10 Einführung Mit der gestiegenen Geschwindigkeit erhält auch die Sicherheit einen neuen Stellenwert. Bestimmte Hochge- schwindigkeitsleitungen in den Proximity-Rechenzentren z.B. werden mit Infrarot-Überwachung und Panzerrohren für die Kabelschächte geschützt. Trotz der gestiegenen Anforderungen ist z.B. die Verfügbarkeit des Kassamarkt- systems Xetra bei über 99,99 Prozent geblieben. Dies entspricht im Gesamtjahr einer Ausfallzeit von durchschnitt- lich weniger als fünf Sekunden pro Teilnehmer. Dafür sorgt u.a. die doppelte Auslegung aller Komponenten: Fällt eine Leitung oder ein Computer aus, übernimmt Nummer zwei diese Funktion. Künftig werden die Handelssysteme der Deutschen Börse auf eine neue Plattform gestellt, die dann als Basis für maßgeschneiderte Anwendungen für die Kunden dient. Die neuen Systeme werden ab 2010 Schritt für Schritt eingeführt. Die Deutsche Börse wird dann imstande sein, auf ihren Systemen über eine Million Quotes pro Sekunde bei einer Bearbeitungszeit von weniger als einer Millise- kunde zu verarbeiten. Damit wird die Deutsche Börse ihre Vorreiterrolle im Markt festigen und für die hohen und ste- tig wachsenden Anforderungen an Geschwindigkeit und Stabilität gerüstet sein – und Stabilität bedeutet zugleich Sicherheit. Durch die Bündelung der verschiedenen Han- delssysteme auf einer Plattform wird die Deutsche Börse zudem die Wartungskosten senken und somit nicht nur sicher bleiben, sondern auch noch effizienter werden. Sicherheit durch moderne Leistungs- palette im Verwahrgeschäft Verwahrung bedeutet mehr als die schlichte Lagerung von Wertpapieren. Im Kern geht es darum, den Eigentümern die Ausübung der Rechte zu ermöglichen, die sie durch den Kauf des Wertpapiers erworben haben – und dies in einer absolut sicheren Umgebung. Zu diesen Rechten gehören die Gutschrift von Zinsen bei Rentenpapieren, die Auszahlung von Dividenden bei Aktien, die Anpassung von Aktien bei Kapitalerhöhungen oder Aktiensplits. Bei 2.500 Kunden in 110 Ländern für mehr als 400.000 Wertpapiere ist dies keine triviale Aufgabe, im Gegenteil: Besonders im grenzüberschreitenden Geschäft kann die Komplexität immense Ausmaße annehmen (siehe hierzu die Grafik auf S. 110). Und je mehr der europäische Markt zusammenwächst, umso mehr nehmen auch die grenzüberschreitenden Transaktionen zu. Möglich geworden ist diese Zunahme, wie im Handel auch, durch die weitgehende Elektronisierung der Systeme, in denen Wertpapiere zentral verwaltet werden. Die Ver- wahrung im physischen Tresor gibt es zwar noch, doch sie ist zur Ausnahme geworden. Einer der wichtigsten Trei- ber dieser Entwicklung in Europa ist die Deutsche Börse- Tochter Clearstream, und zwar sowohl für deutsche als auch für internationale Wertpapiere. Dass die dafür not- wendige Infrastruktur im Zuge der Finanzkrise nicht ins Rampenlicht der Öffentlichkeit geriet, ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt: Die Systeme funktionieren reibungslos. Mit der elektronischen Verwahrung und Verwaltung ent- fallen die Risiken, die mit der physischen Lagerung und dem Transport der Wertpapiere verbunden waren. Sie schafft zudem die Grundlage dafür, dass die Verwahrung inzwischen Größenordnungen erreicht hat, die im vorelektronischen Zeitalter undenkbar waren. Das Verwahrvolumen von Clearstream blieb – den Folgen der Krise zum Trotz – auch 2009 bei über 10 Bio. € (als Ziffer: 10.000.000.000.000).
