Report-Investor: Bechtle AG - Geschäftsbericht 2009

06 BECHTLE Sehr geehrte Damen und Herren, ein außergewöhnliches Jahr liegt hinter uns. Eines, das wahrscheinlich in die Geschichtsbücher eingehen wird. Zum Thema Krise scheint inzwischen alles gesagt. Offen bleibt, wie nachhaltig die Erkenntnisse und Lehren sind, die in der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit gewonnen wurden. Ohne Frage stellte 2009 uns alle vor große Herausforderungen. Es galt, umsichtig und sozial verträglich wie auch konsequent und effizient zu handeln. Eine schwierige Balance. Umso bemerkenswerter das Fazit, das wir ziehen können: „Unsere“ Bechtle hat sich in einem äußerst schwierigen Umfeld wacker geschlagen. Mit einem fulminanten Schlussspurt ist es uns sogar gelungen, das vierte Quartal mit Rekordumsätzen abzuschließen. Auch beim Ergeb- nis konnten wir von Monat zu Monat den Abstand zum Vorjahr verringern – immerhin dem besten Geschäfts- jahr unserer Unternehmensgeschichte. Eine Leistung, auf die wir, wie ich meine, zu Recht stolz sein dürfen. Was dem erstaunlich guten Jahresendgeschäft vorausging, waren strenge Kostendisziplin und ein besonnen zusammengestelltes Ergebnissicherungsprogramm. So dezentral unsere Struktur und unterschiedlich die regio- nalen Gegebenheiten sind, so differenziert gestalteten sich die Maßnahmen. Dabei stand immer die langfristige Entwicklung und Zukunftsfähigkeit von Bechtle im Zentrum unseres Interesses. Diese Vorgehensweise führte dazu, dass manche Standorte angesichts der wirtschaftlichen Situation kräftig gegensteuern mussten – der flexi- ble Einsatz des Instruments Kurzarbeit war dabei ein probates Mittel. Andere wiederum bekamen jede Unter- stützung, ihr Team weiter auszubauen, wenn es das Geschäft erforderte. Aus unserer Sicht hat das abgelaufene Geschäftsjahr zu drei wichtigen Erkenntnissen geführt. Erstens: Unser Geschäftsmodell mit seiner einzigartigen Kombination aus Systemhausleistungen und E-Com- merce hat sich als differenzierender Wettbewerbsfaktor erwiesen und seine Stabilität unter Beweis gestellt. Mehr noch – wir haben eine schwache Konjunktur bemerkenswert gut genutzt, an Stärke zu gewinnen. Interessan- terweise nicht durch Zukäufe, sondern aus eigener Kraft. Für manchen Beobachter mag das angesichts unserer Historie und der Nachrichtenlage über zahlreiche Insolvenzen und Übernahmen in unserer Branche eine Über- raschung gewesen sein. Doch nach unserer festen Überzeugung war 2009 die nicht getätigte die bessere Akqui- sition. Das hängt insbesondere mit den „flüchtigen Werten“ zusammen, die wir im Fall eines Unternehmenskaufs erwerben: Know-how und gute Kundenbeziehungen. Bei Unternehmen in Schieflage lohnt sich der kritische Blick, denn in aller Regel verlassen die besten Mitarbeiter ein krisenbehaftetes Unternehmen zuerst. Zugleich stellen schwierige Zeiten das Vertrauen der Kunden auf eine Belastungsprobe. Vorsicht war daher das verantwortungs- volle Gebot der Stunde. AN UNSERE AKTIONÄRE BRIEF DES VORSTANDSR

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