Report-Investor: Berlin-Hannoversche Hypothekenbank AG - Geschäftsbericht - 2009

14 | Management | Unternehmen | Lagebericht | Jahresabschluss | Service Erlebt das gute alte Hausbankprinzip also eine Renaissance? Bettink: Kunden werden sich künftig wieder auf zwei bis drei gut funktionierende Bankverbindungen zu Insti­ tuten mit tragfähigen Geschäftsmodellen konzentrieren. Wir betrachten das als Chance und schreiben das soge­ nannte »Relationship Banking« bei uns groß.An kurzfris­ tigen Geschäftsbeziehungen sind wir – schon allein unter Risikogesichtspunkten – nicht interessiert. Wie kann sich die Berlin Hyp in diesem Umfeld positionieren? Dr.Veit: Die Berlin Hyp ist gemeinsam mit der Landes­ bank Berlin AG bereits einer der großen Anbieter von Immobilienfinanzierungen in Deutschland.Und sie war ihren Geschäftspartnern auch in schwierigen Zeiten ein verlässlicher Partner – das hat sich ausgezahlt, denn die Reputation ist deutlich gestiegen. In dieser aktuellen Phase bestehen deshalb gute Chancen, Neukunden zu gewinnen. Der Marktanteil sollte demnach zunehmen, gute Neukundenbeziehungen können aufgebaut und das Portfolio wird insgesamt breiter gestreut werden. Was sind die Herausforderungen der Zukunft? Bettink: Nun, man darf sicher nicht übermütig werden. Die Marktsituation ist unverändert fragil und birgt Risi­ ken. Unsere konsequente Risikopolitik müssen wir des­ halb unablässig fortführen. Zudem müssen wir an zent­ ralen Stellen personell investieren – zum einen, um un­ sere Präsenz im Markt weiter zu erhöhen, zum anderen aber auch, um eventuelle Risikosituationen rechtzeitig zu erkennen und notwendige Restrukturierungen kom­ petent begleiten zu können. Dr.Veit: Die Banken müssen in Zukunft ihr Risiko­, Li­ quiditäts­ und Kapitalmanagement verbessern, um wei­ terhin am Markt bestehen zu können. Somit haben die Institute schon jetzt ihre Risikomodelle überarbeitet und die Stellung ihres Risikomanagements gestärkt.Die regulatorischen Veränderungen – wie eine bessere Kapi­ talausstattung, höhere Liquiditätsanforderungen, Festle­ gung einer Verschuldungsobergrenze, etc. – werden Ban­ ken auch in der Zukunft erheblich in der Kapitalbereit­ stellung für die Wirtschaft einschränken. Haben wir eine Kreditklemme? Dr.Veit: Die Zeiten der 100­Prozent­Finanzierung sind sicher vorbei. Kunden, die nach solchen Finanzierungen suchen, empfinden die aktuelle Situation sicherlich als Kreditklemme. Die Risiko­ und Qualitätsanforderungen an Kredite sind heute schon strenger als vor der Finanz­ marktkrise, wobei wir allerdings immer sehr konser­ vative Finanzierungsparameter zugrunde gelegt haben. Grundsätzlich gilt aber,dass wir vernünftig strukturierte Finanzierungen gerne begleiten. Schließlich ist es unser Geschäft,Kredite zu vergeben! Welche Strategie hat Zukunft? Bettink: Wir sind überzeugt, dass konservative und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Vorhaben den größten Er­ folg einfahren werden. Und darauf achten wir natürlich bei unseren Kreditentscheidungen. Welche Ziele hat das Geschäftsfeld Immobilien­ finanzierung für 2010? Dr.Veit: Wir haben eine gute Marktposition,die wir fes­ tigen und stärken wollen. Mit der Eröffnung unserer Re­ präsentanz in Paris sehen wir uns in Kontinentaleuropa gut aufgestellt.Weitere Wachstumsbestrebungen haben wir zurzeit nicht. Gemeinsam sind wir stark – unser Ge­ schäftsmodell hat sich auch in der Krise bewährt. Wie kann die Bankenbranche Ihres Erachtens nach wieder ihr Image verbessern? Dr.Veit: Jedes Institut sollte sich wieder auf sein Kern­ geschäft konzentrieren und ordentliches Geschäft machen. Lieber mit einem etwas konservativeren An­ satz und dabei auf den Aufbau langfristiger Geschäftsbe­ ziehungen gerichtet – damit ist der gesamten Branche meines Erachtens am meisten gedient. Bettink: Auch wenn dies eventuell eine geringere Eigen­ kapitalverzinsung nach sich zieht.Wenn jeder Marktteil­ nehmer ein langfristig orientiertes und faires Geschäfts­ modell verfolgt,ist schon viel gewonnen.

Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download