34 Konzernlagebericht BASF Bericht 2009 Das Geschäftsjahr der BASF-Gruppe Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen Nach der Stagnation im Vorjahr (+0,2%) brach die Indus- trieproduktion 2009 weltweit ein (–8,3%); der Rückgang war deutlich stärker, als zu Beginn des Jahres von uns prognostiziert (–2,9%). Diese Entwicklung ist vor allem auf die erheblich schwächere Nachfrage sowohl seitens der Industrie als auch seitens der privaten Konsumenten in den Industrieländern der OECD zurückzuführen. Hier sank die Industrieproduktion besonders stark (–13,0%). Die Aktivitäten in der Bauwirtschaft nahmen 2009 weltweit ab (–5,2%). In den USA (–16,2%) und Europa (–7,3%) schrumpfte die Baubranche gegenüber dem Vorjahr erneut stark; der private Wohnungsbau ging spürbar zurück. Die Bautätigkeit in den Schwellenländern Asiens wuchs dagegen weiter robust (+7,5%). Durch staatlich geförderte Kaufanreize, beispielsweise Abwrackprämienprogramme, wurde die Nachfrage in der Automobilindustrie in zahlreichen Ländern Europas, Nordame- rikas und Asiens vorübergehend belebt. Dennoch sank die welt- weite Automobilproduktion gegenüber dem Vorjahr auf Stück- zahlbasis erneut massiv (–11,6%). Besonders drastisch ging die US-amerikanische Automobilproduktion zurück (–34,6%). In Asien (ohne Japan) wuchs die Produktion dagegen im Vorjahres- vergleich unerwartet stark (2008: +3,3%; 2009: +22,6%). Auch die Elektroindustrie befand sich in einer globalen Rezession (–9,8%). In den Industrieländern ging die Produktion auf Grund der schwachen Nachfrage von Industrie und Verbrau- chern weiter zurück (–15,0%). In Japan nahm die Produktion deutlich (–22,0%), in Asien (ohne Japan) nur leicht (–0,3%) ab. Die Informations und Kommunikationstechnologie industrie (ICT) ging – anders als in den Vorjahren – weltweit zurück (–7,3%). Besonders die fehlende Nachfrage aus der Finanzbranche belastete diesen Industriezweig. Wegen der Abhängigkeit von Exporten in die USA und nach Europa sank vor allem die Produktion in Japan (–24,4%). Durch die Verlagerung der Produktion in die Schwellenlän- der Asiens hat sich die Struktur der weltweiten Textilindustrie in den vergangenen Jahren verändert. Während des Krisen- jahres 2009 sank die Produktion der Textilindustrie in den Industrieländern weiter stark (–16,3%). Auch in Asien (ohne Ja- pan) ging die Produktion nachfragebedingt zurück (–5,4%). Weltweit fiel sie deutlich (–10,0%). Die Papierindustrie schrumpfte 2009 weltweit (–6,2%). Nur die Schwellenländer Asiens verzeichneten ein positives Wachstum (+2,3%). In den Industrieländern sank die Produk- tion dagegen spürbar (–10,6%). Resultierende Überkapazitäten bleiben weiterhin bestehen. Die Nahrungsmittelindustrie wuchs infolge der Krise im Jahr 2009 nur moderat (+0,2%). Sowohl in den Industrieländern (–0,6%) als auch in den Schwellenländern (+1,5%) schwächte sich das Wachstum gegenüber den Vorjahren ab. Die Landwirtschaft wuchs (+0,2%) weltweit weniger stark als im Vorjahr (+3,3%). In den Industrieländern sank die Produk- tion im Vergleich zum Vorjahr (2008: +3,6%; 2009: –1,5%). Auch in den Schwellenländern ging der Zuwachs zurück (2008: +3,2%; 2009: +1,1%). Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2010 ab Seite 112 Wachstum wichtiger Abnehmerbranchen 2009 Reale Veränderung gegenüber Vorjahr Industrie gesamt OECD –13,0% Welt –8,3% Bauwirtschaft OECD –10,2% Welt –5,2% Automobilindustrie OECD –26,9% (prod. Stückzahl) Welt –11,6% Elektroindustrie OECD –15,0% Welt –9,8% ICT-Industrie OECD –14,3% Welt –7,3% Textilindustrie OECD –16,3% Welt –10,0% Papierindustrie OECD –10,6% Welt –6,2% Nahrungsmittel OECD –0,6% Welt +0,2% Landwirtschaft OECD –1,5% Welt +0,2% Entwicklung der Industrieproduktion 2009 Einbruch der weltweiten Industrieproduktion– (–8,3%) Baubranche schrumpfte gegenüber Vorjahr insbesondere– in den USA (–16,2%) und in Europa (–7,3%) Massiver Rückgang der globalen Automobilproduktion– (–11,6%) Teilweise starke Produktionsrückgänge in der Elektro-– , ICT-, Textil- und Papierindustrie Moderates Wachstum der Produktion in der Nahrungs-– mittelindustrie und in der Landwirtschaft BASF-Umsatz nach Branchen Direkte Kunden >15% Chemie 10–15% Automobil | Bau | Versorger 5–10% Landwirtschaft | Kunststoffindustrie | Ölindustrie <5% Elektro/Elektronik | Möbel | Papier 10–15% Anteil sonstiger Branchen
