
hauses verlangen. Das würden wir vielleicht nicht im notwendigen Ausmaß tun, wenn wir selbst an diesen Risiken beteiligt wären. Jes Staley: Die Schwellenländer er obern einen immer größeren Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt. Die Neugewichtung der wirtschaft lichen Aktivitäten sollte globale Un ternehmen und regionale Marktteil nehmer begünstigen, die einander ergänzen. Dies ist ein langfristiger Trend, der zu einer zahlenmäßigen Explosion bei den Unternehmens gründungen, zu einer stärkeren Nachfrage und einem intensiveren Wettbewerb um Kapital, zu mehr Emittenten und Anlegern an ver schiedenen Orten sowie zu außer gewöhnlichen Chancen für Banken und Börsen zur Erfüllung von Bedürf nissen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene führen dürfte. Wir werden viel zu tun haben, zumal die Volumina steigen und die Märkte in einem positiven Kreislauf immer stärker miteinander verbunden sein werden. Die Kunden erwarten von Marktteilnehmern wie der Deutschen Börse und J.P. Morgan Führungs stärke. Ich glaube, dass wir eine wirklich vielversprechende Zukunft vor uns haben. Reto Francioni: Führungsstärke ist ein gutes Stichwort. Führungsstärke ist auch notwendig, um der überge ordneten volkswirtschaftlichen Rolle von Börsen wieder verstärkt Geltung zu verschaffen. Börsen sorgen für sichere und integre Märkte, und sie erhöhen durch ihre Preisfindungs funktion die volkswirtschaftliche Allokationseffizienz. Hinzu kommt die Primärmarktfunktion: Börsen bahnen Unternehmen aus der Real wirtschaft den Weg zu mehr Eigen kapital. Der Markt für Neuemissionen ist und bleibt wichtig – und es sind Börsen, die diesen Markt organisieren. einer Lernkurve, die wir bewältigen müssen, um die langfristigen Aus wirkungen auf das Marktsystem zu verstehen. Market Maker und Börsen sollten Führungsstärke beweisen und die Initiative ergreifen, um die Kon trollen im Gleichschritt mit der Markt entwicklung zu modernisieren. Es liegt in unserem Interesse, wachsam zu sein, damit die potenziellen Pro bleme schnell in Angriff genommen und gemeinsam mit den zuständigen Regulierungsbehörden bewältigt werden können. Mit den richtigen Partnern und Instrumenten können die elektronischen Märkte dazu bei tragen, eine fast grenzenlose Flexi bilität zu schaffen, die dazu genutzt werden kann, den Kunden rund um die Uhr eine reibungslose „Best Execution“ zu bieten. Wir wollen mit den führenden Börsen der Welt, anderen Akteuren und Politikern zusammenarbeiten, um in einer technologieorientierten Welt für ge ordnete, gesunde Märkte zu sorgen. Längerfristige Perspektiven für Banken und Börsen Reto Francioni: Ich bin grundsätzlich optimistisch, was die Zukunft von Börsen anbelangt: Börsen sind Teil der Lösung und nicht Teil des Pro blems. Ein ganz wichtiger Vorteil, den wir dabei haben, ist unsere Neu tralität: Wir managen keine Interes senkonflikte. Wir vermeiden Inte ressenkonflikte. Das kommt uns zum Beispiel auch beim Clearing von Geschäften unserer Kunden über die zentrale Gegenpartei Eurex Clearing zugute: Wir treten als Käu fer für den Verkäufer und als Ver käufer für jeden Käufer ein, schaffen gleichzeitig Anonymität und Trans parenz und minimieren die Risiken im Handel, indem wir diese messen und entsprechende Sicherheiten von den Mitgliedern unseres Clearing Instrument, das konstruktiv genutzt werden kann, um die Liquidität zu erhöhen und die Praxis in verschie denen Bereichen wie Preis und Transparenz zu verbessern. Der elek tronische Handel mit seiner hohen Geschwindigkeit ist ein relativ neuer Bereich. Wir befinden uns daher in 12 Strategien für einen Finanzsektor im Umbruch