HErBErt HainEr Der entscheidende Grund für den gesunkenen Gewinn im Jahr 2009 war der Rückgang der Bruttomarge um über drei Prozentpunkte auf 45,4%. Diesem Rückgang liegen drei Hauptursachen zugrunde. Erstens stiegen die Beschaffungskosten im Vergleich zum Vorjahr drastisch an. Dies erklärt sich aus den extrem hohen Rohstoffpreisen sowie dem signifikanten Lohnkostendruck im Jahr 2008, was sich auch auf unsere Beschaffungskosten 2009 auswirkte. Eine ähnliche Tragweite hatte die deutliche Abwertung des Rubels gegenüber dem US-Dollar, unserer funktionalen Währung für den russischen Markt. Da wir die Auswirkung auf den Umsatz nicht durch Preiserhöhungen kompensieren konnten, hat diese Entwicklung unser Bruttoergebnis um über 200 Mio.€ geschmälert. Zudem hatten wir zu Jahresbeginn Überbestände und mussten diese mit besonderen Maßnahmen und zu geringeren Margen abbauen. Die Überbestände waren die Folge von Produktbestellungen, zu denen wir uns verpflichtet hatten, bevor das volle Ausmaß der Finanzkrise Ende 2008 abzusehen war. Die konsequenten Maßnahmen zur Steigerung unserer betrieblichen Effizienz, die wir ab Ende 2008 und im Laufe des Jahres 2009 ergriffen haben, trugen sicherlich dazu bei, einige dieser Effekte abzumildern. Gleichzeitig mussten wir jedoch das richtige Gleichgewicht zwischen Kostensenkungen einerseits und Investitionen in Bereichen wie selbst kontrollierten Verkaufsflächen, Promotion- Partnerschaften und Produktinnovationen andererseits finden, um die Grundlage für zukünftiges Wachstum zu schaffen. Ich bin überzeugt, dass wir 2009 die richtige Balance gefunden haben und dass wir ab 2010 entscheidend von unseren Maßnahmen profitieren werden. HErBErt HainEr Obwohl der Konzernumsatz 2009 währungsbereinigt um 6% zurückgegangen ist, bin ich der Meinung, dass alle unsere Marken das Beste aus einer schwierigen Situation gemacht haben. Jede Marke hat in gewisser Hinsicht ihre Marktposition verbessert. Im Jahr des 60-jährigen Jubiläums war das besondere Highlight bei der Marke adidas die Sport Style Division. Diese glänzte mit einer währungsbereinigten Umsatzsteigerung um 9% auf das Rekord-niveau von 1,65 Mrd.€. Außerdem stellten wir erneut unsere Stärke in der Kategorie Fußball unter Beweis, als wir im vierten Quartal viele unserer Initiativen für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ vorstellten. Diese wirkten sich sofort positiv auf unseren Umsatz im Fußball aus, der im vierten Quartal ein währungsbereinigtes Plus von 27% vorzuweisen hatte. Bei Reebok sehen wir endlich – nach vier Jahren harter Arbeit – den ersten richtigen kommerziellen Erfolg, resultierend aus unseren Produkt- und Marketingmaßnahmen zur neupositionierung der Marke. Wir sind Vorreiter in der aufstrebenden Kategorie Muskelaktivierung, die unter Branchenexperten als die nächste Milliarden-Dollar-Kategorie gilt. Hier kam Reebok mit der Einführung des EasyTone™ ganz groß raus: 2009 übertrafen wir unser Umsatzziel gleich um das Dreifache und wir erwarten, im Jahr 2010 mehrere Millionen Paar Muskelaktivierungsschuhe zu verkaufen. Bei TaylorMade hat sich unsere einzigartige Pipeline an innovativen Produkten als außerordentlich erfolgreich erwiesen. Wir haben unsere Führungsposition auf dem Metallholzmarkt weiter ausgebaut und in einigen Kategorien erhebliche Marktanteile hinzugewonnen, allen voran bei Eisen. In dieser Kategorie sind wir jetzt in den USA zum Marktführer avanciert. FragE Die Profitabilität ging im Jahr 2009 deutlich zurück. Worin sehen Sie die Hauptgründe für diese Entwicklung? FragE Was waren für Ihre wichtigsten Marken die Highlights des Jahres 2009? an unsErE aktionärE Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden 19
