Im internationalen Vergleich zeigte sich der deutsche Konsument dabei als Optimist Europas: Während hierzulande im Jahres- durchschnitt 2009 die Anschaffungsneigung einen Wert von +21 Indikatorpunkten auf- wies, ergab die gleiche Befragung in Italien einen Wert von -26 Punkten, in Großbri- tannien -40 und in Frankreich sogar -45 Indikatorpunkten. Das Konsum- klima in Deutschland musste erst im Spätherbst einen Dämpfer hinnehmen. E in Großteil der Bevölkerung in Deutschland spürte 2009 durch die Finanz- und Wirtschaftskrise keine negativen Auswirkungen auf die persönlichen Lebensumstände. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich mit durch- schnittlich 3,4 Millionen und einer Zunahme von nur 155.000 Arbeitslosen im Jahr 2009 überraschend robust. Rund eine Mil- lion Menschen wurden im Jah- resschnitt durch Kurzarbeit vor Arbeitslosigkeit bewahrt. Den privaten Konsum stützte zudem eine historisch niedrige Inflationsrate von 0,4%. Sin- kende Preise insbesondere bei Mineralölprodukten und Lebensmitteln för- derten die Kaufkraft der Konsumenten. Entsprechend stieg die im Rahmen der GfK-Konsumkli- mastudie erhobene Anschaffungsnei- gung von Januar bis September 2009 deutlich an. KRISE – WELCHE KRISE? WOLFGANG TWARDAWA & ROLF BÜRKL GFK-IN DIKATOR KONSUMKLIMA 8 | DES Geschäftsbericht 2009
