
55 Bechtle AG Geschäftsbericht 2010 U N T E R N E H M E N S S T E U E R U N G Auf jährlich stattfindenden Strategietagungen stellt der Vorstand Maßnahmen und messbare Zwischen- schritte vor, über die Bechtle das Erreichen seiner langfristigen Ziele anstrebt. Die kurzfristige Steuerung erfolgt durch die jährliche Fokusplanung, ein Strategiepapier der jeweiligen Gesellschaften sowie individu- elle Planungsgespräche mit den Geschäftsführern. Im Rahmen der Fokusplanung treffen die Verantwort- lichen eine erste grobe Einschätzung zur Entwicklung wesentlicher GuV-Posten wie Umsatz, Deckungs- beitrag, Personalkosten, EBT und Firmenwertabschreibungen sowie Mitarbeiterstand. Die Fokusplanung wird im neuen Planungs- und Reportingsystem „DeltaMaster“ gepflegt und gibt für das bevorstehende Geschäftsjahr den Benchmark für die Detailplanung vor. Plausibilisiert und untermauert werden diese Inhalte durch die zwischen dem Konzerncontrolling und der Geschäftsführung abgestimmten Personal-, Dienstleistungs- und Vertriebsplanungen. Die Daten hierfür werden automatisch vom Warenwirtschafts- system bereitgestellt. Das Ergebnis der jeweiligen Prozessschritte fließt als operative Gesamtplanung in das eigens hierfür entwickelte EDV-System „Planos“ ein. Aus Gründen der Datensicherheit werden die Anwendungen „DeltaMaster“ und „Planos“ systemseitig voneinander getrennt betrieben. Alle Einzelpla- nungen bilden aggregiert die Basis für die Jahresplanung der Bechtle-Gruppe. Die aus den Einzelgesprächen abgeleiteten operativen Ziele und Aufgaben werden durch die Geschäfts- führer und Bereichsvorstände in die jeweiligen Einzelgesellschaften sowie Unternehmensbereiche beider Segmente kommuniziert und den individuellen Leistungszielen der Mitarbeiter zugrunde gelegt. Die unter- jährige Entwicklung wird hierbei kontinuierlich durch datenbankgestützte Führungsinstrumente analysiert, die im Berichtsjahr weiter ausgebaut und optimiert wurden. Bei Planabweichungen kann das Management so umgehend geeignete Maßnahmen einleiten. Die Auswertung findet – in Form eines Benchmarks – mit- hilfe der sogenannten Bechtle-Scorecard statt, die unterschiedliche Performancekriterien in ein für alle Gesellschaften und Bereiche transparentes Leistungsranking überführt. Die operative Entwicklung aller IT-E-Commerce-Gesellschaften wird zusätzlich durch ein individuelles Softwaretool, das European Sales Cockpit („ESC“), erfasst und analysiert. Zur regelmäßigen Bewertung des Geschäftsverlaufs – auch im Vergleich zu anderen Lokationen–stellt der Konzern den operativen Einheiten darüber hinaus mit dem Planungs- und Reportingsystem „DeltaMaster“ detaillierte Wochen- und Monatsberichte mit einheitlich definierten Rentabilitätskennzahlen hinsichtlich Auftragseingang, Umsatz und Deckungsbeitrag zur Verfügung. Die jeweiligen Informationen werden auto- matisiert von einem SQL-basierten Datawarehouse bereitgestellt, das sich direkt aus dem SAP-Finanz- buchhaltungsmodul speist. Ferner unterhalten einige Tochtergesellschaften ein eigenes Management- system zur operativen Steuerung ihrer Vertriebsaktivitäten. Darin integriert sind Effektivitätskennzahlen sowie auftrags- und kundenbezogene Größen, die eine unmittelbare Bewertung des Geschäftsverlaufs ermöglichen. Neben den Erfahrungen der Vertriebsmitarbeiter hinsichtlich Nachfrageverhalten und Inves- titionsneigung der Kunden wird zur zeitnahen Bewertung des Geschäftsverlaufs die Entwicklung der Ein- kaufspreise sowie der Auftragseingänge als unternehmensspezifischer Frühindikator gesehen. Die unmittelbar geschäftsbezogenen Kennzahlen werden im Rahmen der Steuerung der Gesellschaften durch cashflowbasierte Kennzahlen wie Working Capital, Kapitalbindungsdauer, DSO und DPO ergänzt. So wird beispielsweise die Entwicklung der wesentlichen Einflussfaktoren des Cashflows jedem operativ ver- antwortlichen Geschäftsführer in Form eines sogenannten Cashflow-Cockpits mit den entsprechenden internen Benchmarks monatlich zur Verfügung gestellt, um frühzeitig auf mögliche Fehlentwicklungen einzuwirken. „Starke interne Reportingtools für eine effiziente Unterneh- menssteuerung.“ Michaela Brokmann, Konzerncontrolling