Report-Investor: Commerzbank AG - Geschäftsbericht 2009

77Lagebericht 1 73 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Konzernlagebericht Die Barreserve ging gegenüber dem Vorjahresultimo um 11,7 Mrd Euro auf 10,3 Mrd Euro – insbesondere bei den Guthaben gegenüber Zentralbanken – zurück. Die Forderungen an Kreditinstitute haben sich vornehmlich aufgrund des signifikant rückläufigen Bankenkredit- volumens im Vergleich zum Vorjahresende um 16,0 Mrd Euro auf 106,7 Mrd Euro reduziert. Der Rückgang der Forderungen an Kunden um 65,3 Mrd Euro auf 352,2 Mrd Euro beruhte ebenfalls auf einem deutlich geringeren Kreditvolumen. Das Kreditvolumen an Kunden und Kreditinstitute insgesamt lag zum Berichtsstichtag bei 368,4 Mrd Euro und wies damit gegen- über dem Jahresultimo einen Rückgang um 71,2 Mrd Euro auf. Die Kredite an Kreditinstitute beliefen sich auf 25,0 Mrd Euro, 34,7 % unter dem Vorjahresbestand (38,3 Mrd Euro). Das Kundenkreditgeschäft war mit einem Volumen zum Jahresultimo von 343,4 Mrd Euro um 14,4 % rückläufig. Dies resultierte überwiegend aus der Rückführung des Auslandsportfolios im Rahmen der Fokussierung auf das strategische Kerngeschäft der Bank; daneben spielte auch ein Nachlassen der Kreditnachfrage im Inland eine Rolle. Zum Berichtsstichtag belief sich das Volumen der Handelsaktiva auf 218,7 Mrd Euro, ein Rückgang gegenüber dem Stand zum Jahresende 2008 um 82,4 Mrd Euro oder 27,4 %. Hierzu haben im Wesentlichen die Positiven Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten mit 63,7 Mrd Euro beigetragen. Die Finanzanlagen lagen mit 131,3 Mrd Euro um 12,9 % unter dem Niveau des Vorjahresultimos. Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere nahmen dabei um 18,6 Mrd Euro auf 128,0 Mrd Euro ab, die Bestände an Aktien und anderen nicht festver- zinslichen Wertpapieren gingen um 0,9 Mrd Euro zurück. Auf der Passivseite zeigte sich der Volumenabbau insbesondere bei den Kunden- und Ban- keneinlagen, den verbrieften Verbindlichkeiten und den Handelspassiva. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich um 54,1 Mrd Euro auf 140,6 Mrd Euro, insbesondere im kurzfristigen Laufzeitenbereich. Dies betraf sowohl Banken im Inland als auch im Ausland. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden gingen um 55,4 Mrd Euro auf 264,6 Mrd Euro zurück; davon entfielen rund 85 % auf kurzfristige Einlagen. Rück- läufig entwickelten sich auch die verbrieften Verbindlichkeiten; mit einem Volumen von 171,4 Mrd Euro lagen sie um 10,8 % unter dem Vorjahresniveau. Während die Schuldver- schreibungen um 21,9 Mrd Euro auf 148,7 Mrd Euro zurückgingen, stiegen die Geldmarkt- papiere um 1,2 Mrd Euro auf 22,6 Mrd Euro an. Bei den Handelspassiva ergab sich insgesamt ein Rückgang um 63,5 Mrd Euro auf 193,0 Mrd Euro. Dies resultierte – analog der Entwick- lung bei den Handelsaktiva – hauptsächlich aus dem Rückgang der Negativen Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten. Die Commerzbank hat im Rahmen ihres Strategie-Programms „Roadmap 2012“ die Bilanz- summe nach der Erstkonsolidierung der Dresdner Bank stetig über die einzelnen Quartale um insgesamt rund 202 Mrd Euro deutlich verringert. Damit konnten die Auflagen der EU-Kom- mission, bis zum Jahr 2012 die Konzernbilanzsumme auf rund 900 Mrd Euro zu reduzieren, bereits deutlich früher erfüllt werden. Der Volumenabbau stand klar im Fokus einer Risiko- reduzierung; er betraf besonders das Segment Corporates & Markets aufgrund geringerer Handelsaktivitäten, den im Segment Asset Based Finance ausgewiesenen Konzernbereich Public Finance und den Portfolioabbau im Segment Portfolio Restructuring Unit. Aufgrund der aufgezeigten Entwicklungen ist die Leverage Ratio, also das Verhältnis des den Commerz- bank-Aktionären zurechenbaren Eigenkapitals zu den genetteten Aktiva, zum Jahresende 2009 auf 24 gesunken, gegenüber 36 vor einem Jahr.

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