Report-Investor: Deutsche EuroShop AG - Geschäftsbericht 2009

ANGST VOR ARBEITS- LOSIGKEIT BELASTET DEN KONSUM Arbeitslosigkeit und die konkrete Angst davor verändern das Konsumverhalten der Menschen deutlich. Bei den Gütern des täg- lichen Bedarfs reduzieren die betroffenen Haushalte ihren Konsum um rund 10%. Drohende Arbeitslosigkeit lässt die Ver- braucher aber nicht nur weniger ausgeben, sie legen auch mehr Geld für schlechte Zei- ten zurück. Dieses „Vorsichtssparen“ beein- trächtigt den Konsum zusätzlich. 2009 waren rund 23% der deutschen Haus- halte direkt von Arbeitslosigkeit betroffen oder hatten konkrete Angst davor, arbeitslos zu werden. Für das Jahr 2010 erwartet die GfK einen Anstieg dieser krisenbetroffenen Haushalte auf rund 27%. Eine gleich große Zahl an Haushalten ist nach GfK-Schätzung im Jahr 2010 krisengefährdet. Die wachsende Angst vor Arbeitslosigkeit sowie vor steigenden Energiepreisen dämpfte gegen Ende des letzten Jahres das Konsum- klima der deutschen Privathaushalte. VERHALTENE KONSUM- AUSSICHTEN FÜR DAS JAHR 2010 Zu Beginn des Jahres 2010 gehen die Ver- braucher in Deutschland davon aus, dass sich der Erholungsprozess der Wirtschaft weiter fortsetzt, allerdings mit abgeschwächter Dynamik. Diese Beurteilung deckt sich mit den Prognosen der führenden Wirtschafts- institute. Konsumenten und Experten rechnen im laufenden Jahr allerdings mit einer Ver- schlechterung auf dem Arbeits- markt. Auch die Preisentwick- lung für das Gesamtjahr wird weniger optimistisch beurteilt, obwohl die Rabatt- aktionen des Handels zu Jahresbeginn für eine steigende Anschaffungsneigung sorg- ten. Staatliche Konjunkturpakete wie die Erhöhung des Kindergelds beziehungsweise des Kinderfreibetrags sowie die verbesserte Absetzbarkeit von Krankenversicherungs- beiträgen werden den Verbrauchern im Jahr 2010 Entlastungen bringen. Gleich- zeitig drohen aber eine etwas höhere Infla- tion und diverse Mehrbelastungen durch Krankenkassenzusatzbeiträge und steigende kommunale Gebühren. Die GfK erwartet im Jahr 2010 eine Stagnation beim Konsum der Privathaushalte, aber keinen Rückgang. Die Einschränkungen beim Konsum werden voraussichtlich in der zweiten Jahres- hälfte zum Tragen kommen. Diese Haushalte versu- chen, ihre Einkaufsprä- ferenzen zu halten, nut- zen aber verstärkt Sonderangebote. Immerhin rund 46 % der deut- schen Haushalte sind als krisenresis- tent einzustufen, ein Pro- zentpunkt weniger als noch im Vorjahr. Der Konsum dieser Haushalte leidet durch die Krise nicht und wird durch günstige Ange- bote eher noch gefördert. Gleichzeitig stei- gen in dieser Verbrauchergruppe die Erwar- tungen an Produktqualität und Hersteller. Nachhaltigkeit, fairer Handel und die sozi- ale Verantwortung der Unternehmen beein- flussen die Kaufentscheidungen der krisen- resistenten Haushalte immer stärker. ARBEITSLOSIGKEIT BEEINFLUSST DIREKT UN D IN DIREKT DAS KONSUMVERHALTEN 10 | DES Geschäftsbericht 2009

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