Report-Investor: Deutsche EuroShop AG - Geschäftsbericht 2009

KRISE HAT DIE PRIORITÄTEN DER KONSUMENTEN VERÄN DERT GEWINNER UN D VERLIERER DER KRISE Die Einschränkungen beim privaten Kon- sum spürte im letzten Jahr die Gastronomie am deutlichsten. Der Außer-Haus-Konsum sank laut GfK-Schätzung wertmäßig um rund 8%. Die Krise veranlasste die Ver- braucher dazu, ihre Aktivitäten stärker auf die eigenen vier Wände zu konzentrieren. Hiervon profitierte der Lebensmittelein- zelhandel, der zwar einen Umsatzrückgang von rund 1% hinnehmen musste, dies aber hauptsächlich durch Preissenkungen selbst bedingte. Die stärkere Fokussierung auf das eigene Zuhause, das sogenannte „Homing“, zeigte sich besonders deutlich bei Baumärk- ten. Ihr Umsatz stieg im letzten Jahr um 2%. Auch die Unterhaltungselektronik- branche profitierte und hielt ihren Umsatz auf Vorjahresniveau. Das Homing begünstigte einige Waren- gruppen besonders. So verschönerten sich im Vergleich zum Jahr 2008 rund 7% mehr Haushalte das Wohnambiente mit einem offenen Kamin oder Kachelofen. Der Umsatz mit Pflanzen legte um 7% zu, der mit Gartenmöbeln und Gartendekoration um 4%. Auch das Segment der Elektro- kleingeräte profitierte mit einem Umsatzplus von rund 5%. Treiber waren hier speziell die Espresso-Kapselsysteme mit einer Umsatz- zunahme von knapp 14%, Kaffee-Vollauto- maten mit 9% und Bodenstaubsauger mit einer Umsatzsteigerung von 6%. Eben- falls positiv entwickelten sich alkoholische Getränke. Um rund 2% stieg der Absatz bei Sekt. Spirituosen legten im letzten Jahr bei den verkauften Mengen um 1% zu, wert- mäßig sogar um rund 3%. Hier profitierte der Einzelhandel vom rückläufigen Außer- Haus-Sektor. Der Trend zum Homing wird sich auch 2010 auf den Konsum auswirken. Beim Außer-Haus-Konsum erwartet die GfK einen weiteren Rückgang, im Lebensmit- teleinzelhandel einen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Die Unterhaltungselekt- ronik wird durch die Fußballweltmeister- schaft zusätzliche Impulse erfahren. Bau- märkte dürften ihre positive Entwicklung ebenfalls fortschreiben. KRISE VERÄN DERT WERTEORIENTIERUNG DER VERBRAUCHER Neben den monetären Effekten veränderte die Finanz- und Wirtschaftskrise auch die Werteorientierung der Verbraucher. Gerade im Bereich der Finanzdienstleistungen hat sich blindes Vertrauen als falsch erwiesen. Als Konsequenz sind die Konsumenten vor- sichtiger geworden; Vertrauensvorschuss geben sie seltener. Aber auch das eigene Den- ken und Handeln wird stärker hinterfragt. Eine der wichtigsten Erkenntnisse bei den Verbrauchern kann mit dem Motto „Gier frisst Hirn“ umschrie- ben werden. Bewusster konsumie- ren, Qualität statt Quantität, der Ver- zicht auf Überflüssiges und sich auch über die kleinen Dinge zu freuen sind die neuen Trends bei den Verbrauchern. Diese Veränderung in der Werteorientie- rung eröffnet neue Möglichkeiten. Spezi- ell für gesellschaftlich verantwortungsvoll agierende Unternehmen, Traditionsmar- ken und heimische Produkte wird quali- tatives Wachstum zur großen Chance im Jahr 2010. Shopping | 11

Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download