Report Investor: Q-Cells SE Geschäftsbericht 2008

Vorwort geschäftsbericht 2008 7 für die Entwicklung unseres Unternehmens und der Photovoltaik-Industrie insgesamt war 2008 ein Jahr des rasanten Wachstums. Es stand jedoch auch zunehmend im Zeichen der weltweiten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen, die die Branche besonders gegen Ende des Jahres zu spüren bekam. Trotz dieser kurzfristigen konjunkturellen Schwierigkeiten nehmen die Grundlagen für die Entwicklung der Industrie weiter an Bedeutung zu. Wir erwarten, dass dies in Zukunft ein wesentlicher Treiber der Nachfrage sein wird. Kurzfristig stehen die Branche und Q-Cells als der weltweit führende Hersteller von Solarzellen natürlich vor neuen Herausforderungen. Während wir uns auf das rasante Wachstum vorbereiten, das wir mittelfristig erwarten, müssen wir unser Unternehmen erfolgreich durch die wirtschaftliche und finanzielle Situation navigieren, in der sich die Weltwirtschaft derzeit befindet. Kurzum: Herausforderung und Chance. Obwohl die globale Wirtschaftskrise die Photovoltaik-Industrie auf kurze Sicht nicht unbeeinträchtigt gelassen hat, hat sie die Grundlagen für das Wachstum der Solarenenergie nicht verändert. Wir sind nach wie vor mit der enormen Herausforderung konfrontiert, der globalen Erwärmung entgegenzuwirken. Die Erkenntnisse der Wissenschaft zeigen uns, dass sich die Situation weiter verschärft. Versorgungssicherheit bleibt ein zentrales Problem, die weltweite Nachfrage nach Energie wächst ständig an und die Energiepreise steigen langfristig, ungeachtet zeitweiliger Rückgänge des Rohölpreises. Dieser Trend wird sich in Zukunft durch steigende Kosten für CO2 -Emissionen vermutlich noch verstärken. Obendrein hat ein Großteil der Menschheit immer noch keinen Zugang zu elektrischer Energie und damit zu wirtschaftlicher Entwicklung. Die Entwicklung der Solarenergie wird von diesen grundlegenden Trends weiter vorangetrieben, die langfristig sehr wenige Alternativen erlauben. Darüber hinaus wird das wirtschaftliche Potenzial der Photovoltaik nunmehr für alle deutlich klarer erkennbar. Der wichtigste Grund dafür ist das Erreichen der „Grid Parity“, also Netzparität, in wichtigen Märkten in den nächsten Jahren. Das bedeutet, dass in absehbarer Zeit die Gestehungskosten von Strom aus einer Solaranlage den Preis er- reichen oder unterschreiten, den private, kommerzielle und industrielle Kunden für „Strom aus der Steckdose“ zahlen. Basierend auf der Annahme eines moderaten Preisanstieges für Strom sowie der Fortschreibung der bisherigen Lernkurve der PV-Industrie wird die „Grid Parity“ bis zum Jahr 2012 voraussichtlich in mindestens 5 % aller europäischen Strommärkte erreicht werden, bis 2020 sogar in mindestens 60 %. Solarstrom wird dadurch wettbewerbsfähig, was zum Entstehen von Märkten mit enormem Wachstumspotenzial führt, die von staatlicher Förderung unabhängig sind. Die europäische PV-Industrie hat sich ein Ziel gesetzt, das diese schnelle – und notwendige – Entwicklung einberechnet: den Anteil der Solarstromerzeugung in der EU auf 12 % im Jahr 2020 zu steigern. Solche Märkte brauchen Veränderungen, sowohl in der Politik als auch in der Technik, etwa im Stromnetz oder der Speichertechnologie. Eine Marktdurchdringung von 4 bis 6 % ist sogar ohne wesentliche technologische Weiterentwicklungen machbar. Die notwendigen Veränderungen zu definieren und umzusetzen ist nicht nur die Aufgabe der Solarindustrie, sondern auch der Politiker sowie der Energiewirtschaft als Ganzes. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die Kombination aus der grundsätzlichen Notwendigkeit der Entwicklung der Solarenergie und dem Wissen, dass die „Grid Parity” in Reichweite ist, bestärkt auch

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