Report Investor: Q-Cells SE Geschäftsbericht 2008

Konzernlagebericht 87 risiKobericht Neben unserer klaren strategischen Ausrichtung und dem langfristigen Marktpotenzial stützt ein Risikomanagementsystem den Fortbestand und die positive Weiterentwicklung des Q-Cells-Konzerns. risiKomanagementsystem Die Q-Cells versteht Risikomanagement nicht ausschließlich als Risikominimierung, sondern sieht vielmehr auch die enthaltenen Chancen. Deswegen beschäftigt sich die Q-Cells positiv mit Risiken, nimmt diese aktiv an und leitet daraus Chancen ab. Unser Risikomanagementsystem ist somit nicht nur ein wichtiges Instrument zur Absicherung, sondern auch zur Erreichung unserer Unternehmensziele und zur Zukunftssicherung. Die Chancen und Risiken viel versprechender Technologieansätze werden in einem umfangreichen Due Diligence Prozess beurteilt, um dann bei positiver Entscheidung zunächst in die Stufe der Pilotproduktion zu investieren (ca. 25 MWp Kapazität). Nach Validierung der Ergebnisse erfolgt dann gezielt der weitere Kapazitätsausbau. Das Risikomanagementsystem der Q-Cells dient der Identifizierung, Kontrolle, Steuerung und Bewältigung eingegangener Risiken. Zusammenhänge und Interdependenzen der Einzelrisiken sind der Q-Cells bewusst. Gegenmaßnahmen werden insbesondere auf ihre Effektivität hin überprüft. Bei Identifizierung eines neuen wesentlichen Risikofaktors erfolgt eine sofortige Risikomeldung an den Vorstand. Die Ablaufprozesse sind transparent gestaltet und alle Risikoverantwortlichen für die zugewiesenen Beobachtungsfelder in die Risikokommunikation einbezogen. Dies ist die ständig aktualisierte Basis für ein permanent gelebtes Risikobewusstsein, getragen von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Durch die zeitnahe Rückkoppelung der erzielten Produktions-, Qualitäts-, Absatz- und Finanzergebnisse und einer Gegenüberstellung mit den geplanten Werten informiert sich das Management laufend und gezielt über mögliche Risiken. Die mit Unterstützung einer auf die Q-Cells zugeschnittenen Risikosoftware erstellten Steuerungs- und Kontrollmechanismen bilden regelmäßig die Entscheidungsgrundlage für das Management. Das Risikomanagement wird permanent weiterentwickelt, sich ändernden Umfeldbedingungen zeitnah angepasst und zu einem konzernweiten Risikomanagement ausgebaut, das die Tochtergesellschaften und Beteiligungen mit einbezieht. Mit Aufnahme der Massenproduktion in den Tochtergesellschaften und Mehrheitsbeteiligungen erfolgt eine Ausweitung des vollumfänglichen Risikomanagements der Q-Cells auf diese Gesellschaften. Ein Baustein des Risikomanagements der Q-Cells sind die abgeschlossenen Versicherungen. Wesentliche Risiken wie Sachanlageschäden oder Betriebsunterbrechungen sind durch entsprechende Versicherungen abgedeckt. Wir überprüfen den Versicherungsschutz laufend und flankieren ihn durch präventive Maßnahmen. wesentliche risiKen beschaffungsmarkt Hochreines Silizium als wichtigster Rohstoff für die Solarindustrie war in den vergangenen vier Jahren der limitierende Faktor des Branchenwachstums. Neben der Solarindustrie ist die Halbleiterindustrie die wichtigste Abnehmerbranche für hochreines Silizium. Die hohen Wachstumsraten der Solarindustrie führten in den Jahren 2005 bis 2008 zu einem erheblichen Nachfrageüberhang sowie einer Knappheit an hochreinem Silizium und des Folgeproduktes Silizium-Wafer im Markt. Gegen Ende des Jahres 2008 zeichnete sich eine Entspannung der Knappheit ab, die sich in deutlich sinkenden Preisen für kurzfristige Lieferungen zeigte. Diese Preisbewegung ist zum Einen eine Reaktion auf die sinkenden Preise für Solarmodule und zum Anderen auf den Ausbau der Produktionskapazitäten zur Siliziumreinigung durch etablierte Hersteller bzw. den Markteintritt neuer Unternehmen. Darüber hinaus sank die Nachfrage der Halbleiterbranche auf Grund des schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes. Vor diesem Hintergrund rechnen wir im Laufe des Jahres 2009 mit einer weiteren Entspannung der Beschaffungssituation.

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