01 Lagebericht Segmentergebnisse 17 Die Erträge aus dem Kreditgeschäft betrugen im Gesamtjahr 1,3 Mrd € und lagen damit um 287 Mio € (29 %) über dem Vorjahreswert. Dieser Anstieg war zu einem großen Teil auf Marktwertgewinne bei Absicherungsgeschäften und einen höheren Zinsüberschuss durch den Transfer von Aktiva aus dem Emissionsgeschäft (Debt) zum Kreditgeschäft infolge der Umklassifizierungen aufgrund der Änderungen von IAS 39 zurückzuführen. Die Erträge aus Sonstigen Produkten beliefen sich im Gesamtjahr auf minus 661 Mio €. Dies entspricht einem Rück- gang von 510 Mio € gegenüber 2007. Diese Entwicklung war hauptsächlich auf Marktwertverluste bei Investments zurückzuführen, die Leistungen im Zusammenhang mit dem geschlossenen Versicherungsgeschäft von Abbey Life decken, das wir im vierten Quartal 2007 erworben haben. Dieser Effekt wird durch gegenläufige positive Beträge unter der Position Aufwendungen im Versicherungsgeschäft in den zinsunabhängigen Aufwendungen ausgeglichen und wirkt sich deshalb nicht auf das Ergebnis aus. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft umfasste im Gesamtjahr eine Nettozuführung von 402 Mio € nach einer Netto- zuführung von 102 Mio € im Vorjahr. In dem Anstieg sind Nettoneubildungen von 257 Mio € im Zusammenhang mit Krediten enthalten, die im Rahmen der Änderungen von IAS 39 umklassifiziert wurden. Zusätzlich fielen Neubil- dungen für Kredite an vorwiegend europäische Kunden an, die die Verschlechterung des Kreditumfelds wider- spiegeln. Die zinsunabhängigen Aufwendungen gingen gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Mrd € (31 %) auf 8,4 Mrd € zurück. Hauptursachen für diese Entwicklung waren niedrigere leistungsabhängige Vergütungen infolge des Geschäftsergeb- nisses sowie die vorgenannten Effekte im Zusammenhang mit Abbey Life, die zu Kostensenkungen von 389 Mio € führten. Die Einsparungen, die sich aus Maßnahmen zur Kostensenkung und aufgrund einer niedrigeren Mitarbeiter- zahl ergaben, wurden durch höhere Abfindungszahlungen ausgeglichen. Änderungen zu IAS 39 und IFRS 7, „Reclassification of Financial Assets“ Das Ergebnis im Berichtsjahr wurde durch die Anwendung von geänderten Regelungen des IAS 39 und des IFRS 7, „Reclassification of Financial Assets“, deutlich positiv beeinflusst. Das IASB hatte diese Anpassungen im Oktober 2008 verabschiedet. Danach wurden sie von der EU in europäisches Recht übernommen. Die Änderungen ermög- lichen eine Umgliederung bestimmter finanzieller Vermögenswerte aus den Bilanzkategorien „zum Fair Value bewertet“ und „zur Veräußerung verfügbar“ in die Bilanzposition „Forderungen aus dem Kreditgeschäft“. Voraussetzung für eine solche Umgliederung ist, dass das Management die bisher festgelegte Zweckbestimmung des Vermögenswerts ändert. Zum Zeitpunkt der Umgliederung müssen für den Vermögenswert zudem die Absicht und die Möglichkeit eines Haltens auf absehbare Zeit sowie die sonstigen Kriterien für eine Klassifizierung als Forderung aus dem Kredit- geschäft erfüllt sein. Wir haben im dritten und im vierten Quartal 2008 Vermögenswerte, die diese Kriterien erfüllt haben, in die Bilanz- position Forderungen aus dem Kreditgeschäft umgegliedert. Im dritten Quartal erfolgte dies zu den am 1. Juli 2008 vorliegenden Fair Values der Vermögenswerte. Im vierten Quartal wurden Vermögenswerte, für die eine Um- widmungsentscheidung bis zum 1. November vorlag, mit dem Fair Value vom 1. Oktober 2008 umgegliedert. Spätere Umgliederungen erfolgten zum Fair Value des jeweiligen Umwidmungszeitpunkts.
