
85 Bechtle AG Geschäftsbericht 2010 G E S A M T E I N S C H ÄT Z U N G Auch die IT-Branche in der EU konnte im Berichtsjahr deutlich zulegen. Nach Angaben des European Infor- mation Technology Observatory (EITO) erreichte die IT-Branche einen Zuwachs von 2,8 Prozent. Als Wachs- tumstreiber etablierte sich überraschenderweise das im Vorjahr stark eingebrochene Hardwaregeschäft – es wuchs um 7,2 Prozent. Der Handel mit Softwareprodukten stieg um 0,9 Prozent. In den größeren IT-Märkten der EU entwickelte sich das Hardwaregeschäft weitgehend überdurchschnittlich. Die Nieder- lande lagen bei einem Plus von 8,3 Prozent und Frankreich bei 8,7 Prozent. Zweistellig waren die Zuwächse in Großbritannien mit 11,3 Prozent und Spanien mit 12,5 Prozent. Italien blieb mit 4,7 Prozent unter dem Durchschnitt. Der für Bechtle wichtige Schweizer Markt erreichte nicht ganz die Dynamik der EU-Länder. Der gesamte IT-Markt wuchs um 1,8 Prozent, die Hardwareumsätze um 2,5 Prozent. Software legte um 1,3 Prozent zu und die IT-Services um 1,5 Prozent. Innerhalb der Dienstleistungen konnten sich die Outsour- cing-Services mit 6,0 Prozent deutlich positiver entwickeln als die sonstigen Services. Der deutsche IT-Markt zeigte 2010 ein Wachstum, das mit 3,0 Prozent leicht über dem europäischen Durch- schnitt liegt. Wachstumstreiber war auch hier das Segment IT-Hardware mit 5,1 Prozent. Das Software- geschäft konnte um 3,5 Prozent zulegen. IT-Services wuchsen um 1,7 Prozent, wobei auch hier das Teilseg- ment Outsourcing-Services mit 3,2 Prozent Wachstum Hauptträger dieser Entwicklung war. BRANCHE B R A N C H E Das Jahr 2010 war für alle Beobachter eine positive Überraschung. Dynamik und Intensität des Auf- schwungs waren zu Jahresbeginn von niemandem in dieser Ausprägung erwartet worden. So mussten sämtliche Prognosen – sowohl für die Gesamtwirtschaft als auch für den IT-Markt – im Jahresverlauf immer wieder nach oben angepasst werden. Während jedoch für die Gesamtwirtschaft die Dynamik im Jahresverlauf etwas nachließ, konnte der IT-Markt gemessen an der Stimmungslage der Unternehmen von Quartal zu Quartal zulegen. Besonders überraschend waren die starken Hardwareumsätze, die in den Vorjahren regelmäßig hinter der Entwicklung der Bereiche Software und Dienstleistungen zurückblieben. Die Bechtle AG hat von diesem Umfeld deutlich überdurchschnittlich profitiert. Von Vorteil war hier vor allem, dass Bechtle im Krisenjahr 2009 sehr weitsichtig bei notwendigen Personalmaßnahmen agierte und hauptsächlich auf das Mittel Kurzarbeit setzte. So war es dem Unternehmen möglich, vor dem Hinter- grund einer anspringenden Konjunktur im Berichtsjahr nahtlos an die erfolgreiche Unternehmensent- wicklung des Jahres 2008 anzuknüpfen und die Wachstumschancen optimal zu nutzen. Neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und dem in fast allen Bechtle-Märkten spürbaren Auf- schwung gab es im vergangenen Geschäftsjahr keine wesentlichen Ereignisse außerhalb des Bechtle- Konzerns, die sich nennenswert auf den Geschäftsverlauf ausgewirkt haben. GESAMTEINSCHÄTZUNG www.bitkom.org