
Neue Perspektiven – für Sicherheit und Integrität am Kapitalmarkt Die Kapitalmärkte weltweit sind im Umbruch. Wie jede Veränderung, so bietet auch diese neue Chancen – für diejenigen, die früh genug bereit sind, umzudenken und ihre Strategie anzupassen. Es ist deshalb Zeit für neue Perspektiven: für die Gruppe Deutsche Börse, aber auch generell für die Märkte und ihre politischen Rahmenbedingungen. Die Finanzkrise hat das Kapitalmarktumfeld tiefgreifend verändert. Das politische Klima hat sich gewandelt und die Öffentlichkeit ist gegenüber dem Finanzsektor kritischer eingestellt als früher. Teil dieses Wandels sind auch Ver änderungen der Rahmenbedingungen: Leerverkaufsverbot und die verschärften Eigenkapitalvorschriften der Basel III Empfehlungen sind dafür zwei Beispiele, die letztlich den Gestaltungsspielraum der Marktteilnehmer beschränken. Zudem ist der Wettbewerb von Börsen und außerbörslichen Handelsplattformen härter geworden. Aus der höheren Wertschätzung für Risikomanagement, Sicherheit und Integrität durch Investoren und Regulatoren ergeben sich aber auch neue Chancen für Börsenorganisationen, denn gerade in diesen Bereichen können sie die Stärken ihres Geschäftsmodells ausspielen. Die Gruppe Deutsche Börse muss sich ebenso wie ihre Kunden in diesem veränderten Umfeld zurechtfinden. Daran führt kein Weg vorbei. Um die Herausforderungen zu meistern und die Chancen zu nutzen, die in diesem neuen Umfeld entstanden sind, setzt die Deutsche Börse neue strategische Schwerpunkte. Auswirkungen der Finanzkrise Wie wirkt sich die Finanzkrise auf das Geschäft der Gruppe Deutsche Börse aus? Im Wesentlichen auf drei Arten: mit Veränderungen der Marktstruktur, durch eine veränderte Regulierung und durch eine höhere Bedeutung von Kostendisziplin. Marktstruktur in Zukunft mit stärkerer Rolle für zentrale Gegenparteien Das Risiko des Ausfalls eines großen Marktteilnehmers ist seit der Finanzkrise nicht länger ein rein theoretisches Szenario: Der Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 war ein ernsthafter Test für die Stabilität und das Funktionieren der Finanzmärkte. Die regulierten Märkte mit ihrem Risikomanagement durch die ihnen angeschlossenen zentralen Gegenparteien haben diesen Test bestanden. Dies gilt insbesondere für Eurex Clearing, die zentrale Gegenpartei der Gruppe Deutsche Börse. Die Bedeutung zentraler Gegenparteien für die Märkte weltweit wird deshalb zunehmen. Regulierung stellt höhere Anforderungen an Markt- teilnehmer und -betreiber Die Turbulenzen an den Anleihemärkten sind auch für die Aktienmärkte nicht folgenlos geblieben. Forderungen nach regulatorischen Beschränkungen der Märkte wur den auf nationaler, europäischer und globaler Ebene diskutiert und teilweise auch im nationalen Alleingang umgesetzt, wie bei dem oben erwähnten Verbot von Leerverkäufen. Deutlich geworden ist aber auch: Die Handels, Clearing und Abwicklungssysteme der Gruppe Deutsche Börse haben den extremen Anforderungen in den Hochphasen der Volatilität sehr gut standgehalten und damit zumindest operationelle Risiken für die Handels teilnehmer minimiert. Darüber hinaus müssen Banken mit höheren Eigenkapital anforderungen und Beschränkungen beim außerbörslichen Handel in bestimmten Anlageklassen rechnen, durch die Gesetzgeber weltweit systemische Risiken im Finanzsektor vermindern wollen. Die Deutsche Börse unterstützt ihre Kunden durch spezifische Lösungen, auch und insbeson dere im nichtbörslichen Bereich, und wird dieses Angebot kontinuierlich ausbauen. 14 Neue Perspektiven