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Report Investor: Deutsche Börse AG - Geschäftsbericht 2010

Konzernlagebericht 105 Umsatzerlöse im Segment Eurex Das wirtschaftliche Umfeld im Jahr 2010 zeigte sich ge- genüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Vor diesem Hin- tergrund steigerte das Segment Eurex das mit den europä- ischen Produkten erzielte Kontraktvolumen im Vergleich zum Vorjahr. Ausgelöst durch die Staatsverschuldung Griechenlands und einiger anderer europäischer Staaten, das gemeinschaftlich von der EU geschnürte Rettungs- paket und den Rückgang des Euro gegenüber dem US- Dollar erhöhte sich die Volatilität auf den Märkten insbe- sondere im zweiten Quartal signifikant und führte zu deut- lich größeren Volumina beim Handel mit Wertpapieren und Derivaten. Der im ersten Halbjahr zu konstatierende Aufwärtstrend gegenüber dem Vorjahr setzte sich im zwei- ten Halbjahr fort, allerdings auf niedrigerem Niveau. Dies lag insbesondere an der geringeren Volatilität auf den Aktien- und Zinsmärkten, nachdem sich die oben be- schriebenen Situationen wieder normalisiert hatten. Insgesamt erzielte Eurex mit seinen europäischen Produk- ten ein Handelsvolumen von 1.896,9 Mio. Kontrakten, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2009: 1.687,2 Mio.). Die Umsatzerlöse des Segments stiegen um 2 Prozent auf 858,7 Mio.€ (2009: 838,4 Mio.€). Die Produktgruppe mit den höchsten Handelsumsätzen blieben die europäischen Aktienindexderivate. Sie ver- buchten einen leichten Anstieg auf 808,9 Mio. Kontrakte (2009: 800,1 Mio.). Mit Abstand am meisten handelten die Marktteilnehmer Kontrakte auf den EURO STOXX 50 (372,2 Mio. Futures und 284,7 Mio. Optionen). Aufgrund des wachsenden Geschäfts mit höher bepreisten Dividen- denderivaten nahmen die Umsatzerlöse etwas stärker zu als die Kontraktvolumina. Starkes Wachstum erzielte Eurex in der Produktgruppe der europäischen Aktienderivate: Deren Handelsvolumen stieg um 21 Prozent auf 511,8 Mio. Kontrakte (2009: 421,3 Mio.). Die positive Entwicklung in dieser Produkt- gruppe wird maßgeblich getragen durch den signifikanten Anstieg des Handelsvolumens in Futures auf einzelne Aktien (Single-Stock Futures), das – von guten Unterneh- mensdaten befördert – im Vergleich zum Vorjahr um 73 Prozent anstieg. Durch einen hohen Anteil von Block Trades, die über das Eurex® -System verrechnet werden und einer Entgeltobergrenze unterliegen, stiegen die Um- satzerlöse nicht so signifikant wie die Zahl der gehandel- ten Kontrakte. Die Teilnehmer an den Zinsmärkten rechnen seit geraumer Zeit damit, dass die Zentralbanken ihre Geldpolitik und damit das Zinsniveau anpassen. Entsprechend stiegen die an der Eurex gehandelten Kontraktvolumina in der Pro- duktgruppe der Zinsderivate nachhaltig, nachdem sie im Zuge der Finanzkrise deutlich gesunken waren. Zudem führte die Entwicklung der Zinsspanne zwischen den Staatsanleihen der verschiedenen europäischen Länder zu einem höheren Absicherungsbedarf der Marktteilnehmer und ließ sie die Eurex-Zinsprodukte stärker nutzen als im Vorjahr. Im Berichtsjahr erzielte Eurex einen Zuwachs von 23 Prozent auf 574,8 Mio. Kontrakte (2009: 465,7 Mio.). Die Umsatzerlöse stiegen ungefähr in gleichem Umfang wie die Handelsumsätze. An der International Securities Exchange (ISE) war das Handelsvolumen in US-Optionen in einem von hohem Wettbewerb geprägten Umfeld wie erwartet Schwankun- gen unterworfen: Im Berichtsjahr handelten Marktteilneh- mer mit 745,2 Mio. Kontrakten um 22 Prozent weniger als im Vorjahr (2009: 960,2 Mio.). Der Marktanteil der ISE in US-Aktienoptionen (bereinigt um Dividendenge- schäfte) verringerte sich 2010 auf 22 Prozent (2009: 28 Prozent). Aufgrund dieser Entwicklung wurde bei der Überprüfung der im Rahmen der Akquisition der ISE er- worbenen immateriellen Vermögenswerte ein Wertminde- rungsaufwand in Höhe von 453,3 Mio.€ für 2010 im Konzernabschluss erfasst, der jedoch nicht zahlungs- wirksam ist.