Report-Investor: Balda AG - Geschäftsbericht 2009

Balda-Aktie und Investor Relations / Gesamtwirtschaftliche Entwicklung | 35 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Weltwirtschaft auf langsamem Erholungskurs Die Weltwirtschaft erlebte 2009 die schwerste Rezession seit dem Ende des zweiten Weltkriegs. Die größte Finanzkrise seit 1929 griff in vollem Umfang auf die Realwirtschaft über. Erst im Verlauf des zweiten Halbjahres 2009 verstärkten sich die Anzeichen für eine Bodenbildung. Allerdings zeigte sich die Weltkonjunktur vorerst gespalten. Während die Produktion in den Schwellenländern nach Aussagen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) bereits im Frühjahr wieder zu expandieren begann, fasste die Konjunktur in den Industrieländern aufgrund der Anpassungsprozesse der Finanzkrise nur zögerlich Tritt. Das Welt-Bruttoinlandsprodukt 2009 ist nach einem Zuwachs von 3,4 Prozent im Vorjahr um 0,8 Prozent geschrumpft. Eurozone erholt sich langsam Insbesondere die Industrienationen der Eurozone konnten sich den negativen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise nicht entziehen. Im Euroraum hat sich die wirtschaftliche Talfahrt im ersten Halbjahr 2009 zunächst fortgesetzt. Im dritten Quartal hat sie sich jedoch deutlich verlangsamt. Noch im März war das Stimmungs-Barometer auf ein Rekordtief von 64,6 Zählern gefallen. Laut der EU-Kommission hat sich die Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern im August überraschend aufgehellt. Das Barometer legte 4,6 Zähler auf 80,6 Punkte zu. Staatliche Konjunkturprogramme verhinderten einen massiven Einbruch der Wirtschaftskraft in der Eurozone. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2009 insgesamt um 4,0 Prozent gefallen (Vorjahr: plus 0,8 Prozent). Die Auftragseingänge der Industrie in der Währungsunion verzeichneten im Dezember 2009 einen Anstieg um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Dezember 2009 lag die Jahres-Inflationsrate bei 0,9 Prozent gegenüber 0,5 Prozent im November. Die durchschnittliche Jahresinflation der Eurozone belief sich 2009 auf 0,3 Prozent gegenüber 3,3 Prozent im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Berichtszeitraum rund 9,6 Prozent (Vorjahr: 7,5 Prozent). Deutsche Wirtschaft bricht massiv ein Das deutsche Bruttoinlandsprodukt reduzierte sich nach Berichten des Statistischen Bundesamts infolge der Rezession um 5,0 Prozent gegenüber einem Wachstum von 1,3 Prozent im Vorjahr. Einen Einbruch in dieser Dimension gab es zuletzt im Jahr 1932 mit Einbußen um mehr als sieben Prozent. Ausschlaggebend für den Rückgang der Wirtschaftsleitung waren die starken Einbrüche der Exporte. Die Ausfuhren gingen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2009 um über 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebung 1950. Die exportabhängige Nation ist von der Wirtschaftskrise besonders hart betroffen. Deutschland hat im Krisenjahr 2009 den Titel des Exportweltmeisters verloren. China ist im vergangenen Jahr endgültig vorbeigezogen. Deutschland hatte die Statistik sechs Jahre dominiert. Die Auftragseingänge erholten sich im zweiten Halbjahr, wenn auch auf niedrigem Niveau. Im Dezember der Berichtsperiode verzeichneten die Bestellungen aus dem Ausland ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die andauernde Rezession sowie die umfangreichen Konjunkturpakete der Bundesregierung steigerten das Staatsdefizit. Laut Statistischem Bundesamt belief sich die Neuverschuldung im Jahr 2009 auf 79,3 Milliarden Euro. Mit 3,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschritt das Defizit erstmals seit 2005 die Maastricht-Grenze. Der deutsche Arbeitsmarkt blieb im Krisenjahr relativ robust. Die Zahl der Erwerbslosen stieg im Dezember 2009 auf 3,3 Millionen im Vergleich zu 3,1 Millionen Erwerbslosen im Vorjahresmonat. Weltwirtschaft in Prozent 2009 -0,8 2008 3,4 -4 -2 0 2 4

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