175 Konzernrisikobericht Risikobericht 173 Markt- und Liquiditätsrisiken Positionsabbau insbesondere bei Beteiligungen genutzt. Die beschlossene Reduzierung des Public Finance-Portfolios wird im Rahmen unserer De-Risking-Strategie ebenfalls fort- geführt. Das vorstehende Diagramm dokumentiert die Entwicklung der Credit Spread-Sensitivitäten aller Wertpapier- und Derivatepositionen (ohne Kredite) im Bankbuch des Commerzbank- Konzerns. Der Rückgang aus dem ersten Halbjahr setzt sich trotz der Abbaumaßnahmen nicht weiter fort, da durch die gesunkenen langfristigen Zinsen die Barwerte der Positionen gestiegen sind. Dies verursacht eine höhere Credit Spread-Sensitivität. Etwa 69 Mio Euro der Gesamt- sensitivität per Ende Dezember 2009 entfallen auf Wertpapierpositionen, die gemäß Finanz- buchhaltung als LaR klassifiziert sind. Credit Spread-Änderungen haben für diese Portfolios keinen Einfluss auf Neubewertungsrücklage und GuV. 2. Liquiditätsrisiken Unter Liquiditätsrisiko versteht die Commerzbank im engeren Sinne das Risiko, dass die Bank ihren tagesaktuellen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann (Intraday Liquidity Risk). Im weiteren Sinne beschreibt das strukturelle Liquiditätsrisiko, dass zukünftige Zah- lungen nicht termingerecht, nicht in vollem Umfang, nicht in der richtigen Währung oder nicht zu marktüblichen Konditionen finanziert werden können. Ergänzend beschreibt das Marktliquiditätsrisiko im Falle einer Liquiditätskrise das Risiko der eingeschränkten Verfüg- barkeit von Refinanzierungsquellen wie dem Kapitalmarkt, Geldmarkt und Einlagen sowie der eingeschränkten Liquidierbarkeit von Aktiva. Die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Commerzbank wird auf Basis von zwei inein- andergreifenden Konzepten quantifiziert und überwacht, wobei seit Ende des ersten Quartals 2009 die Geschäftsvolumina der Dresdner Bank integriert sind: Zeitraum bis zu einem Jahr: Available Net Liquidity (ANL)-Konzept Zeitraum größer als ein Jahr: Stable Funding-Konzept Den globalen Rahmen für das Handeln des Liquiditätsrisikomanagements bildet die Liqui- ditätsrisikostrategie, die aus der Geschäfts- und Risikostrategie der Bank abgeleitet wurde und die zunehmenden regulatorischen Anforderungen mit Bezug zum Liquiditätsrisiko berücksichtigt. Grundlage der Liquiditätssteuerung und der Berichterstattung an den Vorstand bildet das interne Liquiditätsrisikomodell der Commerzbank. Dieses intern entwickelte Liquiditäts- risikomessverfahren ermittelt die verfügbare Nettoliquidität (ANL) für die nächsten 12 Monate auf Basis von vertraglichen und ökonomischen Cashflows (Forward Cash Exposure – FCE beziehungsweise Dynamic Trade Strategy – DTS) sowie den liquidierbaren Vermögenswerten (Balance Sheet Liquidity – BSL). Die folgende Grafik stellt die verfügbare Nettoliquidität (ANL) sowie deren Teilkomponenten in einem kombinierten Stressszenario per Ende 2009 dar.
