Lagebericht | Ertragslage | 85 Als weitere Maßnahme zur Kostensenkung haben wir vereinbart, die Tariferhöhung von Mai auf Oktober 2009 zu verschieben. Auch die Leitenden Führungskräfte verzichteten auf die Gehalts- erhöhung 2009 sowie – abhängig von ihrer Führungsebene – auf 5 bis 10% ihres monatlichen Grundgehalts, bei den Mitgliedern des Vorstands sind es 15%. Darüber hinaus haben sich die vari- ablen Bezüge bei den Leitenden Führungskräften und beim Vor- stand deutlich verringert. Das Maßnahmenpaket läuft voraus- sichtlich bis 30. Juni 2010. Ergebnisbeteiligung. Für das Jahr 2008 hatten wir eine Ergeb- nisbeteiligung in Höhe von 1.900 € für jeden Tarifbeschäftigten der Daimler AG festgelegt. Als Beitrag der Belegschaft, die Kon- zernliquidität zu schonen, wurde mit dem Gesamtbetriebsrat ver- einbart, den Betrag nicht – wie ursprünglich geplant – im April 2009 auszubezahlen. Stattdessen haben wir geprüft, ob alternativ das Modell einer Mitarbeiterkapitalbeteiligung infrage kommt. Diese Variante hat sich jedoch vor allem aus steuerlichen Grün- den für die Belegschaft als nicht attraktiv erwiesen. Wir haben daher die Ergebnisbeteiligung für das Jahr 2008 einschließlich einer Gewinnbeteiligung Ende Dezember 2009 ausbezahlt. Als Anerkennung des Vorstands gegenüber der Belegschaft für ihren Einsatz in schwierigem Umfeld erhalten die Tarifbeschäftigten der Daimler AG im Jahr 2010 eine einmalige Sonderzahlung in Höhe von 500 €. Altersdurchschnitt. Der Altersdurchschnitt unserer Beschäftig- ten lag im Jahr 2009 weltweit bei 41,4 (i.V. 41,1) Jahren. Durch die demografische Entwicklung wird er sich in den nächsten zehn Jahren auf voraussichtlich 47 Jahre erhöhen. Die Herausforderun- gen, die sich aus dieser Entwicklung ergeben, werden in unserer Personalstrategie unter verschiedenen Aspekten berücksichtigt. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel »Mitarbeiterin- nen und Mitarbeiter« auf S. 140 dieses Geschäftsberichts. Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit und Anteil von Frauen in Führungsfunktionen gestiegen. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Daimler hat sich im Berichtsjahr von 15,0 auf 15,4 Jahre leicht erhöht. In Deutschland waren die Mitarbeiterinnen und Mitar- beiter am Jahresende 2009 im Durchschnitt seit 18,1 (i.V. 17,7) Jahren bei Daimler beschäftigt, in der Daimler AG seit 18,4 (i.V. 17,9) Jahren. Außerhalb Deutschlands lag die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei 11,0 (i.V. 10,8) Jahren. Der Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft betrug in der Daimler AG zum Ende des Berichtsjahres 13,1% (i.V. 12,9%). In den Führungs- funktionen der Ebenen 1 bis 4 stieg der Anteil der Frauen gegen- über dem Vorjahr von 10,4% auf 10,9%. Einkauf Vielfältige Herausforderungen im weltweiten Einkauf. Die Einkaufsorganisation der Daimler AG setzt sich aus den drei Ein- kaufsbereichen Procurement Mercedes-Benz Cars and Vans, Procurement Daimler Trucks and Buses sowie Einkauf Nichtpro- duktionsmaterial – International Procurement Services zusam- men und ist an über 50 Standorten weltweit vertreten. Wie bereits im Vorjahr standen auch im Jahr 2009 die Einkaufs- aktivitäten im Zeichen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten arbeiten wir mit Nachdruck daran, durch eine Standardisierung von Teilen und Komponenten sowie durch optimierte Beschaffungsprozesse signifikante und nachhaltige Einsparungen bei den Materialkosten zu realisieren. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Ergebnis. Für alle Aktivitäten im Einkauf gilt der Grundsatz, dass wir ein partnerschaftliches und konstruktives Verhältnis zu unseren Lieferanten pflegen. Risikomanagement hat sich in der Krise bewährt. Im Jahr 2009 hat sich die Ertragslage vieler Zulieferbetriebe in der Auto- mobilindustrie deutlich verschlechtert. Wir verfolgen daher im Rahmen unseres Risikomanagements sehr genau, wie sich unse- rer Lieferanten entwickeln – zunehmend auch unter finanzwirt- schaftlichen Aspekten. Mit den Zulieferern wurde vereinbart, Daimler in Abhängigkeit von der internen Einstufung in festgeleg- ten Abständen wichtige Leistungskennziffern zu berichten. Gleichzeitig steht der Einkauf für einen kritischen Dialog zur Ver- fügung und entsendet bei Bedarf qualifizierte Fachkräfte, die den Lieferanten vor Ort unterstützen. Dennoch mussten im Jahr 2009 einige unserer Lieferanten Insolvenz anmelden. Größere Produktionsausfälle konnten dabei jedoch verhindert werden. Aufgrund der großen Bedeutung der Zulieferer für unsere Pro- duktionsprozesse hat Daimler ein regelmäßig tagendes Supplier Risk Board eingerichtet. Dieses bereichsübergreifend zusam- mengesetzte Gremium ist zum einen in Vergabeentscheidungen eingebunden und beschäftigt sich zum anderen mit möglichen Alternativstrategien wie z. B. einer zusätzlichen Lagerhaltung in Abstimmung mit den betroffenen Produktionswerken. Bei Bedarf werden auch Maßnahmen entwickelt, mit denen wir kurzfristig auf drohende Lieferanteninsolvenzen reagieren können. Strategische Partner Lieferanten Key Suppliers Erwartungen Verpflichtungen Daimler Supplier Network
