Report-Investor: Balda AG - Geschäftsbericht 2009

Risikobericht | 55 internationales Vertragsrecht spezialisierter Anwälte begrenzt der Konzern Risiken seiner Auslandsengagements zusätzlich. Regelmäßige Strategiemeetings sichern die Aktualität. Technologierisiken Nicht kalkulierte Kostenschwankungen in der Entwicklung und Produktion könnten ein Risiko darstellen. Dieses Risiko wird durch die zunehmend kundenspezifische Auftragsabwicklung reduziert. Balda ist intensiv in den Entwicklungsprozess des Kunden eingebunden und die Anforderungen der Abnehmer sind vergleichsweise früh bekannt. Der Konzern verfügt in der Entwicklung zudem über Kooperationen mit externen Partnern. Die Unternehmensgruppe kann so die technologische Entwicklung besser einschätzen und die daraus entstehenden Risiken minimieren. Leistungswirtschaftliche Risiken Kundenrisiken Der Erfolg des Konzerns hängt, wie oben bereits dargelegt, im Wesentlichen auch vom Markterfolg der Balda-Kunden ab. Aufgrund der Marktstrukturen arbeitet Balda im Geschäftsfeld MobileCom mit einer geringen Anzahl von Kunden zusammen. Ein Kunde hat einen sehr hohen Anteil am Produktionsvolumen in China. Risiken aus dieser Struktur könnten sich durch eine Verringerung oder durch das Wachstum des Geschäftsvolumens mit einem dieser Großkunden erheblich verstärken. Die zunehmend kritische Konjunktur wie Absatzsituation weltweit, die immer komplexer werdenden Produkte und steigende Kundenanforderungen erhöhen das Ausfallrisiko solcher Großkunden zusätzlich. Die Strategie der technologischen Diversifizierung vermindert diese Risiken durch das Erschließen neuer Kunden und neuer Märkte. Ähnlich ist die Risikolage in der Medizintechnik. Lieferanten- und Beschaffungsrisiken Die weltweit großen Hersteller im Bereich der Consumer Electronics bestimmen weitgehend, von welchen Produzenten ihre Lieferanten die nötigen Rohmaterialien und Komponenten beziehen sollen. Häufig kauft der Auftraggeber die Rohmaterialien für Balda ein. Das gilt zum Beispiel für Kunststoffgranulate und Lacke. Im Falle von Lieferschwierigkeiten bei einem dieser Lieferanten trifft die Balda-Gruppe in der Regel keine Einstandspflicht gegenüber dem Hersteller. Dagegen besteht das Risiko von Umsatzausfällen bei Eintritt solcher Lieferschwierigkeiten. In diesem Fall darf der Balda-Konzern Alternativlieferanten vorschlagen. Balda auditiert die Lieferanten im Blick auf die Qualität der gelieferten Produkte und eine fristgerechte Belieferung sorgfältig. Zudem verringern Konsignationsläger der Lieferanten in der Nähe der Produktionsstandorte von Balda das Lagerrisiko für den Konzern. Preise für eingekaufte Produkte sichert Balda weitgehend mit individuellen Kundenvereinbarungen, zum Beispiel durch Preisgleitklauseln. Bei eventuellen Teuerungen tragen auch die Großkunden die zusätzlichen Kosten. Die einzelnen Segmente steuern die Lieferanten- und Beschaffungsrisiken eigenverantwortlich. Relevante Entwicklungen werden in den Konzern-Risikobericht aufgenommen. Auslastungsrisiken Die Handybranche und der Markt für Consumer Electronics sind grundsätzlich saisonalen Schwankungen ausgesetzt. Balda’s Kunden erwarten die Lieferung hoher Stückzahlen binnen kürzester Zeit ohne garantierte Abnahmemengen. Das Bereitstellen der Fertigungskapazitäten und qualifizierter Mitarbeiter ist kapitalintensiv. Darin liegt ein Risiko des Balda-Konzerns. Die Unternehmensgruppe beschäftigt in Spitzenzeiten Leiharbeitnehmer. Nachfrageschwankungen werden besonders über die Flexibilität der Inanspruchnahme von Leiharbeitnehmern gesteuert. Zudem begegnet Balda diesem Risiko durch eine möglichst präzise Planung und Anpassung der Kapazitäten in laufender Abstimmung mit Kunden und unter Berücksichtung der allgemeinen Marktentwicklung.

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