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Report Investor: Deutsche Börse AG - Geschäftsbericht 2010

Konzernlagebericht 135 den Preisdruck über die kontinuierliche Verbesserung der Produkte und Dienstleistungen sowie über selektive An- reize für preiselastisches Geschäft abzufedern. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen im Kassamarkt- segment Xetra die Preise für das Aktienclearing gesenkt. Ziel des Unternehmens ist hier, die Position des Kassa- marktes als zentralen und größten Liquiditätspool im Handel mit deutschen Bluechips weiter zu festigen. Aus diesem Grund behält sich das Unternehmen weiterhin strategische Preisanpassungen im Segment Xetra vor. Im Segment Eurex wurden im Berichtjahr Änderungen des Entgeltmodells beschlossen, die mit Wirkung zum 1. Feb- ruar 2011 eingeführt wurden. Hauptziel ist es, die Attrakti- vität des Eurex-Handelsplatzes zu steigern. Hierzu werden Preisanreize auf Basis der bereitgestellten Marktqualität gesetzt sowie Volumenrabatte gewährt und zusätzlich bei ausgewählten Produkten die Entgelte gesenkt. Mit der Einführung des neuen Preismodells wird ein Anstieg der Handelsaktivität und somit ein neutraler Effekt auf die Umsatzerlöse erwartet. Langfristig gesehen ist weiterhin damit zu rechnen, dass die durchschnittlichen Umsatzerlöse pro angerechneter Einheit in allen Bereichen des Unternehmens zurückgehen. Dies resultiert aus den gestaffelten Preismodellen, die bei einem Wachstum der Geschäftsaktivität der Kunden dazu führen, dass der Ertrag pro Einheit zurückgeht. Regulatorisches Umfeld Als eine Folge der globalen Finanzmarktkrise wird auf internationaler Ebene in den verschiedensten Bereichen an Regulierungsvorhaben gearbeitet, die ein transparente- res und stabileres Finanzsystem schaffen sollen. Dabei stehen insbesondere Regelungen für die Verbesserung der Aufsichtsstrukturen, für die Finanzmarktinfrastruktur, für die Abwicklung von Wertpapieren, Derivaten und sonsti- gen Finanzinstrumenten sowie für die Banken im Fokus. Verbesserung der Aufsichtsstrukturen Zur Verbesserung der Aufsichtsstrukturen wurden neue europäische Aufsichtsbehörden etabliert. Die Europäische Aufsichtsbehörde für Wertpapiermärkte (European Securi- ties and Markets Authority, ESMA) wird für die Gruppen- unternehmen künftig eine wesentliche Rolle bei der direk- ten Beaufsichtigung von Dienstleistern in der Wertpapier- branche oder der Entwicklung von Leitlinien für deren Beaufsichtigung spielen. Dies gilt sowohl für den Kassa- markthandel (Segment Xetra) als auch für den Handel von Derivaten und die Funktionen des zentralen Kontrahenten (Segment Eurex) sowie das Wertpapierabwicklungsgeschäft (Segment Clearstream). Zudem wird die Europäische Ban- kenaufsichtsbehörde (European Banking Authority, EBA) eine wichtige Rolle für das regulatorische Umfeld der Gruppe spielen, da einerseits einige Gruppenunternehmen der Regulierung von Banken unterliegen und andererseits Banken zu den wichtigsten Kunden der Gruppe gehören. Regulierung der Marktinfrastruktur Im Zuge der Veränderungen des regulatorischen Rahmens sind für die Gruppe vor allem drei Initiativen auf europäi- scher Ebene von Relevanz: die geplante Überarbeitung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (Markets in Financial Instruments Directive, MiFID), die geplante Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transakti- onsregister (European Market Infrastructure Regulation, EMIR) und die geplante Regulierung für Wertpapier- zentralverwahrer (Central Securities Depositories, CSD- Regulierung). Die EU-Kommission hat im Jahr 2011 eine Überarbeitung der MiFID gestartet. Ziel ist es, die Transparenz und Inte- grität der Märkte weiter zu erhöhen und den Investoren- schutz auch im Lichte der Finanzmarktkrise weiter zu stärken. Mit einer Umsetzung auf nationaler Ebene ist 2013 zu rechnen. Die geplante Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister strebt ein harmonisiertes Regel- werk für den Betrieb und die Beaufsichtigung von zentra- len Kontrahenten (CCPs) an, das bereits 2011 in Kraft treten soll. Der Entwurf der Verordnung wurde im Septem- ber 2010 von der EU-Kommission vorgelegt und befindet sich aktuell im politischen Abstimmungsprozess. Die Ver- ordnung strebt u.a. den regulatorischen Zwang zur ver- stärkten Abwicklung von Derivategeschäften über zentrale Kontrahenten an. Ferner enthält die Verordnung die Ein- führung einer Registrierungspflicht für OTC-abgewickelte Derivate in einem zentralen Transaktionsregister (so ge- nannte Trade Repositories). Auch die Überwachung von Trade Repositories (durch die ESMA) ist Bestandteil der geplanten Verordnung.