Report-Investor: Balda AG - Geschäftsbericht 2009

Risikobericht | 53 Ökonomen, dass sich die von der internationalen Finanzkrise ausgehenden Risiken nicht verschärfen, sondern sich allmählich zurückbilden. Es bestehen allerdings weiterhin konjunkturelle Abwärtsrisiken. Sollte die Wirtschaft die Finanzkrise 2010 nicht weitgehend überwinden, könnte es zu negativen Rückpralleffekten kommen. Da der geld- und fiskalpolitische Spielraum mit den Hilfen 2009 erheblich enger geworden ist, bleibt weniger Raum für weitere staatliche Konjunkturprogramme. Die unterstellte leichte gesamtwirtschaftliche Belebung wäre auch gefährdet, wenn wichtige Länder zu früh ihre fiskalpolitische Konsolidierung einleiten. Auch Steuererhöhungen oder zu schnelle Zinserhöhungsschritte der Notenbanken und stark steigende Arbeitslosenzahlen könnten die Wachstumschancen nachhaltig belasten. Aufgrund dieser Unwägbarkeiten ist der Eintritt von Risiken aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld 2010 nicht auszuschließen. Absatzrisiken Die Auswirkungen der Finanzkrise und der Rezession sind schwer vorhersehbar. Eine weitere Beeinträchtigung der konjunkturellen Entwicklung könnte die Nachfrage privater Haushalte wie auch der gewerblichen Wirtschaft vor allem nach Mobiltelefonen und Elektronikprodukten verringern. Dieser Risikofaktor könnte das Absatzvolumen von Balda beeinträchtigen. Währungsparitäten Risiken könnten auch aus der Veränderung der Währungsparitäten von Euro und US-Dollar entstehen. Die in der amerikanischen Währung fakturierten Umsätze des Balda-Konzerns könnten sich durch eine weitere Schwächung des US-Dollars schmälern. Auch die wachsende Inflation durch die 2009 weltweit gewachsene Geldmenge stellt ein zusätzliches Risiko dar. Sie könnte den Einkauf von Rohstoffen der Gesellschaft, insbesondere von Zukaufteilen von Elektronik wie auch Kunststoffen verteuern. Kann die Gesellschaft keine höheren Preise am Markt durchsetzen, würden die Margen fallen. Politische Risiken Ein global agierendes Unternehmen ist stets Risikofaktoren aus der Weltpolitik ausgesetzt. Die hohe Staatsverschuldung der Länder weltweit verbunden mit einer möglichen Anhebung der Steuern könnte die weitere globale Entwicklung des Konsums behindern und die Umsätze für den Balda-Konzern reduzieren. Militärische Konflikte, wie in Afghanistan, dem Irak und dem Nahen Osten, kommen hier ebenso in Betracht wie der schwelende Konflikt zwischen Indien und Pakistan oder zwischen den Vereinten Nationen und dem Iran. Wenn sich diese Konfliktfelder verschärfen, verteuern sie den Preis von Rohöl wie auch anderer Rohstoffe. Sie belasten die Entwicklung der Börsen weltweit, erschweren die Kapitalbeschaffung und beeinträchtigen den Konsum. Insbesondere der Absatz von Mobiltelefonen und anderen Endgeräten kann gefährdet sein. Auch restriktive Gesetze der EU oder der Bundesrepublik für Mobilfunkfrequenzen und für den Mobilfunk allgemein aufgrund möglicher gesundheitlicher Risiken könnten die Absatzsituation der Balda-Unternehmensgruppe negativ beeinträchtigen. Des Weiteren können Lohnsteigerungen, wachsende Lohnnebenkosten und höhere Steuern sowie restriktive Landesgesetze, wie zum Beispiel im Umweltbereich, an jedem Produktionsstandort von Balda eintreten. Die sich daraus ergebenden Risiken treffen allerdings auch die Marktbegleiter des Konzerns. Marktrisiken Als weltweit tätiger Konzern ist Balda von der internationalen Konjunkturentwicklung abhängig. Diesen Marktrisiken begegnet das Unternehmen mit einem Bündel von Maßnahmen. Um die Absatzrisiken möglichst gering zu halten, passt der Konzern - soweit notwendig - beispielsweise seine Kapazitäten an. Die internationale Präsenz macht Balda unabhängiger von regionalen Krisen.

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