6 Brief an die Aktionäre Brief an die Aktionäre Frankfurt am Main, im März 2010 Sehr geehrte Damen und Herren, das Geschäftsjahr 2009 war infolge der Finanzkrise geprägt von einem Vertrauensverlust der Anleger und massiven Veränderungen im Bankensektor. Trotz dieses schwierigen Kapitalmarktumfelds hat sich die wirtschaftliche Basis der Deutschen Börse auch in der Finanzkrise als grundsolide erwiesen. Der Wert Ihres Unternehmens, sehr geehrte Aktionäre, legte im Jahresverlauf von 9,4 Mrd. € auf 10,8 Mrd. € zu, bedingt durch einen Kursanstieg der Deutsche Börse-Aktie von 50,80 auf 58,00 €. Ihr Unternehmen gehört damit nach wie vor zu den wertvollsten und ertragsstärksten Börsenorganisationen – gemessen am Umsatz von erneut über 2 Mrd. € halten Sie Anteile an der weltgrößten Börse. Als Zeichen unseres Vertrauens in die Stabilität und Ausbaufähigkeit unseres Geschäftsmodells schlagen wir Ihnen daher eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 2,10 € je Aktie vor. Das schwierige Kapitalmarktumfeld hat sich letztlich aber auch auf unser Geschäft ausgewirkt. Gegen- über dem Rekordjahr 2008 gingen die Volumina an unseren Kassa- und Terminmärkten stark zurück. Hinzu kam, dass die Zentralbanken zur Stützung des Bankensystems die Zinsen senkten, wodurch unsere Nettozinserträge um mehr als die Hälfte abnahmen. Dennoch haben wir in drei von fünf Geschäfts- segmenten – Clearstream, Market Data & Analytics und Information Technology – einen stabilen Um- satz erwirtschaftet. Auf der Kostenseite zahlte sich aus, dass wir bereits vor Beginn der Finanzkrise Strukturmaßnahmen eingeleitet hatten. Der Umzug von Teilen der Belegschaft nach Eschborn schließlich wirkte sich stabilisierend auf das Nettoergebnis aus. Die Gruppe Deutsche Börse erwirtschaftete vor diesem Hintergrund im Geschäftsjahr 2009 einen Konzern- Jahresüberschuss von 700,2 Mio. €, das Ergebnis je Aktie betrug 3,77 € (2008: 1.033,3 Mio. € bzw. 5,42 €). Berücksichtigt man den nicht zahlungswirksamen Sonderaufwand für die Wertminderung der International Securities Exchange (ISE), so ergab sich ein Konzern-Jahresüberschuss von 496,1 Mio. €. Dieses Ergebnis stellt uns nicht zufrieden. Dennoch gilt: Auch unter schwierigen Bedingungen bewährt sich das robuste Geschäftsmodell der Gruppe Deutsche Börse, das vom Handel über die Abwicklung bis zur Verwahrung von Wertpapieren reicht, unterstützt von selbst erstellten, leistungsstarken IT-Systemen. Um unsere Ertragskraft zu sichern, steigern wir konsequent unsere Effizienz, indem wir unsere jährlichen operativen Kosten weiter senken. Dazu werden wir im laufenden Geschäftsjahr unsere Personalstruktur verschlanken und die Sachkosten senken. Außerdem setzen wir künftig auf ein noch stärker internatio- nal ausgerichtetes Standortkonzept, indem wir z.B. verstärkt Aufgaben an den Konzernstandort Prag verlagern, und ergreifen zusätzliche Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz. Doch nicht nur wirtschaftlich stehen wir für Stabilität: Wir haben mit unseren integren, transparenten und effizient funktionierenden Marktplätzen zudem unseren Teil dazu beigetragen, dass die Investoren schritt- weise wieder Vertrauen in die Finanzmärkte gewinnen. Zugleich entsteht angesichts der anhaltenden Unsicherheit an den Märkten eine Nachfrage nach Finanzinstrumenten, die breite Portfolios abbilden und dadurch Risiken streuen, nach Systemen für ein effektiveres und effizienteres Risikomanagement sowie nach neuen Formen der besicherten Beschaffung von Liquidität. Hier bieten wir bewährte ebenso wie innovative Lösungen an, mit denen unsere Kunden in ihrem Geschäft hohe Steigerungsraten erzielen können – und damit auch wir in unserem.
