Bayer-GeschäftsBericht 2009 konzernaBschluss 159 Anhang Bayer-Konzern Werden Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u.a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Auf geplante Dividendenausschüttungen von Tochterunternehmen angesetzte passive latente Steuern sind abhängig von der antizipierten Ertragslage der Tochterunternehmen sowie von wei- teren Annahmen beispielsweise in Bezug auf ihre zukünftige Finanzierungsstruktur. Die insofern berücksichtigten Steuerabgrenzungen unterliegen hinsichtlich der zugrunde liegenden Annahmen laufenden Überprüfungen. Geänderte Annahmen oder veränderte Umstände können Korrekturen notwendig machen, die ggf. zu zusätzlichen Steuerabgrenzungen oder deren Auflösung führen. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen Für die meisten Mitarbeiter wird für die Zeit nach der Pensionierung durch den Konzern direkt oder durch Beitragszahlungen an private und öffentliche Einrichtungen Vorsorge getroffen. Die Leistungen des Konzerns variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gege- benheiten des jeweiligen Landes und basieren in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter. Die Verpflichtungen umfassen sowohl solche aus bereits laufenden Pensionen als auch aus Anwartschaften auf künftig zu zahlende Pensionen. Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorien- tiert. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungssystemen zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unterneh- men keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres in den Funktionsbereichen und damit im operativen Ergebnis (ebit) ausge- wiesen. Alle übrigen Altersversorgungssysteme sind leistungsorientiert, wobei zwischen rückstel- lungs- und fondsfinanzierten Versorgungssystemen unterschieden wird. Im Rahmen der Bilanzie- rung der leistungsorientierten Pensionspläne im Bayer-Konzernabschluss werden, mit Ausnahme der Zinskomponente und der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen, sämtliche Aufwendun- gen und Erträge per saldo im operativen Ergebnis (ebit) erfasst. Die Zinskomponente wird, eben- so wie die erwarteten Erträge aus Planvermögen, in den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen im Finanzergebnis gezeigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen sowie Kürzungsbeträge aus der Berücksichtigung der Obergrenze für Vermögenswerte werden unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneu- tral über die Eigenkapitalveränderungsrechnung bzw. Gesamtergebnisrechnung erfasst sowie vollständig in der Pensionsrückstellung ausgewiesen. Vorruhestandsleistungen bzw. sonstige Altersversorgungsleistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die den Cha- rakter einer pensionsähnlichen Verpflichtung aufweisen, sind ebenfalls Bestandteil der Pensions- rückstellungen. Der Barwert der Versorgungsverpflichtungen für die leistungsorientierten Altersversorgungssys- teme wird gemäß ias 19 (Employee Benefits) nach der Projected-Unit-Credit-Methode ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen unter Anwendung versicherungsmathematischer Verfahren bewertet. Hier sind neben Annahmen zur Lebenserwartung und zur Mitarbeiterfluktu- ation weitere Rechnungsparameter relevant, die u.a. von der wirtschaftlichen Situation des jewei- ligen Landes abhängen. Außerdem beruhen diese Berechnungen im Wesentlichen auf Annahmen über den Abzinsungssatz, die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen, die zukünftige Lohn- und Gehaltsentwicklung und die Entwicklung von Krankheitskosten. Daneben wird auf statisti- sche Informationen wie Fluktuations- und Sterberaten zurückgegriffen, um die Aufwendungen und Verpflichtungen im Zusammenhang mit den Versorgungsplänen zu schätzen. Die Auswirkun- gen von Änderungen wesentlicher Parameter sind in Anhangsangabe [25] dargestellt. Der Aufwand für die nach Eintritt des Versorgungsfalls zu erwartenden Versorgungsleistungen wird über die gesamte Beschäftigungszeit der Mitarbeiter verteilt, wobei auch zukünftige Ein- kommensveränderungen berücksichtigt werden. InhaltsübersIcht Konzernabschluss
