Report-Investor: Deutsche Telekom AG - Geschäftsbericht 2009

wird. Die Zusammenführung von Festnetz und Mobilfunk in Deutschland ist ein bedeutsamer Baustein des Projekts „One Company“, mit dem der Konzern die Grundlage für die weitere Entwicklung der Deutschen Telekom schaffen will. Die integrierte Deutschland-Gesellschaft wird verantwortlich sein für 27 Mio. Festnetzanschlüsse – davon rund 13 Mio. mit DSL – und mehr als 39 Mio. Mobilfunkanschlüsse. Insgesamt arbeiten im operativen Segment Deutschland rund 85 000 Mitarbeiter. Eine erfolgreiche Beendi- gung des Projekts „One Company“ im zweiten Quartal 2010 erfordert wesentliche aufbau- und ablauforganisatorische Anpassungen. Sollten die geplanten Ziele nicht erreicht werden, besteht das Risiko, dass die Über- gangsphase länger als erwartet dauert und dass betriebliche Prozesse vorübergehend beeinträchtigt werden. Finanzwirtschaftliche Risiken. Die finanzwirtschaftlichen Risiken des Konzerns resultieren im Wesentlichen aus Liquiditätsrisiken, Ausfallrisiken sowie Währungs- und Zinsrisiken. Aufgrund von Transferbeschränkungen bzw. Gesellschafterbeschlüssen existieren risikobehaftete Geldanlagen von Tochtergesellschaften, insbesondere in Süd- und Osteuropa. Im Zuge der erstmaligen Vollkonsolidierung der OTE wurden darüber hinaus Geld- anlagen bei diversen überwiegend griechischen Banken übernommen und deutlich reduziert. Ziel ist es, diese Geldanlagen breiter zu streuen bzw. sukzessive in Staatsanleihen umzuschichten. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Deutschen Telekom sicherzustellen, hält die Deutsche Telekom eine Liqui- ditätsreserve in Form von Kreditlinien und Barmitteln vor. Hauptsächlich genutzte Instrumente der mittel- bis langfristigen Finanzierung sind Bonds und Medium Term Notes (MTN), jeweils in unterschiedlichen Währungen und Rechtsrahmen. Zum 31. Dezember 2009 stellten 24 Banken der Deutschen Telekom Kreditlinien mit einem Gesamtvolumen von 14,4 Mrd. € zur Verfügung. Die Situation an den internationalen Finanzmärkten hat sich während des Jahres 2009 deutlich entspannt. Der Zugang zu den internationalen Fremd- kapitalmärkten ist aus heutiger Sicht nicht akut gefährdet. Das Jahr 2009 war von erheblichen Neuemissionsvolumina geprägt. Die Deutsche Telekom konnte in 2009 in verschiedenen Märkten knapp 5,3 Mrd. € Fremdmittel aufnehmen. Während noch in 2008 diverse Banken die Kreditlinien nicht prolongiert hatten, teils aufgrund der Kapitallimitierungen im Zusammenhang mit der Bankenkrise, teils aufgrund der mit der Krise einhergehenden Konso- lidierung in der Bankenbranche, konnten die bilateralen Linien nach Februar 2009 alle verlängert werden. Das Langfrist-Rating der Deutschen Telekom hat sich gegenüber 2008 bei der Ratingagentur Fitch von A– auf BBB+ verändert. Moody’s und Standard & Poor’s bewerten die Deutsche Telekom weiterhin mit Baa1 bzw. BBB+. Der Ausblick ist bei allen drei Agenturen stabil. Ein verschlech- tertes Rating unter definierten Schwellenwerten hat höhere Zinsen bei einem Teil der emittierten Bonds und Medium Term Notes zur Folge. Werthaltigkeit des Vermögens der Deutschen Telekom. Der Wert des Vermögens der Deutschen Telekom und deren Tochterunternehmen wird regelmäßig überprüft. Zusätzlich zu den regelmäßigen jährlichen Bewer- tungen sind in bestimmten Fällen zusätzliche Werthaltigkeitstests durchzu- führen. Diese sind z.B. erforderlich, wenn infolge von Änderungen im Wirtschafts-, Regulierungs-, Geschäfts- oder Politikumfeld zu vermuten ist, dass sich der Wert von Goodwill, immateriellen Vermögenswerten oder Gegenständen des Sachanlagevermögens vermindert haben könnte. Ergebnis solcher Werthaltigkeitstests können entsprechende Wertminde- rungen sein, die aber nicht zu Auszahlungen führen. Das Ergebnis der Deutschen Telekom kann hierdurch in erheblichem Umfang gemindert werden; dies könnte den Kurs der T-Aktie und der ADS belasten. Insbesondere in den Ländern des operativen Segments Süd- und Osteuropa können sich zukünftige Entwicklungen der angespannten makroökono- mischen Lage, des anhaltend harten Wettbewerbs sowie die in einigen dieser Länder neu erhobenen bzw. angehobenen Mobilfunksteuern stärker und ggf. negativ auswirken. Aktienverkäufe des Bundes bzw. der KfW. Zum 31. Dezember 2009 hielt der Bund zusammen mit der KfW rund 31,7%, die Blackstone Group 4,4% der Anteile an der Deutschen Telekom. Am 24. April 2006 erwarb die Blackstone Group von der KfW Anteile am Grundkapital der Deutschen Telekom AG. Es ist nicht auszuschließen, dass der Bund seine Privatisierungspolitik fort- führt und sich von weiteren Beteiligungen kapitalmarktgerecht und unter Einbeziehung der KfW trennt – u. a. auch von Anteilen an der Deutschen Telekom AG. Die KfW hat am 16. Mai 2008 eine fünfjährige Umtauschanleihe auf Aktien der Deutschen Telekom AG begeben. Umtauschanleihen sind Schuldtitel, die der Gläubiger während einer vorher festgelegten Periode zu einem vorher festgelegten Wandlungspreis in Aktien einer anderen Gesellschaft, im Falle der beschriebenen KfW-Umtauschanleihe in Namens- aktien der Deutschen Telekom AG, umtauschen kann. Bei Überschreitung des Wandlungspreises darf und bei Ausübung des Wandlungsrechts durch die Anleihegläubiger muss die KfW die ihr angedienten Anleihen in Aktien der Deutschen Telekom AG umtauschen. Bei Fälligkeit der Anleihen hat die KfW das Recht, die Anleihen mit Aktien der Deutschen Telekom AG zurückzuzahlen. Das Volumen der Anleihe beläuft sich auf 3,3 Mrd. €, der Wandlungspreis beträgt 14,9341 €. 115Der Konzernlagebericht Risiko- und Chancenmanagement

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