02 Konzernabschluss Zusätzliche Anhangangaben 257 Grundkonzept des Marktrisikomanagements Der Konzern nutzt eine Kombination aus Risikosensitivitäten, Value-at-Risk, Stresstests und Messgrößen zum Ökonomischen Kapital, um Marktrisiken zu steuern und Limite zu setzen. Der Vorstand legt, unterstützt vom Market Risk Management als Teil der unabhängigen Legal, Risk & Capital- Funktion, ein konzernweites Value-at-Risk-Limit für die Marktrisiken im Handelsbuch fest. Market Risk Management teilt dieses Gesamtlimit auf die Konzernbereiche auf. Darunter werden die Limite auf die untergeordneten Geschäfts- sparten und Handelsportfolios sowie nach geografischen Regionen weiter aufgeteilt. Zusätzlich zu den wichtigsten Value-at-Risk-Limiten für das Marktrisiko wendet der Konzern Stresstest-, Ökonomi- sches Kapital- und Sensitivitätslimite an. Der Konzern überwacht das Ausfallrisiko einzelner Emittenten von Unternehmensschuldverschreibungen in seinen Handelsbüchern anhand einer spezifischen Limitstruktur, die von dem Traded-Credit-Products-Team gesteuert wird. Darüber hinaus bestehen Marktwert- und Ausfallrisikolimite für Bestandspositionen ausgewählter Geschäftseinheiten. Der Value-at-Risk-Ausweis des Konzerns für die Handelsgeschäfte erfolgt auf Basis eines eigenen internen Value-at- Risk-Modells. Im Oktober 1998 hat das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen, eines der Vorgängerinstitute der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, das Value-at-Risk-Modell zur Berechnung des regulatorischen Kapi- talbedarfs für das allgemeine und spezifische Marktrisiko genehmigt und die Modellgenehmigung wurde seitdem aufrechterhalten. Der Konzern analysiert beständig potenzielle Schwächen seines Value-at-Risk-Modells unter Zuhil- fenahme statistischer Techniken wie Backtesting, bezieht aber auch Auffassungen von Risikoexperten ein. Verbesse- rungen werden an den Bestandteilen des Value-at-Risk-Modells vorgenommen, die sich auf Bereiche beziehen, in denen in jüngerer Vergangenheit Verluste aufgetreten sind. Die Value-at-Risk-Angaben des Konzerns sind darauf ausgerichtet, eine einheitliche Darstellung des Marktrisikos sowohl für die interne Risikosteuerung als auch für die externe Offenlegung und für aufsichtsrechtliche Zwecke si- cherzustellen. Das Value-at-Risk-Limit für den Konzernbereich Corporate and Investment Bank lag Anfang 2008 bei 105 Mio €, wurde im Laufe des Jahres mehrfach angehoben und lag Ende 2008 bei 155 Mio € (basierend auf einem Konfidenzniveau von 99 % und einer Haltedauer von einem Tag, wie weiter unten beschrieben). Das Value-at-Risk- Limit für die Handelspositionen des Gesamtkonzerns betrug Anfang 2008 110 Mio €, wurde im Laufe des Jahres mehrfach angehoben und lag Ende 2008 bei 160 Mio € (basierend auf einem Konfidenzniveau von 99 % und einer Haltedauer von einem Tag). Die Erhöhung der Limite war erforderlich, um den Auswirkungen der beobachteten Marktdaten auf unsere Value-at-Risk-Berechnungen Rechnung zu tragen. Die Berichterstattung über die Marktrisiken des Konzerns wird unabhängig von den Aktivitäten der Risikoübernahme durchgeführt. Die Marktrisikoinformationsdaten, die in der Value-at-Risk-Berechnung genutzten Informationen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie die dazugehörigen Backtesting-Ergebnisse werden Market Risk Operations, das für das Marktrisikoreporting verantwortlich ist, vom Finanzbereich zur Verfügung gestellt.
