71Lagebericht 1 Geschäft und Rahmenbedingungen Konzernlagebericht Roadmap 2012: Commerzbank stellt sich neu auf Vor dem Hintergrund der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise sowie der Integration der Dresdner Bank hat sich die Commerzbank im Frühjahr 2009 neu aufgestellt. Mit dem Drei- Punkte-Programm „Roadmap 2012“ will die Bank ihre Position als Marktführer im Privat- und Firmenkundengeschäft in Deutschland weiter stärken. Der Fokus liegt auf einer profitablen Kernbank, dazu kommen die Optimierung des Asset-basierten Kreditgeschäfts in den Bereichen Immobilien- und Staatsfinanzierung sowie die Reduzierung nicht zum Kern- geschäft passender Portfolios durch aktives Abbau-Management. Die Segmente Privatkunden und Mittelstandsbank, die kundenbezogenen Corporates & Markets-Aktivitäten sowie Mittel- und Osteuropa bilden das Herzstück der neuen Commerzbank. Im Segment Privatkunden wird die neue Commerzbank in der Zielaufstellung in rund 1 200 Filialen über das größte Beraternetz im deutschen Bankenmarkt verfügen. Die starke Markt- position wird durch die schnelle Integration der Dresdner Bank und strikte Kostendisziplin weiter ausgebaut. Das Segment Mittelstandsbank wird sich auf die Begleitung deutscher Unternehmen im In- und Ausland konzentrieren. Die Position als wichtigster Exportfinanzie- rer der deutschen Wirtschaft soll weiter ausgebaut werden. In Osteuropa wird die Wirtschaft mittel- und langfristig stärker wachsen als in Westeuropa und in den USA. In ihrem Segment Central & Eastern Europe (CEE) wird sich die Commerzbank besonders auf ihre starke Stel- lung in Polen konzentrieren. Corporates & Markets (C&M) wird kundennahe Dienstleistungen für die Kernzielgruppen der Bank in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellen. Andere Geschäftsfelder werden reduziert beziehungsweise eingestellt. Hauptstandorte sind Frankfurt und London. Im Segment Asset Based Finance werden in den Bereichen Commercial Real Estate, Public Finance und Shipping die Risikoaktiva reduziert und die Aktivitäten fokussiert. In der Immobilienfinanzierung ist geplant, das Portfolio bis Ende 2012 auf etwa 60 Mrd Euro zu reduzieren. Im Bereich Public Finance wird bis 2010 ein Abbau auf maximal 100 Mrd Euro angestrebt. Auch die Aktivitäten im Bereich Schiffsfinanzierungen werden konzentriert. Nicht zur neu aufgestellten Kernbank passende Portfolios (verschiedene Arten von strukturierten Produkten und Kreditderivaten) sind in dem Segment Portfolio Restructuring Unit zusam- mengefasst. Sie werden aktiv gemanagt und möglichst wertoptimiert reduziert. Die Commerzbank baut auf ihre Stärken als Hausbank für Privat- und Firmenkunden in Deutschland und richtet ihr Geschäftsmodell entsprechend aus. Spätestens 2011 will die Bank wieder profitabel arbeiten. Ab 2012 will die Commerzbank ein operatives Ergebnis von mehr als 4 Mrd Euro pro Jahr und eine Nach-Steuer-Rendite von rund 12 % erreichen. Das ist für das Geschäftsmodell und das Risikoprofil der Commerzbank angemessen. Die risikogewich- teten Aktiva sollen bis 2012 auf unter 290 Mrd Euro sinken. Kapitalstützende Maßnahmen Anfang Mai hat die EU-Kommission das im Januar vereinbarte zweite Paket des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) insbesondere mit den Auflagen genehmigt, dass wir unsere Bilanzsumme reduzieren und die Eurohypo bis 2014 abgeben. Nach der Zustimmung der Hauptversammlung zur Kapitalerhöhung für den SoFFin wurde diese zwischenzeitlich eingetragen, und die Stillen Einlagen des SoFFin sowie der Allianz in Höhe von etwa 8,2 Mrd Euro beziehungsweise 750 Mio Euro wurden an die Commerzbank geleistet. Die Kapital- erhöhung erfolgte durch die Emission von rund 295 Millionen Stammaktien zum Preis von 6 Euro pro Aktie. Dadurch hält der SoFFin 25 % und eine Aktie an der neuen Commerzbank.
