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Bechtle AG Geschäftsbericht 2010

105 Bechtle AG Geschäftsbericht 2010 B I L A N Z I E L L E E R M E S S E N S E N T S C H E I D U N G E N Pensionsverpflichtungen, Rückstellungen und Eventualschulden sowie des Steueraufwands finden sich im Kapitel Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen des Konzern-Anhangs. Eine Entscheidung in der Vergangenheit von wesentlicher bilanzieller Bedeutung betraf den Neubau der Konzernzentrale. Bechtle hat im Geschäftsjahr 2002 einen Leasingvertrag über das zentrale Logistik- und Verwaltungsgebäude in Neckarsulm abgeschlossen. Alternativ wäre es denkbar gewesen, das Gebäude zu erwerben. In diesem Fall hätte das Gebäude mit Anschaffungskosten von rund 31 Mio.€ als Vermögens- wert im Sachanlagevermögen bilanziert werden müssen, sodass sich die langfristigen Vermögenswerte und die Anlagenintensität auch in den folgenden Geschäftsjahren entsprechend erhöht hätten. In Abhän- gigkeit von der Art der Finanzierung hätte sich auch ein nicht unwesentlicher Einfluss auf die Vermögens- und Finanzlage ergeben können. Im Falle einer Fremdfinanzierung hätten sich die langfristigen Schulden erhöht und die daraus resultierende Bilanzverlängerung auch zu einer geringeren Eigenkapitalquote geführt. Die Finanzierung über liquide Mittel hätte eine Reduzierung der finanziellen Flexibilität zur Folge gehabt. Die Finanzierung des Erweiterungsbaus in Neckarsulm erfolgte ebenfalls über bilanzunwirksa- mes Leasing. Das Volumen beläuft sich daher auf insgesamt 38 Mio.€. Eine bedeutende Anzahl von Tochtergesellschaften des Bechtle-Konzerns ist in der Schweiz tätig sowie ansässig und führt ihre Bücher in lokaler Währung (Schweizer Franken). Zur wirtschaftlichen Absicherung des EUR/CHF-Wechselkursrisikos in Bezug auf das Nettovermögen dieser Schweizer Tochtergesellschaf- ten bedient sich Bechtle entsprechender finanzieller Sicherungsinstrumente wie zum Beispiel Devisen- termingeschäften. Dabei soll neben der wirtschaftlichen Absicherung auch eine Kompensation der aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen ausländischer Tochtergesellschaften im Konzernab- schluss (€) entstehenden und separat direkt im Eigenkapital zu erfassenden Umrechnungsdifferenzen erreicht werden. Hierzu qualifiziert beziehungsweise designiert Bechtle diese Sicherungsbeziehung für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IAS 39 und erfasst Gewinne oder Verluste aus dem Sicherungsinstrument – soweit dieses effektiv absichert – entsprechend erfolgsneutral im sonstigen Ergeb- nis. Ohne eine solche designierte Sicherungsbeziehung wären Gewinne oder Verluste aus dem Sicherungs- instrument vollständig erfolgswirksam im Ergebnis vor Steuern zu erfassen. Bei der Bilanzierung der Pensionsrückstellungen erfasst Bechtle die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste nicht gemäß der sogenannten Korridormethode (IAS 19.92), sondern gemäß IAS 19.93A stets in voller Höhe in der Periode, in der sie anfallen, erfolgsneutral direkt im Eigenkapital. Somit sind sämtliche bis zum Bilanzstichtag angefallenen versicherungsmathematischen Verluste vollständig im Eigenkapital erfasst und ausgewiesen. Bei Anwendung der Korridormethode würde nur ein bestimmter Teil der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in der betreffenden Berichtsperiode erfolgs- wirksam erfasst werden. Im Zeitpunkt des Zugangs finanzieller Vermögenswerte oder finanzieller Verbindlichkeiten besteht ein einmalig ausübbares Wahlrecht, den Vermögenswert beziehungsweise die Verbindlichkeit fortan erfolgs- wirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (IAS 39.9). Bechtle hat von diesem Wahlrecht bislang keinen Gebrauch gemacht und bewertet ausgereichte Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaf- fungskosten sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizu- legenden Zeitwert. Eine Ausübung des Wahlrechts zur erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert hätte bislang keine wesentlichen Änderungen der Wertansätze zur Folge gehabt.