85 Das Geschäftsjahr I Konzernlagebericht I Risikobericht Konzernlagebericht Erwerber nach angemessenem Vermarktungszeitraum in einer Trans- aktion im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkauft werden sollte, wobei jede Partei mit Sachkenntnis, Umsicht und ohne Zwang handelt.“ (Übersetzung durch RICS Deutschland, Valuation Faculty Board, 6. Fassung, Januar 2008). Die Überwachung des Immobilienbestands konzentriert sich auf die regelmäßige unter Risikoaspekten durchgeführte Bewertung der Objekte sowie die Analyse der Veränderungen des Immobilienportfolios. Konzentrationsrisiken aus dem Eingehen von Immobilienpositionen sind nicht erkennbar. Risikoreporting Im Rahmen der Steuerungs- und Überwachungssysteme wird regel- mäßig auch über die entsprechenden Risiken der eigenen Immobilien berichtet: I Dem Ressortvorstand Ressourcen/Kredit wird im Rahmen des im Wesentlichen durch Immobilienthemen bestimmten Reportings des Bereichs „Immobilien, Support und Sicherheit“ monatlich berichtet. Über für Immobilienrisiken wesentliche Sachverhalte wird er ergänzend 14-täglich informiert. I Im Rahmen eines bereichsweiten Kennziffernsystems werden dem Ressortvorstand immobilienbezogene Schlüsselindikatoren reportet. I Der Gesamtvorstand wird im Rahmen des Risikotragfähigkeits- berichts quartalsweise über die Höhe der Immobilienrisiken informiert. Überwachung und Steuerung der Kollektivrisiken Risikodefinition Die allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge räumen den Bau- sparkunden diverse Wahlrechte für die Spar- und Darlehensphase ein. Die prognostizierte Kollektiventwicklung basiert neben der angenom- menen Neugeschäftsentwicklung auf der Einschätzung der zukünftigen Verhaltensausprägungen der Bausparer, abgeleitet aus langjährigen Erfahrungswerten und detaillierten Strukturanalysen. Die Faktoren, die das Kundenverhalten beeinflussen, reichen von Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen über die allgemeine wirtschaft- liche Entwicklung bis hin zu Veränderungen in den persönlichen Verhältnissen der Bausparer. Die Postbank fasst unter dem Begriff Kollektivrisiken die negativen Auswirkungen zusammen, die sich auf- grund von Abweichungen der tatsächlichen von der prognostizierten Entwicklung des Bausparkollektivs ergeben können. Organisation und Risikostrategie Die strategische Steuerung der Kollektivrisiken liegt in der Verantwortung des Vorstands. Die Behandlung der Kollektivrisiken ist Bestandteil der übergreifenden Konzernrisikostrategie. Die operative Risikosteuerung und -überwachung erfolgt dezentral durch die BHW Bausparkasse AG. Das Risikocontrolling des BHW ist in die Gesamtbanksteuerung ein- gebunden. Operatives Risikomanagement und Risikocontrolling Als Grundlage zur Risikoquantifizierung nutzt die BHW Bausparkasse AG ein Kollektiv-Simulationsmodell. In diesem Modell werden geplante Neuabschlüsse und erwartete Verhaltensweisen der Bausparer, wie z.B. Sparverhalten, Kündigungen, Bestandsfinanzierungen, Zuteilungen und Tilgungen modelliert. Auf Basis einer Vielzahl von Verhaltens- parametern ermittelt das Simulationsmodell vierteljährlich, ausgehend von den Einzelverträgen, auf Ebene des Gesamtkollektivs den statis- tisch zu erwartenden Gesamt-Cashflow sowie die GuV- und Bilanz- daten für die Planungsrechnung. Die Bausparkasse als Spezialinstitut unterliegt strengen gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben aus dem Bausparkassengesetz und der BaFin als zuständiger Bundesbehörde. Die Validität des Modells ist von Wirtschaftsprüfern bestätigt und von der BaFin akzeptiert. Darüber hinaus erfolgt eine jährliche Qualitätssicherung durch Backtesting und Soll-Ist-Vergleiche. Die komplexe bauspartechnische Simulation mit einer Vielzahl von Parametern leitet Annahmen über das Verhalten von Bausparern unter verschiedenen Zinsszenarien aus historischen Datenreihen ab. Diese aufwendige statistische Modellierung könnte die relevanten bauspartechnischen Parameter falsch abschätzen, woraus negative Auswirkungen auf die Ertrags- und Vermögenslage resultieren können. In die Kollektivsimulation gehen neben den existierenden Beständen auch Annahmen zum Neugeschäft der nächsten Jahre ein. Gravierende Effekte für die mittelfristige Ertragslage ergeben sich, wenn das tat- sächliche Neugeschäft deutlich unterhalb der Annahmen liegt, da der Bausparkasse in diesem Fall weniger niedrigverzinsliche Kundenmittel zur Verfügung stehen. Weitere Risiken resultieren daraus, dass die Bausparkasse in ihrer Simulation von einer Weiterverwendung des bestehenden Tarifwerks ausgeht. Sollte die Bausparkasse aufgrund von Marktveränderungen gezwungen sein, ihr Tarifwerk anzupassen (also z.B. die Einlagen- verzinsung zu erhöhen), könnte dies zu Verschlechterungen der mit- telfristigen Ertragslage führen. Die Postbank sieht die aus dem Bauspargeschäft resultierenden Kollektivrisiken als wesentlich an. Zur Quantifizierung der Kollektiv- risiken wurde im Jahr 2009 ein szenariobasiertes Modell entwickelt, dessen Ergebnis im Laufe des Jahres 2010 in die Risikokapitalallokation einfließen und den bisherigen pauschal geschätzten Risikopuffer ersetzen wird. Risikoreporting Der Postbank Konzern nutzt verschiedene regelmäßige Reporting- instrumente zu den Kollektivrisiken: I Das monatliche Marktrisikokomitee-Reporting informiert das MRK über die durch das Kollektiv entstandenen spezifischen Geschäftsrisiken. I Die Entwicklung des Kollektivs wird in der BHW Bausparkasse AG anhand wesentlicher Kennzahlen im Rahmen eines monatlichen bzw. zum Teil quartalsweisen Reportings an den Vorstand der BHW Bausparkasse AG dargestellt. I Der für Kollektivrisiken ermittelte Risikobetrag wird im Rahmen des Risikotragfähigkeitsberichts quartalsweise an den Vorstand berichtet. UnsereGeschäftsfelderAnunsereInvestorenWeitereInformationenKonzernabschlussAnunsereInvestorenUnsereGeschäftsfelderUnsereVerantwortungKonzernlagebericht
