Report-Investor: Deutsche Börse AG - Geschäftsbericht 2009

Konzernlagebericht 101 Nachtragsbericht Am 16. Februar 2010 hat der Vorstand der Gesellschaft ein Kostensenkungsprogramm mit Einsparungen von jähr- lich 50 Mio.€ beschlossen sowie die Kostenprognose für das Jahr 2010 auf maximal 1.250 Mio.€ ohne Berück- sichtigung von Rückstellungen für die Kosteninitiativen in Höhe von rund 40 Mio.€ angepasst (Details siehe Prog- nosebericht). Prognosebericht Der Prognosebericht beschreibt die voraussichtliche Entwicklung der Gruppe Deutsche Börse in den Geschäfts- jahren 2010 und 2011. Er enthält Aussagen und Informa- tionen über Vorgänge, die in der Zukunft liegen. Diese vorausschauenden Aussagen und Informationen beruhen auf Erwartungen und Annahmen des Unternehmens zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Prognoseberichts. Diese wiederum unterliegen bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse des Konzerns. Viele dieser Faktoren liegen außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens. Sollte eines der Risiken eintreten oder sich eine der Ungewiss- heiten realisieren, oder sollte sich erweisen, dass eine der zugrunde liegenden Annahmen nicht korrekt war, kann die tatsächliche Entwicklung des Konzerns sowohl positiv als auch negativ von den Erwartungen und Annahmen in den zukunftsgerichteten Aussagen und Informationen dieses Prognoseberichts abweichen. Entwicklung der Rahmenbedingungen Weit reichende Maßnahmen zur Stabilisierung von Banken und Unternehmen durch Zentralbanken und Regierungen in den Jahren 2008 und 2009 haben dazu beigetragen, das Vertrauen in die Finanzmärkte wiederherzustellen. Dennoch waren die Finanzmärkte im Berichtsjahr weiter von Unsicherheit und Zurückhaltung geprägt, was sich zunehmend auch auf die Handelsvolumina niederschlug. Nach dem Rekordjahr 2008 sind die Handelsvolumina in Kassa- und Terminmarkt um rund 50 bzw. 20 Prozent eingebrochen. Nach dem Einbruch der Weltwirtschaft infolge der Finanzkrise im Jahr 2009 gibt es zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts erste Anzeichen einer konjunkturellen Erholung. Derzeit ist allerdings für die Gruppe Deutsche Börse noch nicht absehbar, wann es zu einer deutlichen Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds kommt. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihren ersten Prognosen für das Jahr 2010 von einem Wirtschaftswachstum von unter 1 Prozent in der Eurozone und zwischen 1,2 und 1,5 Prozent in Deutsch- land aus. Erst im Jahr 2011 rechnen sie mit einem deut- lich stärkeren Anstieg. In den USA liegen die Erwartungen etwas über denen in Europa: Es wird mit einem Anstieg der Konjunktur von über 2 Prozent gerechnet. Das mit Abstand größte Wirtschaftswachstum, zwischen 8 und 10 Prozent, wird in Erwartung der hohen Binnennachfrage für die asiatischen Länder, inbesondere China, prognosti- ziert. Als Folge der sehr unterschiedlichen Schätzungen für die verschiedenen Wirtschaftsräume wird ein weltweites Wirtschaftswachstum zwischen 2,5 und 3,9 Prozent prognostiziert. Für das Jahr 2011 gehen die Wirtschafts- institute davon aus, dass sich das Wachstum fortsetzen und sogar noch verstärken wird. Zur weiteren Stabilisierung des Finanzsektors und um zukünftig Finanzkrisen in dem erlebten Ausmaß zu ver- hindern, streben Regierungen und Zentralbanken derzeit eine stärkere Regulierung des Finanzmarktes an. Das Spektrum der geplanten und zum Teil bereits angestoße- nenen Maßnahmen umfasst die Überarbeitung der recht- lichen Rahmenbedingungen für Bankgeschäfte und Eigen- kapitalanforderungen ebenso wie die Verbesserung der regulatorischen Beaufsichtigung (Details siehe Seite 105). Die Gruppe Deutsche Börse plant für den Prognosezeit- raum keine wesentliche Änderung ihres integrierten Ge- schäftsmodells mit den Schwerpunkten Handel, Clearing, Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren und Deri- vaten. Auf Basis dieses erfolgreichen Geschäftsmodells, das die gesamte Prozesskette für Wertpapiertransaktionen und die wichtigsten Anlageklassen abdeckt, wird die Deutsche Börse weiterhin die Trends an den Finanzmärk- ten weltweit beobachten und diese für die Weiterentwick- lung ihrer Produkte und Dienstleistungen nutzen. Das vorrangige strategische Ziel des Unternehmens dabei ist, alle Kunden mit hervorragenden Leistungen zu bedienen.

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