Report-Investor: Daimler AG - Geschäftsbericht 2009

Lagebericht | Risikobericht | 105 Von strategischer Bedeutung für Daimler wäre zudem ein länger anhaltender Wachstumseinbruch in China. Dieser würde auch spürbare Einbußen für die Weltwirtschaft nach sich ziehen und damit die Aktivitäten von Daimler beeinträchtigen. Des Weiteren könnten mögliche Wirtschaftskrisen in den Schwellenländern, in denen der Konzern wichtige Produktionsstätten unterhält, von besonderer Bedeutung sein. Ein eher begrenztes Risikopotenzial würde sich dagegen aus Krisen in Schwellenländern ergeben, in denen Daimler ausschließlich über den Vertrieb seiner Produkte aktiv ist. Risiken sehen wir auch in der Entwicklung der Rohstoffpreise. Sollten die Preise bei den weiterhin gegebenen hohen Volatilitäten erneut stark ansteigen und sich noch mehr von den fundamental gerechtfertigten Niveaus entfernen, wäre der angenommene kon- junkturelle Ausblick der Weltwirtschaft gefährdet. Insgesamt würde hieraus eine Belastung des Wachstums insbesondere in den roh- stoffimportierenden Ländern resultieren. Dagegen bergen rückläu- fige Rohstoffpreise für die rohstoffexportierenden Schwellenländer erhebliche Risiken für deren Wachstumsaussichten. Risiken für den Marktzugang und die globale Vernetzung von Stand- orten könnten sich aus einer Schwächung des internatio- nalen Freihandels zugunsten regionaler Handelsblöcke oder verstärkter protektionistischer Tendenzen ergeben. Gerade Letz- tere haben in der Rezessionsphase wieder merklich zugenommen. Auch die Zunahme von bilateralen Freihandelsabkommen außer- halb der Europäischen Union könnte die Position von Daimler in wichtigen ausländischen Märkten beeinträchtigen. Die Weltwirtschaft könnte schließlich durch eine dauerhafte Belastung der Konsumenten- und Investorenstimmung sowie durch anhaltende deflationäre, aber auch inflationäre Tendenzen negativ beeinflusst werden. Auslöser hierfür könnten zusätzlich zu den Finanzmarktproblemen auch geopolitische und militäri- sche Instabilitäten sein. Branchen- und unternehmensspezifische Risiken Allgemeine Marktrisiken. Die globale Wirtschafts- und Finanz- krise führte im Jahr 2009 zu erheblichen Nachfragerückgängen nach Pkw und Nutzfahrzeugen. Bei Pkw konnten die staatlichen Abwrackprämien in Westeuropa den Nachfragerückgang ein wenig lindern, wobei Daimler von diesen Stützungsmaßnahmen nur sehr begrenzt profitierte. Es besteht jedoch die Gefahr, dass der Wegfall von fiskalen Stützungsleistungen in den Folge- jahren zu deutlichen Absatzrückgängen führt. Die Kunden haben sich zwischenzeitlich an ein bestimmtes Niveau von absatzunter- stützenden Maßnahmen gewöhnt. Solche zusätzlichen Finan- zierungsangebote und Kaufanreize könnten das Ergebnis auch in den nächsten Jahren beeinträchtigen. Der bisher schon ausge- prägte Wettbewerbsdruck auf den Automobilmärkten hat sich hierdurch ebenfalls weiter verschärft. In vielen Märkten ist eine zunehmende Tendenz im Nachfrageverhalten hin zu kleineren, ver- brauchsgünstigeren Fahrzeugen zu verzeichnen; dies ist die Folge einer stark gestiegenen Sensibilität der Kunden hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge und der Kraftstoffpreis- entwicklung. Um die Attraktivität von weniger verbrauchsgünsti- gen Fahrzeugen zu steigern, könnten zusätzliche ergebnisbelas- tende Maßnahmen notwendig werden. Diese zusätzlichen Maß- nahmen würden nicht nur die Erträge des Neufahrzeuggeschäfts belasten, sondern auch zu niedrigeren Preisniveaus auf den Gebrauchtwagenmärkten und damit zu abnehmenden Fahrzeug- restwerten führen. Eine Verschiebung im Modell-Mix hin zu kleineren, renditeschwächeren Fahrzeugen würde darüber hinaus die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Daimler belasten. Überkapazitäten und der hohe Wettbewerb in der Automobilindus- trie schaffen einen zunehmenden Preisdruck und könnten weitere Kostensenkungen notwendig machen. So erhielten beispielsweise einzelne US-Fahrzeughersteller staatliche finanzielle Unterstützung oder haben aufgrund von gesetzlich bedingten Reorganisations- prozessen eine niedrigere Kostenbasis erzielt; dadurch ist es die- sen Herstellern möglich, ihre Fahrzeuge zu günstigeren Preisen anzubieten und ihre Rentabilität zu verbessern. Als Reaktion auf den deutlichen Nachfragerückgang hat Daimler umfangreiche Maßnahmen zur Kürzung und zur Optimierung der Produktion von Pkw und Nutzfahrzeugen eingeleitet. Ferner hat der Konzern deutliche Einsparungen realisieren können, indem für einen begrenzten Zeitraum Anpassungen der Kosten- strukturen mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart werden konnten. Sollte die Krise auf den Automobilmärkten jedoch länger

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