78 Commerzbank Geschäftsbericht 2009 Konzernlagebericht Eigenkapital Das in der Bilanz zum 31. Dezember 2009 ausgewiesene Eigenkapital ist gegenüber dem Jah- resende 2008 um 33,9 % beziehungsweise 6,7 Mrd Euro auf 26,6 Mrd Euro gestiegen. Haupt- treiber waren die zwei Kapitalerhöhungen in der ersten Jahreshälfte sowie höhere Stille Ein- lagen. Gegenläufig wirkte im Wesentlichen der für das laufende Geschäftsjahr auszuweisende Konzernfehlbetrag. Der Anstieg des gezeichneten Kapitals um 1,2 Mrd Euro sowie der Zuführungsbetrag zur Kapitalrücklage von 1,3 Mrd Euro beruhte zum einen auf der Kapitalerhöhung gegen Sach- einlage im ersten Quartal, wodurch die Allianz – als eine Komponente des Kaufpreises für die Dresdner Bank – rund 163,5 Millionen neue Commerzbank-Aktien erhielt. Zum anderen spie- gelt dies die Kapitalerhöhung gegen Bareinlage durch den SoFFin wider, nachdem die EU- Kommission das zweite SoFFin-Paket genehmigt hatte und die Hauptversammlung der Kapi- talerhöhung zustimmte. Durch die Emission von rund 295 Millionen Stammaktien zu einem Preis von 6 Euro pro Aktie hält der SoFFin einen Anteil an der Commerzbank AG von 25 % plus eine Aktie. Durch diese zwei Maßnahmen beträgt die Zahl der ausstehenden Aktien zum Jahresende 1 181,4 Millionen Stück. Die Stillen Einlagen erhöhten sich um knapp 9 Mrd Euro. Im zweiten Quartal leistete der SoFFin eine zweite Tranche von 8,2 Mrd Euro, zusätzlich legte die Allianz 750 Mio Euro ein. Beide Einlagen werden mit 9 % verzinst, sofern ein Bilanzgewinn der Commerzbank AG nach HGB vorliegt. Für das Berichtsjahr hat die Commerzbank – gemäß den EU-Auflagen – zum einen auf die Stillen Einlagen keine gewinnabhängige Vergütung geleistet; zum anderen jedoch Rücklagen aufgelöst, um die Herabsetzung des Buchwerts der Stillen Einlagen zu ver- meiden. Auch für das Jahr 2010 wird die Commerzbank gemäß den EU-Auflagen gewinn- abhängige Vergütungen nur leisten, wenn sie dazu ohne Auflösung von Rücklagen oder Son- derposten nach § 340g HGB verpflichtet ist. Soweit erforderlich und rechtlich zulässig, wird die Commerzbank jedoch auch 2010 Rücklagen auflösen, um die Herabsetzung des Buch- werts ihrer Eigenkapitalinstrumente durch Verlustpartizipation zu vermeiden. Aufgrund der Auflösung von Rücklagen zum Ausgleich des Jahresfehlbetrages nahmen – trotz der Kapitalerhöhungen – Kapital- und Gewinnrücklagen zusammengenommen im Ver- gleich zum Vorjahresultimo um 3,2 Mrd Euro ab. Zum Jahresende belasteten die Neubewertungsrücklage sowie die Rücklagen aus Cash Flow Hedges und der Währungsumrechnung das Eigenkapital mit 3,5 Mrd Euro nur gering- fügig mehr als zum Jahresende 2008. Der negative Wert der Neubewertungsrücklage hat sich gegenüber dem Jahresende 2008 um 0,4 Mrd Euro auf –1,8 Mrd Euro reduziert. Dies resul- tierte insbesondere aus den deutlichen Erholungstendenzen der Kapitalmärkte. Die zinstra- genden Finanzanlagen schlagen jedoch mit –2,1 Mrd Euro weiterhin negativ zu Buche. Die- ser Wert ist auch durch die gemäß der Mitteilung des IASB vom 13. Oktober 2008 erfolgten Umwidmungen beeinflusst. Nach den Umwidmungen im Vorjahr hatten wir am 31. Januar sowie am 31. Mai erneut Wertpapiere des Public Finance-Bestands, die keinen aktiven Markt mehr aufweisen, aus der IAS 39-Kategorie Available for Sale (AfS) in die IAS 39-Kategorie Loans and Receivables (LaR) umkategorisiert. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Wertpapiere öffentlicher Schuldner in Europa. Die Risikoaktiva erreichten zum Jahresende 280,1 Mrd Euro. Dies ist im Vergleich zum Ausweis des Jahresendes 2008 ein Anstieg um 58,3 Mrd Euro, der in erster Linie konsolidie- rungsbedingt war. Demgegenüber lag die untestierte Pro-forma-Zahl einschließlich der Dresdner Bank bei 338,0 Mrd Euro. Insofern sind wir – im Einklang mit der dargestellten Ent- wicklung der Bilanzsumme – im Verlauf des Jahres 2009 auch bei unserem Ziel, der Redu- zierung von Risikoaktiva, deutlich vorangekommen. Der Rückgang beruhte in erster Linie auf
