Report-Investor: Deutsche Bank AG - Geschäftsbericht 2008

01 Lagebericht Marktrisiko 97 Bei den Value-at-Risk-Analysen sollten ferner die Grenzen der zugrunde liegenden Methode nicht außer Acht gelas- sen werden. Insbesondere im Jahresverlauf 2008 sind viele dieser Beschränkungen offenkundig geworden, was zu der weiter unten erläuterten Zahl an Ausreißern geführt hat. Zu den begrenzenden Faktoren der Value-at-Risk- Methode zählen: — Die Verwendung historischer Daten als Grundlage für die Abschätzung zukünftiger Ereignisse kann dazu führen, dass nicht alle potenziellen Ereignisse erfasst werden, insbesondere solche, die ihrer Natur nach extrem sind. — Die Annahme, dass Änderungen in den Risikofaktoren einer Normalverteilung oder logarithmischen Normalvertei- lung folgen, kann sich im konkreten Fall als nicht zutreffend erweisen und zu einer Unterschätzung der Wahr- scheinlichkeit von extremen Marktbewegungen führen. — Die verwendeten Korrelationsannahmen können sich als nicht zutreffend erweisen, insbesondere während extremer Marktbewegungen. — Die Verwendung einer Haltedauer von einem Tag (beziehungsweise zehn Tagen für aufsichtsrechtliche Value-at- Risk-Berechnungen) unterstellt, dass alle Positionen in dem entsprechenden Zeitraum geschlossen oder abge- sichert werden können. Diese Annahme führt zu einer unvollständigen Erfassung des Marktrisikos während illiqui- der Zeitperioden, in denen ein Schließen oder Absichern der Positionen unter Umständen nicht möglich ist. Dies gilt insbesondere für die Verwendung einer Haltedauer von einem Tag. — Bei Verwendung eines Konfidenzniveaus von 99 % werden Verluste, die über dieses Niveau hinaus auftreten können, weder berücksichtigt noch wird über solche Verluste eine Aussage getroffen. — Wir berechnen den Value-at-Risk an jedem Handelstag zum Geschäftsschluss. Für untertägige Engagements nehmen wir keine untertägigen Value-at-Risk-Berechnungen vor. — Value-at-Risk erfasst nicht alle komplexen Einflüsse der Risikofaktoren auf die Werte von Positionen und Port- folios und kann demzufolge zu einer Unterschätzung potenzieller Verluste führen. So ist beispielsweise die Art und Weise, in der Sensitivitäten in unser Value-at-Risk-Modell einbezogen werden, unter Umständen nur für kleine Veränderungen der Marktparameter zutreffend. Im Bewusstsein um die Grenzen der Value-at-Risk-Methode ergänzt der Konzern seine Value-at-Risk-Limite durch zusätzliche positions- und sensitivitätsbezogene Limitstrukturen sowie durch Stresstests sowohl für einzelne Portfolios als auch auf konsolidierter Ebene.

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