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Report Investor: Deutsche Börse AG - Geschäftsbericht 2010

Die EU­Finanzmarktrichtlinie „Markets in Financial Instru­ ments Directive“ (MiFID) hat seit ihrem Inkrafttreten auf Ebene der Mitgliedsstaaten im November 2007 eine weitere Entwicklung in Gang gesetzt: die Fragmentierung des Handels zwischen regulierten Märkten und weniger regulierten Handelsplattformen, insbesondere multilateralen Handelssystemen (Multilateral Trading Facilities, MTFs). Der Marktanteil nichtbörslicher Handelsplattformen in Europa ist infolgedessen kontinuierlich gestiegen. Damit hat die Fragmentierung der Märkte in Europa zugenommen, was in gewissem Maße die Komplexität und Intransparenz für Investoren gesteigert hat. Kostendisziplin schafft neue Möglichkeiten Im Jahr 2009 war das Handelsvolumen auf den Kassa­ und Terminmärkten der Gruppe Deutsche Börse massiv zurückgegangen, da die Kunden ihre Aktivitäten im Zuge der Finanzkrise zurückgefahren hatten. Die Gruppe hat frühzeitig die Weichen gestellt, um die Kostenbasis struk­ turell zu verändern. Dabei liegt das Augenmerk neben einer Erhöhung der Effizienz von Kernprozessen auf der Umleitung von Ressourcenströmen in Wachstumsfelder. Damit kann die Gruppe Deutsche Börse ihre Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte und Services in allen Geschäftssegmenten erhöhen, um die strukturellen Wachs­ tumstreiber zu nutzen. Strukturelle Wachstumstreiber sind zum Beispiel die gestiegene Bedeutung zentraler Gegen­ parteien an den Derivatemärkten, die zunehmende Nach­ frage asiatischer Investoren nach europäischen Produkten oder die verstärkte Nutzung besicherter Lösungen in der Wertpapierleihe. Von den neuen Initiativen, etwa in den Bereichen Clearing und Risikomanagement, ist in den kom­ menden Jahren ein bedeutender Umsatzbeitrag zu erwarten. Die Stärken der Deutschen Börse Die Gruppe Deutsche Börse ist gut gerüstet, um in dem neuen Kapitalmarktumfeld nicht nur zu überleben, sondern zu florieren. Ihre wichtigsten Stärken sind folgende: Neutra­ lität, Risikoschutz, Technologieführerschaft und Liquidität. Neutralität Die Deutsche Börse ist neutral und frei von Interessen­ konflikten gegenüber ihren Kunden: Sie fungiert als Hüter der Interessen von Emittenten und Investoren gleicher­ maßen. Die Börse bietet ihren Teilnehmern regulierte und überwachte Plattformen und Netzwerke an, auf denen diese gleichen und fairen Zugang zu Informationen, Liqui­ dität und Vermögenswerten erhalten – sowohl im Handel als auch in der Abwicklung. Risikoschutz Als Gegenpartei mit geringem Risikoprofil schützt die Deutsche Börse die Vermögenswerte ihrer Kunden. Deshalb unterstützt und profitiert die Gruppe auch von regulatorischen Reformen und dem Bestreben, zur Ver­ meidung künftiger Finanzkrisen außerbörsliches Geschäft stärker auf transparente und regulierte Märkte zu leiten. Technologieführerschaft Mit ihren Handels­, Clearing­ und Abwicklungssystemen zählt die Gruppe Deutsche Börse technologisch weiterhin zu den Branchenführern weltweit und investiert weiter in den Ausbau dieser Führungsrolle. Ein besonderer Vorteil für die Kunden ist dabei die aufeinander abgestimmte Weiterentwicklung dieser Systeme, die nur in einem inte­ grierten Geschäftsmodell möglich ist. Liquidität Die Deutsche Börse verfügt auf ihren Handelsplattformen über höchste Liquidität, verbunden mit Transparenz und Marktintegrität. Auch diese Position der Stärke baut die Deutsche Börse aus, indem sie neue Marktteilnehmer anschließt. Das integrierte Geschäftsmodell und die Ab­ deckung der gesamten Wertschöpfungskette ermöglicht der Deutschen Börse die Nutzung von Synergien. 15Neue Perspektiven