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Report Investor: Deutsche Börse AG - Geschäftsbericht 2010

Dreh- und Angelpunkt in Asien ver- wenden. Die Infrastruktur und das für unser Geschäft günstige Umfeld haben Singapur ebenfalls zu einem idealen Standort für uns gemacht. Ein weiterer Grund war, dass Hoch- chinesisch – Mandarin – eine Amts- sprache in Singapur ist und uns dabei hilft, bei asiatischen Kunden weiter für unsere Dienstleistungen zu werben. Trotzdem bleibt die Frage: Welcher Standort wird das dominierende Finanzzentrum in der Region sein? Schanghai? Tokio? Hongkong? Singapur? Ich glaube, dass es angesichts der Größe und Bedeutung des asiatischen Marktes sicherlich mehrere Finanzzentren in Asien geben könnte. Gary He: Mit der zunehmenden Größe der chinesischen Wirtschaft und ihrem wachsenden Einfluss in der Weltwirtschaft könnte Hong- kong seine einzigartigen Vorteile nutzen und seine Wettbewerbs- fähigkeit als führendes internatio- nales Finanzzentrum in der Region weiter steigern. Hongkong hat sich mit der Internationalisierung des Renminbi zu einem Offshore- Zentrum für den Renminbi entwickelt. pumpt, um die Märkte zu beruhigen; die zweite ist ein zentraler Kontra- hent (CCP) wie Eurex Clearing, der das Risiko reduziert; die dritte ist eine effiziente Besicherung, um das Kontrahentenrisiko zu verringern. Clearstream ist der führende An- bieter von Sicherheitenmanage- ment-Dienstleistungen auf globaler Ebene. Es ist ein wesentliches Un- terscheidungsmerkmal, ob man die Sicherheiten eines Instituts effizient verwaltet oder ihm die notwendigen Tools für ein effizientes Manage- ment in die Hand gibt, wie wir dies für den brasilianischen Zentralver- wahrer CETIP tun. Letztendlich geht es um das Management von Risi- ken – und in diesem Bereich ist die Gruppe Deutsche Börse führend. Individuelle Märkte benötigen länderspezifische Lösungen Gary He: Nach der Finanzkrise in Asien wurde dort allgemein auf eine strengere Kontrolle der inländischen Institute gedrängt. Ansonsten ist Asien jedoch weniger einheitlich reguliert als Europa – einzelne auf- sichtsrechtliche Vorgaben werden in Asien individuell, d. h. von jedem einzelnen Land selbst, festgelegt. In China müssen beispielsweise alle Interbankengeschäfte an Börsen re- gistriert werden. Folglich besteht kein Grund, sich um einen intrans- parenten außerbörslichen Markt Sorgen zu machen. Aber nach dem Prinzip „ein Land, zwei Systeme“ sieht das in Hongkong schon wie- der anders aus. Dort überlegt man gegenwärtig, ein Transaktionsregis- ter einzuführen, um die Transpa- renz im außerbörslichen Derivate- markt zu erhöhen. In Asien gibt es keine zentrale Abwicklung, d.h. keine Nachhandelsorganisation wie Clearstream. Jeffrey Tessler: Wir haben uns für die Eröffnung einer Niederlassung in Asien entschieden, weil sehr viele unserer Kunden Singapur als Wachstumschancen in Asien 145