Report-Investor: Commerzbank AG - Geschäftsbericht 2009

81Lagebericht 1 73 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Konzernlagebericht Das interne Liquiditätsrisikomodell hat sich gerade in der Krisensituation als risikosensi- tives und zuverlässiges Instrument zur Überwachung und Steuerung der Liquidität bewährt. Die Liquidität und Zahlungsfähigkeit der Commerzbank war im Berichtszeitraum – auch unter den Annahmen von Stressszenarien – jederzeit gegeben. Die entsprechenden regula- torischen Liquiditätsvorgaben wurden ebenfalls stets eingehalten; zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2009 lag die Liquiditätskennziffer des Standardansatzes der Liquiditätsver- ordnung der Commerzbank AG mit 1,20 deutlich über der regulatorischen Mindestanforde- rung von 1,00. Das Liquiditätsmanagement der Commerzbank stellt eine ausgewogene Diversifikation der Refinanzierungsstruktur hinsichtlich Anlegergruppen, Regionen, Produkten und Währungen sicher. Das Refinanzierungsprofil wird auf Basis regelmäßiger Strukturanalysen aktiv gesteuert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die Liquiditätssituation der Commerzbank kon- tinuierlich verbessert. Dazu beigetragen haben eine weiter erholte Lage auf den Finanzmärk- ten, die Mittelzuflüsse durch den SoFFin (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung), ein fort- gesetzt stabiles Einlagengeschäft und die Fokussierung der Commerzbank auf ihre Kern- geschäftsfelder. Nach einem volatilen Jahresende 2008 setzte im Berichtsjahr, unterstützt durch die welt- weit eingeleiteten Stützungsmaßnahmen, eine spürbare Erholung der Refinanzierungsmärkte ein. Dies führte zu einer Stabilisierung der Spreads für verschiedene Absicherungsinstrumente wie beispielsweise Cross Currency Swaps oder Basis-Swaps. Ebenso hat sich der Euribor- Eonia-Spread, der als Indikator für das im Markt antizipierte Liquiditätsrisiko im Interbanken- markt gesehen wird, deutlich reduziert. Der 3-Monats-Spread engte sich von den Höchst- ständen zu Beginn des Jahres bei etwa 120 Basispunkten auf etwas über 30 Basispunkte ein. Der Markt für Termingelder im Interbankenmarkt hat sich über alle Laufzeiten bis hin zu einem Jahr deutlich entspannt, und der Kapitalmarkt zeigte sich aufnahmebereit. Die Bank konnte sich ausreichend am Interbankenmarkt refinanzieren und ihre langfris- tige Refinanzierungskraft durch verschiedene Kapitalmarktemissionen im besicherten und unbesicherten Bereich unter Beweis zu stellen. Refinanzierungsstruktur im Berichtsjahr Das Jahr 2009 war, insbesondere im ersten Halbjahr, durch die Einflüsse der Finanzkrise gekennzeichnet, die auch die Refinanzierungsmöglichkeiten der Bank beeinflusste. Als Re- aktion auf die Finanzmarktkrise schlossen der SoFFin (Sonderfonds Finanzmarktstabilisie- rung) als Garantiegeber und die Commerzbank als Garantienehmerin im Dezember 2008 einen Vertrag über die Einräumung eines Garantiekreditrahmens für bestimmte Inhaber- schuldverschreibungen in Höhe von 15 Mrd Euro. Damit sollte die Refinanzierung des Kon- zerns am Kapitalmarkt erleichtert werden. Hiervon machte die Bank am 9. Januar 2009 Gebrauch und begab als erstes deutsches Institut eine dreijährige vom SoFFin garantierte Anleihe im Gesamtnennbetrag von 5 Mrd Euro. Der verbliebene Garantierahmen in Höhe von 10 Mrd Euro wurde aufgrund der guten Liquiditätslage der Bank und der zwischenzeitlich deutlich verbesserten Lage an den Refinanzierungsmärkten im August und September 2009 in zwei Schritten an den SoFFin zurückgegeben. Darüber hinaus beteiligte sich der SoFFin im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 25 % und einer Aktie an der Commerzbank. Im Zuge der dafür durchgeführten Kapitalerhöhung gegen Bareinlage flossen der Commerzbank rund 1,8 Mrd Euro zu. Weiterhin gewährte der SoFFin

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