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Report Investor: Deutsche Börse AG - Geschäftsbericht 2010

Xetra­Handel noch leistungsfähiger Schnelligkeit, Sicherheit und Belastbarkeit sind essenzielle Parameter im Wettbewerb der Börsenorganisationen. Durch Schnittstellenerweiterungen konnten bereits 2010 Geschwindigkeit und Datendurchsatz des Handelssys­ tems deutlich gesteigert werden. Parallel dazu wurde das Clearing auf Xetra über die von Eurex Clearing betriebene zentrale Gegenpartei weiter ausgebaut. Um Risiken zu diversifizieren, können Handelsteilnehmer, die ihre Back­ Office­Aktivitäten an eine Clearingbank übertragen haben, eine zweite Clearingbank mit der Verrechnung ihrer Transaktionen beauftragen. 2011 plant die Deutsche Börse das Handelssystem Xetra weiter auszubauen: Neben Maßnahmen zur Steigerung der Systemkapazität und Handelsgeschwindigkeit wird auch eine neue, auf dem FIX­Protokoll basierende Schnittstelle eingeführt. Teilnehmer erhalten so einen zusätzlichen einfachen und standardisierten Zugang zu Xetra. Die Integration des Handelssystems in die Infrastruktur der Teilnehmer wird durch die Verfügbarkeit dieses offenen Industriestandards deutlich einfacher und flexibler. Da­ rüber hinaus erweitert Xetra die Kapazität des Rechen­ zentrums, um den Kunden einen noch breiteren Umfang an Dienstleistungen anbieten zu können. Handelsmöglichkeiten für Anleger aus ganz Europa Ziel der Deutsche Börse AG ist es, Investoren in ganz Europa und darüber hinaus einen direkten Zugang zu der einzigartigen Produktpalette von mehr als 590.000 Instru­ menten anzubieten. Ab Mai 2011 wird der Handel auf dem Parkett in Frankfurt vollständig über Xetra­Spezialisten laufen. Investoren profitieren dann nicht nur von der hohen Liquidität dieses Marktmodells, sondern vor allem vom Wegfall der Courtage. Mit dem Übergang auf das Xetra­ Spezialistenmodell stärkt die Deutsche Börse ihre Position im zunehmenden europäischen Wettbewerb, da nunmehr alle an Xetra angeschlossenen Handelshäuser aus ganz Europa Zugriff auf alle Wertpapiere haben, die bislang zu einem erheblichen Teil nur über den Parketthandel erreich­ bar waren. Das europäische Angebot wird ergänzt durch die Tradegate Exchange GmbH, eine auf die Bedürfnisse aktiver Privatanleger spezialisierte Börse. Die Tradegate Exchange bietet einer europäischen Kundschaft verbindliche Quotes mit sofortiger Vollausführung, lange Handelszeiten, kostenlose Kursdaten in Echtzeit und eine Vielzahl an intelligenten Ordertypen. Maßgeschneiderte Wege zur Kapital­ aufnahme Mit unterschiedlichen Transparenzstandards bietet die Deutsche Börse über die gesetzlichen Marktsegmente hinaus maßgeschneiderte Rahmenbedingungen für einen Zugang zum Kapitalmarkt. Der Entry Standard feierte 2010 sein fünfjähriges Bestehen als Tor zum Kapital­ markt vor allem für mittelständische Unternehmen. Über eine Notierung in diesem Marktsegment können Unter­ nehmen aus dem In­ und Ausland einfach, schnell und kosteneffizient Eigenkapital aufnehmen. Seit Anfang 2011 können Kapital suchende Unternehmen an der Deutschen Börse auch Anleihen im Entry Standard platzieren und damit Fremdkapital aufnehmen. Nach der Finanzkrise ist die Beschaffung von Fremdkapital für Mittelständler schwieriger geworden; für sie eröffnen sich mit dem „Entry Standard für Unternehmensanleihen“ neue Möglichkeiten der Finanzierung – mit bewährten Transparenzanforderun­ gen und in einem verlässlichen regulatorischen Rahmen. Bei den bereits im Kapitalmarkt etablierten Unternehmen war eine andere Finanzierungsform 2010 besonders ge­ fragt: die Aufnahme von Eigenkapital durch eine Erhöhung des Grundkapitals. Xetra hat sich hier als Handelsplattform bewährt, wie die Handelsumsätze in Bezugsrechten bei der erfolgreichen Kapitalerhöhung der Deutschen Bank (2,0 Mrd. €) zeigen. 1919Xetra