155 Konzernrisikobericht Risikobericht 155 Risikosteuerung mit der neuen Organisationsstruktur das Ziel verfolgt, die Voraussetzungen für eine um- fassende und nachhaltige Umsetzung der segmentübergreifenden Kreditrisiko- und Markt- risikostrategie und der Policies innerhalb der neuen Commerzbank zu verbessern und ferner die Prozesslandschaft zu vereinheitlichen. 3. Komitees Das operative Risikomanagement wurde vom Vorstand an Komitees delegiert. Im Rahmen der jeweiligen Geschäftsordnungen sind dies das Group Credit Committee, Group Market Risk Committee und das Group OpRisk Committee. Zusätzlich ist für 2010 die Etablierung des Group Strategic Risk Committee geplant. In allen Komitees hat der CRO den Vorsitz und Vetorecht. Darüber hinaus ist das Asset Liability Committee aufgrund der Zuständigkeiten für die konzernübergreifende Steuerung der Portfoliozusammensetzung sowie der Kapitalallokation und der RWA-Entwicklung wichtiger Ausgangspunkt unseres ICAAP-Prozesses. Risikosteuerung Maßgebliche Voraussetzungen für die Begrenzung und Steuerung der Risiken sind die Iden- tifikation aller wesentlichen Risiken und Risikotreiber, die unabhängige Messung und Bewer- tung dieser Risiken bei sich verändernden makroökonomischen, portfoliospezifischen aber auch bankaufsichtsrechtlichen Bedingungen sowie eine hierauf aufbauende risiko- / ertrags- orientierte Steuerung im Rahmen einer zukunftsorientierten Risikostrategie. 1. Risikotragfähigkeit und Stresstesting Das aggregierte Gesamtrisikoprofil unseres Portfolios ist zentraler Ausgangspunkt unserer Risikosteuerung. Dem sich aus dem Risikoprofil ergebenden Kapitalbedarf wird zur Über- wachung der Risikotragfähigkeit die Risikodeckungsmasse, also das zur Abfederung schlagend werdender Risiken verfügbare Kapital, gegenübergestellt. Dazu analysieren wir den Kapital- bedarf sowohl im regulatorischen als auch im ökonomischen Kapitalmodell. Die Berechnung des ökonomischen Kapitalmodells zielt genau wie die des regulatorischen Kapitalmodells darauf ab, extreme unerwartete Verluste als Basis für die Bestimmung einer ausreichenden Kapitalunterlegung zu quantifizieren. Mit unserem Konfidenzanspruch von 99,95 % gehen wir im ökonomischen Kapitalmodell über die regulatorischen Anforderungen hinaus und berücksichtigen überdies portfoliospezifische Wechselwirkungen. Bei der Definition der disponiblen Risikodeckungsmasse orientierten wir uns 2009 aus Gründen der Vergleichbar- keit an der regulatorischen Betrachtungsweise und verwenden das gesetzlich definierte Kern- kapital. Die Angemessenheit aller Annahmen und Definitionen wird laufend überprüft. Zur Einschätzung der Sensitivitäten sowie als Frühwarnindikator kommen umfangreiche Stresstests zum Einsatz. Dabei wird eine Verschlechterung aller relevanten Risikoparameter unterstellt. Zusätzlich analysieren wir auch das hypothetische Szenario, dass sämtliche Ver- lustpotenziale der einzelnen Risikoarten gleichzeitig eintreten würden (Vollkorrelation zwi- schen den Risikoarten). Wir werden unsere Methodik zur Simulation makroökonomischer Stressszenarien und deren Auswirkungen auf den Kapitalbedarf, die Ertragsseite und die Risikodeckungsmasse im Rah- men der risikoartenübergreifenden Analyse auch im laufenden Geschäftsjahr weiter ausbauen.
