Report-Investor: Commerzbank AG - Geschäftsbericht 2009

70 Commerzbank Geschäftsbericht 2009 Konzernlagebericht Gemäß einer Aussage der EZB ist der Wettbewerb im Retailbanking insbesondere im Ein- lagengeschäft unvermindert intensiv, weil die Institute sich stärker über Kundeneinlagen anstatt kurzfristiger Interbankenkredite refinanzieren wollen. Von September 2008 bis Mai 2009 verringerten die EU-Banken ihre Refinanzierungslücken aus Kundeneinlagen um 700 Mrd Euro. Dies bedingte eine Erosion der Einlagenmargen mit den entsprechenden negativen Auswirkungen auf das Privatkundengeschäft der Commerzbank. Zudem gibt es für Anlageprodukte eine von Vorsicht geprägte Haltung der privaten Kunden. Demgegenüber sind laut EZB die Margen im Kreditgeschäft der europäischen Banken gestiegen. Davon kann auch das Zinsergebnis der Commerzbank profitieren. Auch im Investmentbanking-Geschäft der europäischen Banken gab es deutliche Erho- lungstendenzen. Dies betraf insbesondere das Emissionsgeschäft von Anleihen. Die hohe Emissionstätigkeit, sowohl des Staates als auch des Unternehmenssektors, kommt laut Deut- scher Bundesbank den Provisionserträgen der Banken zugute. Nicht zuletzt aufgrund der Tat- sache, dass einige Wettbewerber aus dem Markt ausschieden, stiegen die Margen im Invest- mentbanking bis zur Mitte des Jahres auf historische Höchststände und lagen auch zum Jah- resende immer noch signifikant über dem Vorkrisenniveau. Das Bilanz- und Kapitalmanagement der europäischen Banken – und auch das der Commerzbank – stand und steht weiterhin unter dem Zeichen des Deleveraging, das heißt des Abbaus von Fremdkapital. Auch steht die Rückführung von öffentlichen Garantien und Kapitalhilfen auf der Agenda vieler Institute. Einige Banken führten hierzu umfangreiche Kapitalerhöhungen durch. Darüber hinaus muss die Branche den gestiegenen Eigenkapital- anforderungen des Marktes Rechnung tragen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht über- wunden ist. Das Risiko von Rückfällen kann nicht ausgeschlossen werden. Wichtige geschäftspolitische Ereignisse Übernahme der Dresdner Bank Das wichtigste geschäftspolitische Ereignis im Jahr 2009 war der Abschluss der Dresdner Bank-Übernahme im Januar. Der Kaufpreis für die Dresdner Bank betrug insgesamt 4,7 Mrd Euro. Neben einer Barkomponente und der Übertragung der cominvest an die Allianz erhielt die Allianz im Zuge der Transaktion rund 163,5 Millionen neue Commerzbank-Aktien aus einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage. Am 11. Mai 2009 wurde die Dresdner Bank auf die Commerzbank verschmolzen. Seitdem konnten weitere wichtige Fortschritte bei der Integra- tion erzielt werden. So hat sich die Commerzbank zum Beispiel mit den Arbeitnehmervertre- tern über die Integration der Zentralen von Commerzbank, Dresdner Bank und Dresdner Kleinwort am Standort Frankfurt geeinigt. Zudem wurde eine Einigung über den Interessen- ausgleich für die Integration der Mitarbeiter und der regionalen Standorte der Dresdner Bank in die neue Commerzbank erzielt. Die getroffenen Vereinbarungen sehen unter anderem vor, dass der ursprünglich bis Ende 2011 vereinbarte Ausschluss betriebsbedingter Beendi- gungskündigungen bei Erreichen vereinbarter Ziele bis 2013 verlängert wird. Ferner agiert das Investmentbanking des Commerzbank-Konzerns seit dem 1. September unter der ein- heitlichen Marke Commerzbank.

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