12 | Management | Unternehmen | Lagebericht | Jahresabschluss | Service Banken brechen zusammen, Regierungen starten mit Steuergeldern Rettungsaktionen . Die internationale Finanzkrise beherrscht nach wie vor die Schlagzeilen . Nicole Hanke, Leiterin der Unternehmenskommunikation, sprach mit Jan Bettink, dem Vorstands- vorsitzenden, und Dr . Thomas Veit, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Berlin Hyp, da- rüber, wie sie die augenblickliche Situation erleben . War 2009 ein besonders schwieriges Jahr? Dr. Veit: Es war kein einfaches Jahr, aber es ist weit weniger dramatisch verlaufen als befürchtet. Gleichwohl ist nicht final abzu sehen, inwieweit sich der Rückgang in der Realwirtschaft noch im Immobilienbereich auswirkt. Betrachten Sie die Krise als beendet? Dr.Veit: Die Gefahr,dass wir in ein ganz tie fes Loch fallen,ist aus meiner Sicht gebannt. Aber es könnte sein, dass sich unsere Wirt schaft über einen längeren Zeitraum nur »seitwärts« bewegt und stärkeres Wachstum erst einmal auf sich warten lässt. Glückli cherweise haben viele unserer Kunden in der Krise sehr vorsichtig und vernünftig agiert. Beispielsweise indem sie ihre Bereiche des Asset bzw. Facility Managements in den letz ten Monaten gestärkt haben.Für die Zukunft sind sie somit besser aufgestellt. Bettink: Trotz der sich aufhellenden Prognosen am Jah resende erlebt der Welthandel derzeit einen massiven Einbruch, sodass in Deutschland die Exporte aufgrund ausbleibender Nachfrage massiv zurückgegangen sind. Durch Kurzarbeit konnten zwar das Beschäftigungs niveau und die qualifizierten Mitarbeiter weitgehend gehalten werden, die Arbeitskosten sanken aber nicht, was sich zulasten der Eigenkapitalausstattung auswirkte. Banken wird es infolge Basel II und adäquater Risikovor sorge zunehmend schwierig gemacht, die Branche mit Krediten zu versorgen. Wir erwarten für 2010 noch wei tere Regulierungsmaßnahmen,sodass uns die Folgen der Krise auch weiterhin beschäftigen werden. Kann die Krise wieder aufflackern bzw. wie stabil ist das deutsche Finanzsystem? Dr. Veit: Insgesamt hat das Finanzsystem eine ausge sprochen hohe Komplexität erreicht, die niemand mehr umfassend überblicken und beurteilen kann. Insofern sehen wir schon Gefahren, dass die Krise noch einmal aufflackern könnte – wie erst kürzlich das Beispiel des Emirates Dubai eindrucksvoll zeigte. Als dort Kredite nicht rechtzeitig zurückgezahlt werden konnten,reagier ten die Börsen sofort mit Kursabschlägen. Besonders Fi nanztitel gerieten unter Druck. Die Regierungen haben weltweit in hohem Umfang Liquidität in die Märkte ge pumpt und es fehlen bislang Konzepte,wie dem sinnvoll entgegengesteuert werden kann, ohne die begonnene Er holung der Wirtschaft zu beeinträchtigen. »Die Finanzwelt muss krisenfester gemacht werden.«
