie wurde zu der einfach zu bedienenden „Energietankstelle“, wie wir sie heute kennen. Eine Energietankstelle, die in jedem Raum der Wohnung mehrfach zur Verfügung steht – Stecker rein und Schalter an. Nur so ist die Nutzung von mobilen Haushaltsgeräten wie Bügeleisen und Staubsauger erst möglich. Netzunabhängige Geräte – Notebook, Handy, Akkuschrauber – sind wirklich unabhängig nur für wenige Stunden. Dann heißt es wieder: ab an die Steckdose.
