Report-Investor: Commerzbank AG - Geschäftsbericht 2009

75Lagebericht 1 73 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Konzernlagebericht zierungsportfolios. In der Mittelstandsbank machten sich Ausfälle bei Banken sowie gestie- gene Insolvenzzahlen im Mittelstand – als Auswirkungen der Wirtschaftskrise – in einer deut- lich erhöhten Risikovorsorge bemerkbar. Auch im Segment Privatkunden machte die Rezession einen höheren Risikovorsorgebedarf erforderlich. In den Segmenten Portfolio Restructuring Unit sowie Corporates & Markets waren vor allem finanzkrisenbedingt Risikovorsorgebildun- gen zu verkraften; dabei ging die Risikovorsorge von Corporates & Markets gegenüber dem sehr hohen Vorjahreswert um rund 80 % zurück. Der Provisionsüberschuss sank im Vergleich zum Vorjahr um 20,4 % auf 3 722 Mio Euro. Insbesondere die Marktverwerfungen im ersten Quartal 2009 belasteten den Provisionsüber- schuss, der aber auch in den folgenden Quartalen hinter den Vorjahreswerten zurückblieb. Kunden aus allen Segmenten waren in dem schwierigen Marktumfeld sehr zurückhaltend bei Wertpapiergeschäften. Vor allem das Privatkundengeschäft war hiervon betroffen, jedoch bekam auch das Segment Mittelstandsbank das schwierige Umfeld im Jahresverlauf zu spüren. Im Segment Corporates & Markets führte die Einstellung von einigen Brokerage- Aktivitäten zu einem deutlich niedrigeren Provisionsüberschuss. Des Weiteren kam es durch stark zurückgefahrenes Neugeschäft im Bereich Commercial Real Estate des Segments Asset Based Finance zu niedrigeren Provisionserträgen. Das Handelsergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich: Der Verlust konnte im Jahr 2009 um 92,3 % auf –358 Mio Euro reduziert werden. Hauptgrund waren die signifikant niedrigeren Bewertungsverluste auf ABS-Portfolios. Dabei spiegelte der Verlauf im Jahr 2009 die Kapitalmarktentwicklung wider: Während von Januar bis März ein Verlust von –527 Mio Euro anfiel, führte die Entspannung an den Märkten im zweiten und dritten Quartal zu einem positiven Handelsergebnis von 71 beziehungsweise 659 Mio Euro. Im vierten Quar- tal kam es zu einem negativen Handelsergebnis von –561 Mio Euro, das neben dem schwa- chen Umfeld vor allem durch Wertkorrekturen bei Monolinern getrieben war. Das Handels- ergebnis des Segments Corporates & Markets fiel 2009 deutlich niedriger aus als im Vorjahr, hier kam es zu Belastungen aus De-Risking-Maßnahmen, die mit rund 0,5 Mrd Euro zu Buche schlugen. Auch im Segment Portfolio Restructuring Unit kam es zu erheblichen Bewertungs- verlusten – im Wesentlichen auf das ABS-Portfolio. Im Vergleich zum Vorjahr waren diese jedoch beträchtlich reduziert. Das Ergebnis aus Finanzanlagen stieg von 81 Mio Euro im Jahr 2008 auf 417 Mio Euro im Berichtsjahr. Erträgen aus der Übertragung beziehungsweise dem Verkauf von Beteiligungen wie cominvest, Linde und ThyssenKrupp standen Impairments auf Bestände des ABS-Buchs gegenüber. Das Sonstige Ergebnis verbesserte sich von –118 Mio Euro im Vorjahr auf –22 Mio Euro. Die Verwaltungsaufwendungen reduzierten sich gegenüber 2008 um 1,3 % auf 9 004 Mio Euro. Dabei sank der Personalaufwand um 4,8 % auf 4 698 Mio Euro, bedingt durch die Abnahme der Mitarbeiterzahl um 9,7 % auf 62 671. Im Jahr 2009 kam es zu einmalig höhe- ren Beiträgen für den Pensionssicherungsverein. Der Sachaufwand einschließlich laufender Abschreibungen stieg um 2,9 % auf 4 306 Mio Euro. Hierin enthalten sind auch der laufende Umsetzungsaufwand für die Integration der Dresdner Bank in Höhe von 316 Mio Euro – vor allem Kosten der IT-Integration – sowie erhöhte Beiträge für den Einlagensicherungsfonds. Die beschriebenen Entwicklungen führten 2009 zu einem operativen Ergebnis von –2,27 Mrd Euro nach –5,45 Mrd Euro im Vorjahr. Im Berichtszeitraum fielen Restrukturierungsaufwen- dungen in Höhe von 1,62 Mrd Euro an. Davon entfielen 1,55 Mrd Euro auf die Integration der Dresdner Bank und 73 Mio Euro auf die strategische Neuausrichtung der Eurohypo. Zudem kam es zu Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Markennamen – letztere ergaben sich aus der Vollabschreibung der Marken Eurohypo und Dresdner Klein- wort – in Höhe von 768 Mio Euro. Mit 690 Mio Euro dominierten dabei die Wertminderungen

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