FINANZMARKTKRISE :: Mit der Kapitalmarktkrise sind po- tenzielle Risiken für die 4SC AG verbunden. Obwohl das Unternehmen konservativ agiert, kann die Finanz- marktkrise eine negative Wertentwicklung bei der Anlage liquider Mittel, Währungsschwankungen oder den Ausfall offener Forderungen zur Folge haben. Die deutlich gesun- kenen Zinsen am Kapitalmarkt haben im Berichtsjahr das Finanzergebnis geringer ausfallen lassen als im Vorjahr. Denkbar ist auch eine weiter verringerte Liquidität der 4SC-Aktie. Der Ausstieg einzelner Investoren kann die Entwicklung des Aktienkurses belasten. Folglich kann die Aktie insbesondere bei internationalen institutionellen Investoren an Attraktivität verlieren. 7.2.6 ADMINISTRATIVE UND SONSTIGE RISIKEN SCHLÜSSELPERSONAL UND KNOW-HOW-TRÄGER :: Der Erfolg der 4SC AG hängt stark von den Führungskräften sowie dem wissenschaftlichen und technischen Fachpersonal in Schlüsselpositionen ab. Viele dieser Mitarbeiter verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und sind schwer zu ersetzen. Der Wettbewerb um Fachkräfte ist in der Bio- techbranche sehr intensiv. Der 4SC AG ist es bisher im- mer gelungen, die wichtigsten Positionen mit geeigneten Mitarbeitern zu angemessenen Konditionen zu besetzen. Sollte das Unternehmen jedoch Führungskräfte oder wis- senschaftliches und technisches Fachpersonal in Schlüs- selpositionen verlieren, könnte sich dies nachteilig auf seine Wettbewerbsfähigkeit auswirken. RECHTLICHE RISIKEN :: Um die vielfältigen Risiken in den Be- reichen Gesellschafts-, Arbeits- und Steuerrecht, Patent- recht und sonstiges Recht auf ein Minimum zu reduzieren, fällt das Management der 4SC AG seine Entscheidungen nach Rücksprache mit externen und internen Experten. ANDERE RISIKEN :: Andere Risiken, die den Umweltschutz, die IT-Sicherheit, die Beschaffung, sowie generelle Sicher- heitsbestimmungen betreffen, werden als nicht signifikant eingeschätzt. Die 4SC AG hat organisatorische Vorkehrun- gen getroffen, um den entsprechenden Vorschriften nach- zukommen und die internen Prozesse zu steuern. 7.2.7 GESAMTBEURTEILUNG DER RISIKOSITUATION Trotz aller genannten Risiken sind aus heutiger Sicht keine Faktoren erkennbar, welche den grundsätzlichen Fortbestand der 4SC AG im Geschäftsjahr 2010 gefährden könnten. Die Gesellschaft ist davon überzeugt, dass trotz der identifizierten Risiken, die mit der Wirkstoffentwick- lung verbunden sind, die Chancen überwiegen. Dank der breiten und diversifizierten Pipeline ist die 4SC AG gut aufgestellt. Die zum Jahresende 2009 zusätzlich eingewor- benen Finanzmittel und die zu erwartenden Umsatzerlöse sichern die weitere Entwicklung der bestehenden Projekte. Die Finanzierung des Unternehmens ist über die nächsten zwölf Monate hinaus gesichert. 7.3 CHANCEN DER GESELLSCHAFT WERTSTEIGERUNG DURCH PROJEKTFORTSCHRITT :: Kurz- bis mittelfristig werden verschiedene Medikamentenkandi- daten der 4SC AG wichtige Meilensteine in der Ent- wicklung erreichen. Dies wird sich aller Wahrscheinlich- keit nach positiv auswirken, sowohl auf die Bewertung der einzelnen Projekte als auch auf den Gesamtwert der Gesellschaft. Dies gilt vor allem, wenn Projektkandidaten in die klinische Entwicklung eintreten oder eine Studien- phase erfolgreich abschließen. MEHRERE PROJEKTE AUS EINEM KANDIDATEN :: Forschungs- und Entwicklungsprojekte der 4SC AG haben in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass ein einzelner Ent- wicklungskandidat wie eine ganze Plattform wirken kann. Daraus können verschiedene Projekte mit diver- sen Produkten für unterschiedliche Indikationsgebiete entstehen. Dies kann zu einer jeweils kurzfristigen Erwei- terung der Projektpipeline und somit zu einer weiteren Risikodiversifizierung sowie zu einer Potenzial- und Wertsteigerung führen. Ein Beispiel dafür ist aktuell das Projekt Vidofludimus, das in den beiden Indikationen RA und chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen parallel weiterentwickelt wird. Aber auch in der Onkologie wird der Medikamentenkandidat Resminostat derzeit paral- lel in den zwei Indikationen HCC und HL in klinischen Studien untersucht. WERTSTEIGERUNG DURCH EXTERNE PARTNERSCHAFTEN UND LIZENZIERUNGEN :: Die 4SC AG befindet sich in regelmäßi- gem und intensivem Austausch mit potenziellen Pharma- partnern. Pharmaunternehmen schließen Kooperationen und Lizenzpartnerschaften für neue Produkte heute in immer früheren Entwicklungsstadien ab. Die Gründe: Einerseits laufen viele Patente zum Schutz bestehender Produkte aus,andererseits gab es bei Projektentwicklungen diverse Fehlschläge. Partnerschaften zwischen Pharma- und Biotechunternehmen werden darum zunehmend zu- gunsten der Biotechbranche gestaltet. Von diesem Trend dürfte langfristig auch die 4SC AG mit ihrem Projektport- folio profitieren. Darüber hinaus würden derartige Part- nerschaften die Entwicklungskandidaten der 4SC AG zu- sätzlich validieren und das Geschäftsmodell der 4SC AG unterstützen. ÜBERNAHME :: Große Pharmafirmen und Biotechunterneh- men haben aber nicht nur Interesse an der Einlizenzierung von Medikamentenkandidaten in frühen Entwicklungs- phasen. In den vergangenen Jahren sind sie wiederholt dazu übergegangen, Unternehmen mit attraktiven Tech- nologien oder Entwicklungskandidaten direkt zu akqui- rieren. Die gezahlten Prämien gegenüber dem aktuellen Marktpreis sind meist hoch. Davon könnten 4SC-Aktio- näre profitieren. LIZENZEINNAHMEN DURCH PATENTE :: Das sehr umfassende und gut positionierte Patentportfolio der 4SC AG kann zu zusätzlichen Lizenzeinnahmen führen, wenn Dritte im Rahmen ihrer eigenen Entwicklungen auf die Nutzung solcher Patentrechte angewiesen sind. Gewährt die 4SC AG die Nutzung dieser Patentrechte, bringt das Lizenzgebühren ein und verbessert so die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage der Gesellschaft. 48 :: Lagebericht :: Chancen- und Risikobericht :: Nachtragsbericht :: Prognosebericht
