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Bechtle AG Geschäftsbericht 2010

11 Bechtle AG Geschäftsbericht 2010 V O R S TA N D S I N T E R V I E W Sind im IT-E-Commerce die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum gegeben? Jürgen Schäfer. Ja, natürlich. Unser Erfolgsrezept liegt in der Kombination aus Onlineshop, Katalog und – ganz entscheidend – unseren aktiven Vertriebsmitarbeitern. Auch E-Commerce – und das mag im ersten Moment überraschen – ist am Ende vor allem eines: People Business. Der wichtigste Faktor, unse- ren Segmentumsatz bis 2020 auf zweieinhalb Milliarden Euro zu erhöhen, sind daher zweifellos motivierte und qualifizierte Mitarbeiter. Deshalb sind uns exzellente Ausbildung und Weiterqualifizierung im Job wich- tig. Es geht dabei immer um gezieltes Fördern. Motivierte Mitarbeiter sind mit Begeisterung bei der Sache und haben dauerhaft Freude daran, dem Kunden bei der IT-Beschaffung zu helfen. In unserem Geschäft entscheiden der persönliche Kontakt und – nachgelagert – die zuverlässigen logistischen Prozesse. Welches sind die größten Herausforderungen in Ihrem Verantwortungsbereich? Jürgen Schäfer. Unter strategischen Gesichtspunkten ist es die zunehmende Internationalisierung auch jenseits der europäischen Grenzen. Herausfordernd dabei ist nicht, das bereits in 13 Ländern bewährte und starke Konzept von Bechtle in neue Märkte zu implementieren, sondern vielmehr, dabei die Qualität auf dem erreichten herausragenden Niveau zu halten. Die Kunden wollen ihre Beschaffungsprozesse effizient steuern. Sie suchen deshalb einen Partner, der in den Ländern vertreten ist, in denen sie selbst Nieder- lassungen haben, und der dort die gleiche Zuverlässigkeit wie im angestammten Heimatmarkt zeigt. Die weitere Internationalisierung ist daher Pflicht. Aber nie zulasten unseres Qualitätsanspruchs. Was heißt das für das laufende Jahr? Jürgen Schäfer. Für 2011 heißt das konkret, mit Bechtle direct neben Tschechien den Markteintritt in Ungarn zu realisieren. Daneben steht auf unserer Agenda, die Theorie der interkontinentalen Expansion in eine klare, praxisfähige Planung zu überführen. Außerdem wollen wir die Marktdurchdringung mit ARP und Comsoft direct an den bestehenden Standorten erhöhen. Wohin geht aus Ihrer Sicht die Reise in der IT-Branche? Dr. Thomas Olemotz. Der IT-Markt hat sich stark verändert und setzt diesen Prozess mit hoher Dynamik fort. Denken Sie nur an die aktuellen Diskussionen um Themen wie Cloud Computing, Software as a Service oder Infrastructure as a Service. Unsere Branche gewinnt damit fortlaufend an Komplexität und Dynamik. Und auch der Grad der Spezialisierung nimmt in diesem Prozess kontinuierlich zu. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist, dass die Unternehmens-IT keine unbekannte Größe mehr ist. Das war vielleicht vor fünf Jahren noch so. Heute ist die IT ein Produktionsfaktor, oft sogar der Motor – das Herzstück – der Geschäftsprozesse. Wir bewegen uns also in einem interessanten Spannungsfeld und müssen uns fragen, wie wir dieser Situation begegnen, damit unsere Kunden langfristig zufrieden sind.