Report-Investor: Ahlers AG - Geschäftsbericht 2009Report-Investor: Ahlers AG - Geschäftsbericht 2008 2009

32 Ahlers AG 2008/09 Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Entwicklung Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren im Berichtszeitraum durch die globale Wirtschaftskrise geprägt. Das erste Halbjahr stand ganz im Zeichen einer scharfen Re- zession mit stark reduzierter Wirtschaftstätigkeit. Im zweiten Halbjahr, angeregt durch milliardenschwere Konjunkturprogramme der Regierungen und eine expansive Geldpolitik, stabilisierten sich Produktion und Handel auf dem deutlich niedrigeren Niveau. In manchen Regionen und Branchen gab es bereits wieder erste schwache Wachstumstendenzen. Nach wie vor ist das wirtschaftliche Handeln aber durch Vorsicht geprägt, weil Unsicherheiten über die weiteren Entwicklungen bestehen. Probleme wie z.B. die Neuregulierung der in- ternationalen Finanzmärkte sind nach wie vor ungelöst und neue Risiken wie Kreditausfall- und Inflationsgefahren durch die Verschuldung der öffentlichen Haushalte entstehen und verstärken sich. Insgesamt ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Welt im Jahr 2009 um 1,1 Prozent (ifo-Institut) zurückgegangen. Im Euroraum schrumpfte das BIP mit 4,0 Prozent deutlich stärker (IfW) und in Mittel- und Osteuropa (inkl. Türkei) laut Commerzbank-Prognose (Dezember 2009) mit 5,5 Prozent sogar noch etwas mehr. Deutschlands Entwicklung lag im Trend der meisten europäischen Länder. Laut ifo-Institut ging das BIP 2009 hier um 4,9 Prozent zurück. Positivere Entwicklungen hatten dagegen viele asiatische Länder, besonders China, dessen Wachstum sich nur verlangsamte. Auch in Polen, einem für Ahlers wichtigen Absatzmarkt, stieg das BIP immerhin noch um 1,2 Prozent (Eurostat). Die staatlichen Konjunkturprogramme der meisten westeuropäischen Länder haben bewirkt, dass der private Konsum den BIP-Entwicklungen nur abgeschwächt folgte. Im Euroraum ging deshalb der private Konsum nur um 1,0 Prozent zurück. In Deutschland stieg dieser sogar leicht um 0,3 Prozent. Dass hier ein Zuwachs verblieb, war jedoch allein auf die Abwrackprämie und den dadurch gestiegenen Neuwagenkauf zurückzuführen. Nach Auslaufen der Förderung im Herbst 2009 sind auch die Konsumausgaben wieder deutlich gesunken. In Osteuropa haben der Schock der einsetzenden Krise, die extreme Liquiditäts- enge, der Wertverlust der meisten Ostwährungen und fehlende staatliche Stützungs- aktionen dazu geführt, dass die Einbrüche im privaten Konsum erheblich größer waren als die Rückgänge der jeweiligen BIPs. Die gesamtwirtschaftliche Situation schlug sich auch in der Modebranche spürbar nieder. Der deutsche Bekleidungseinzelhandel verzeichnete einen leichten Rückgang von 2,0 Prozent für das Geschäftsjahr 2008/09. War der Rückgang im Handelsumsatz in Deutschland noch moderat, so waren Modeunternehmen mit hohem internationalem Anteil erheblich stärker beeinflusst. Die größeren westeuropäischen Länder wie Frankreich, Niederlande, Österreich und Schweiz entwickelten sich ähnlich wie Deutschland. Der Großteil der Märkte hat aber schwache Handelszahlen mit teilweise Rückgängen im zweistelligen Prozentbereich zu vermelden. Insbesondere Russland, Italien, Großbritannien, Irland, Spanien, Portugal, die baltischen Staaten und die Ukraine verzeichneten deutliche Umsatzrückgänge im Textilein- zelhandel. Die Bekleidungsproduzenten dürften überall etwas größere Umsatzveränderungen als der Einzelhandel verzeichnen, weil die Retailer wegen der Verknappung der Liquidität ihre Bestände reduzierten und damit weniger bei den Produzenten nachbestellten.

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